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Höhenpotential: MB, Douglasie und andere Arten

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denniz:
Danke Tuff!
Ich denke da sind wir uns alle einig: Es gilt die Bedürfnisse einer Baumart zu erforschen und die entsprechenden
Standort-Bedingungen zu finden, oder andersherum: Die passenden Baumarten für seinen Standort auszuwählen,
natürlich auch Grenzen auszuloten.

Was uns an diesen alten Riesen fasziniert ist doch was wir hier nicht haben: sehr alte und sehr große Bäume.
Urwaldbedingungen sind in Mitteleuropa durch uns Menschen vernichtet worden.
Man sollte diese äusserst sinnvollen Ökosysteme wieder entstehen lassen!

Fremdländeranbau, oder besser Re-Integration ausgestorbener Baumarten, wird hoffentlich weniger
emotional diskutiert werden in der Zukunft. Möchte mein möglichstes tun um dazu beizutragen.

sonnigen Gruß
Denniz

Soeben gefundener Nachtrag: http://www.extremnews.com/nachrichten/natur-und-umwelt/364814ac291f67e

Odysseus:
Danke Tuff und Dennis: gute Links.

Ich finde auch, wenn die S. sempervirens jetzt auf der ganzen Welt gepflanzt wird, kann man Standorte und das jeweilige Wachstum wunderbar vergleichen und den begrenzenden oder fördernden Standort-)Faktoren auf die Spur kommen. Wie bei anderen Arten (Douglas, oder in Neuseeland Pinus radiata) auch. - Das würde zum waldbaulichen Bereich gehören.

Ich stimme hundertprozentig zu, wenn man sagt, der Kalifornien-Standort ist als Reliktstandort, wo sie überlebt haben, nicht automatisch auch ein guter Standort.
(Komisch für mich in diesem Zusammenhang, warum so ein Superbaum wie die Douglasie in Mitteleuropa mehrere Eiszeiten überstanden hat und dann vor 600,000 Jahren ausgestorben ist, während die Atlaszeder in Südfrankreich erst zur Hochphase der letzten Eiszeit vor 20,000 Jahren die Segel strich.)

Der zweite Punkt für mich ist die haarklein herausgearbeitete, ganz genau aufgedröselte und bewiesene Wirkweise des Höhenwachstums: d. h., wie ist die genetische Steuerung, wie ist die Physiologie, die Chemie, die physikalische Mechanik, die den Baum dann irgendwann begrenzt. Und in welcher Höhe begrenzt.
Und hier die Herausarbeitung der bestimmenden Parameter für die einzelnen Bäume, die ja ganz unterschiedlich sein können.

Es ist natürlich völlig richtig, wenn gesagt wird, Höhenwachstum per se ist kein evolutionärer Vorteil. Das Entscheidende bei der Evolution ist das Überleben möglichst vieler Nachkommen.

Viele Grüße
Walter

Waldläufer:
Hallo Tuff,
das Thema Höhenrekorde der Arten mit oder ohne Laborbedingungen treibt mich jetzt nicht so um, daß ich da
weltweit recherchiere. War zwar schon in Amerika und Neuseeland muß aber ansonsten passen.
Die Wuchstabellen von Neuseeland kannte ich schon. Daß die Redwoods dort allerdings nur an ausgesuchten Standorten schneller
wachsen als in ihrer Heimat ist bekannt - leider ist das Holz deswegen mehr oder weniger unbrauchbar.
Sicherlich werden die Redwoods in vergleichbaren Klimaten gute Ergebnisse erziehlen, habe aber von weiteren anderen Ländern
nichts sensationelles gehört. Ich selbst glaube nicht, daß die Redwoods in Neuseeland an die Höhen in Californien herankommen
werden. Kollege Chris meinte der Nebel wird überschätzt - denke in dem Fall aber unterschätzt. Auf jeden Fall sieht man in Neuseeland auf dem flachen Land jede Menge mickriger Redwoods die nie was werden.

Finde es ist etwas zu viel heiße Luft in der Disskussion. Seit ca. 150 Jahren versuchen die Menschen verstärkt fremdländische
Baumarten zur Leistungssteigerung anzubauen. Voraussetzung ist grundsätzlich die Kenntnis der Bedürfnisse der Pflanzen und die
Kenntnis der Standortfaktoren hier vor Ort. (Dies sieht aber nicht jeder im Forum so!). Leider sind nur wenige Arten so anpassungsfähig, daß sie in anderen Ländern zur ersthaften Alternative als Forstgehölz wurden, als Ziergehölz schon eher.
Denke die Menschheit ist immer am forschen und so kristallisieren sich eben gewisse Arten mit Potential heraus.
Daß sich aus solchen Anbauten Ergebnisse ergeben, die den Wuchs einheimischer Arten übertreffen ist sehr selten - die Douglasie
ist ein Beleg dafür. Aber auch bei ihr muß man sagen, je näher man an ihre Bedürnisse herankommt desto größer der Erfolg.
Aber auch sie wird sicherlich nicht die Höhen wie im pazifischen Westen  bei uns erreichen, weil vorerst die Bedingungen dort besser sind. Man sollte sich auch nicht vom schnellen Jugendwuchs dieser Arten bei uns blenden lassen - dafür vergreißen sie bei uns schneller. Dieser moderate aber langanhaltende Wuchs in Nordwestamerika ist offenbar klimatisch bedingt.
Auf jeden Fall werden bei diesbezüglichen Anbauten hier und weltweit immer sog. Rekorde sich ergeben, wo sich die Arten wohlfühlen.
Wo dann der allerhöchste im Wald steht ist nicht vorhersehbar. Auch nicht in Freiburg wo ausgedehnte Douglasienwälder stehen.

                                                             Viele Grüße              Bernt

Kiefernspezi:
Hallo, nur ein kurzes Statement zum Thema Reliktstandort und optimaler Lebensbereich:
Ein Beispiel, dass beides nicht unbedingt zusammenfallen muss, ist der stark eingegrenzte Lebensbereich der seltensten US-amerikanischen Kiefer, der Torrey pine (Pinus torreyana). Am Reliktstandort stehen ùberwiegend kleine, krüppelwüchsige Exemplare mit breiten, windschiefen Kronen.
Angepflanzte Bäume hingegen entwickeln sich zu großen Exemplaren mit schön regelmäßigen ovalen Kronen. Im Habitus und der Art der Zapfen erinnern diese Bäume stark an sehr düstere Pinien.

Viele Grüße

Tuff:
Ein paar Sequoia-Bilder. Man sieht Triebspitzen, einmal Terminaltrieb eines Wurzelschösslings (so wurde es mir jedenfalls gesagt), einmal Zweig aus mittlerer Höhe (Bilder aus San Francisco). Die Spitzen sind mehr 'cypressoid' als die 'Schattenform' und Sequoiadendron ein wenig ähnlich.

(Nachtrag: Bild herausgenommen und Alternative verlinkt)

Letztes Bild ist die Spitze eines hohen Baumes der Coast Ranges. Hier ist der Unterschied noch gravierender, man könnte das tendenziell 'sukkulent' nennen.
Bilder bei Steve Sillett http://www.humboldt.edu/redwoods/photos/redwood.php
http://gigapan.com/profiles/Sillett -> bitte darauf achten ob Fotos von Giant Sequoia der von Redwood sind.

Das Phänomen ist übrigens auch der Grund warum viele falsch identifizierte 'Sequoiadendron' Fossilien in Europa korrigiert werden mussten. Die Sequoia-Triebformen in großer Höhe waren Botanikern und Paläontologen (vor allem in Asiatischen und Europäischen Ausland) lange Zeit unbekannt.

Interessanterweise hatte ich mal einen BM gekauft der viel zu lange im Topf gewachsen war und ebenfalls eine auffällig sukkulente Spitze aufwies. Das wuchs sich nach dem Auspflanzen bald aus. - Scheint was dran zu sein, daß es vom Wasserstress (normalerweise aufgrund der Baumhöhe) kommt.

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