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Rekordbaum in den Vogesen bei Ribeauvillé
de tinen:
Hallo Michael,
eigentlich ist das kein richtiger "Fund". Der Baum ist den Franzosen durchaus bekannt. Es handelte sich eigentlich darum, den Baum zu dokumentieren und ggf. zu vermessen. ;)
Und vor allem, der richtigen Gemeinde zuzuordnen. Da gibt es doch noch Missverständnisse. :)
Alles Weitere kann dir Xandru (Wolf) erschöpfend erkären :)
lg,
Tina
Steffen:
Der Baum hat vom Aussehen und Habitus her große Ähnlichkeit mit dem Auenwald BM#s (http://mbreg.de/forum/index.php?topic=2090.msg17439#msg17439
xandru:
Hallo zusammen,
Dieser Baum ist unseren französischen Freunden von sequoias.eu bisher nicht bekannt. Er geistert allerdings in einer Form durch das Web, bei der jeder vom anderen ungeprüft abschreibt. Ein Blick in Google zeigt: Immer ist er 52 Meter hoch, fast immer wird der Anlass seiner Pflanzung erwähnt; mal heißt der Ort Ribeauville und mal Ribeauvillé; mal erscheint als Zusatz das Département Aisne, mal die Region Alsace. Nicht ein einziges Mal habe ich ein Foto gesehen und niemals einen genaueren Standort erfahren – außer bei J. Pardé im ganz oben zitierten Zeitschriftenartikel von 1988.
Wie gesagt: Dieses Stück des Hangs gehört bis zum Bach hinunter zur Gemeinde Riquewihr.
Wichtiger als diese Richtigstellung ist aber mit Sicherheit die Feststellung, dass dieser Baum von 1856 heute noch existiert. Laut Pardé sollen sich (jedenfalls 1988) zwei weitere Bergmammutbäume von 1856 in den Parzellen 26 und 55 dieses Waldes befunden haben – jedoch weniger eindrucksvolle Exemplare. Einer von beiden dürfte der 2004 gefällte Baum zwischen Forsthaus und Hotel gewesen sein.
Resümierende Grüße,
Wolfgang
xandru:
Hallo,
Hier kommen nochmal drei Bilder. Der Weg beschreibt dort ja ungefähr einen Kreisbogen. Auf diese Weise ist der Baum von mehreren Seiten bequem zu sehen.
Nun noch die Wegbeschreibung: Vom Parkplatz aus über die Brücke, aber nicht links zur Klausmatt, sondern erst auf der Höhe der Pépinière nach links abbiegen. Die Douglasie von knappen anderthalb Metern Durchmesser und der junge Bergmammutbaum zeigen die richtige Abzweigung. Gute hundert Meter weiter ein steiles Sträßchen nach rechts einbiegen; das ist nun kein fahrbarer Schotterweg mehr, sondern ein deutlich begangener Wanderweg. Von dort aus geht es einen guten halben Kilometer den Wald hinauf.
Anstrengende Grüße,
Wolfgang
xandru:
Hallo nochmal,
Von der Abzweigung zur Klausmatt gehört dieser Hang bekanntlich fast zwei Kilometer lang zum Gemeindegebiet von Riquewihr. Am Weg stehen mächtige Douglasien; die abgebildeten Pseudotsuga dürften um die 40 Meter Höhe haben.
Kurz hinter diesen Douglasien steht direkt an der Abzweigung auch ein junger Sequoiadendron. Er bekommt die Nummer EU-ID 3725.
Noch bedeutend höhere Douglasien stehen offenbar auf der anderen Seite des Tales und gehören damit tatsächlich – wie im Web wiederholt erwähnt – zur Markung von Ribeauvillé.
Gérard Colin ermittelte im Oktober 2001 eine Höhe von 60,3 Metern und stellt ein durchschnittliches Höhenwachstum von 33 cm pro Jahr fest (Revue forestière française LIV, 3/2002). So gesehen dürfte der höchste Baum heute sogar gegen 64 Meter gehen.
Le Krapo arboricole zeigt einige Fotos dieser Bäume (2009) .
Von einigen dieser Douglasien wird ein Pflanzjahr von ebenfalls 1856 berichtet; Colin und Krapo hingegen gehen für die höchste Gruppe von 115 Jahren bzw. 120 Jahren aus – dies verweist auf die Jahre im Bereich 1887…1889.
Douglasische Grüße,
Wolfgang
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