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UM-Reihe auf der Sequoiafarm
Tuff:
Bilder vom Wurzelanlauf und unteren Stamm. Beachtet die roten Holzpartien am Stock rechts 'am Rand' - das ist der gesunde Bereich. Dann kommt zersetztes Holz und schließlich wieder ein gesunder Kernbereich. Der Abschnitt auf dem zweiten Bild befindet sich in ungefähr 4 m Höhe und ist noch lange nicht das Ende des Befalls.
Ich habe die Abschnitte nicht gemessen, weil es bei dem starken Befall sowieso nicht mehr auf ein paar Meter mehr oder weniger ankommt - entscheidend sind der Stamm ganz unten und die Wurzel.
Tuff:
Ein Seitenquerschnitt im unteren Bereich, bei dem ich ein paar weissfaule Schnipsel mit der Grabkelle herausgepuhlt habe. Weissfaules Holz hat keinerlei Trag- oder Zugfestigkeit. Die Konsistenz ist die von nasser Pappe.
Das zweite Bild ist ein Abschnitt in der Krone, irgendwo bei 20m+. Bis hierhin war durchgängig Fäule zu entdecken, allerdings besteht die Möglichkeit daß die in der Krone über die Aststummel eingedrungen ist. Warum fast alle Äste in diesem Bereich der Krone abgebrochen sind ist mir nicht ganz klar. Eventuell ein früher Schaden durch fallende andere Bäume ? Oder sie sind einfach vertrocknet.
Letztes Bild: Ein Blick zurück, von irgendwo in der Mitte des Baumes.
Odysseus:
Tja, Tuff,
gut sieht das nicht aus. Schade.
Und laut Micks Link scheint sich die Rotfäule ja aggressiv auszubreiten. In meiner Jugend gab's bei uns auch Schattenbäume mit Rotfäule, aber die großen nebendran blieben gesund.
Dieses Einsprühmittel für die Wurzelstöcke würde ich auf jeden Fall mal ausprobieren.
Viele Grüße
Walter
Tuff:
Im Anblick der Meta-Reihe vom 'Teich' her fällt auf, daß die scheinbar / eventuell noch nicht befallenen Bäume am West-Ende massiv (also normal) blühten, die anderen und insbesondere die stark befallenen blühten nicht oder kaum, und sahen allgemein auch deutlich schütterer aus.
Zum Vergleich, wir haben auch die paar einzeln stehenden Metas im Park untersucht, die blühten auch. Wir konnten an diesen keinen Befall feststellen.
Es besteht m.E. die Möglchkeit, im Westen ein paar (vier?) Bäume stehenzulassen, natürlich unter strenger Beobachtung.
Innerhalb der befallenen Reihe würde ich aber keinen einzelnen Baum stehenlassen, weil ein Befall dort m.E. 100% sicher ist auch wenn er noch nicht sichtbar ist. Durch den Wegfall der Nachbarn (deren Wurzeln ja nun endgültig verrotten) mindert sich auch generell die Standfestigkeit. Ein einzelner Restbaum wäre ein besonderes Risiko.
Bilder vom Westende bzw. mittleren Bereich.
Tuff:
Der Heterobasidion-Pilz befällt in erster Linie Wurzeln. Durch Wurzelkontakte befallener Bäume zu Nachbarn wird der Pilz quasi 'weitergeleitet'.
Die Sporen spielen demgegenüber nur eine geringe Rolle, sind aber natürlich zu einer Erstbesiedelung einer Fläche notwendig. Offenbar werden durch Sporen nicht nur 'Verletzungen' infiziert, sondern die Sporen werden auch durch den Regen in die Erde gewaschen wo sie auskeimen und sich möglicherweise (wie viele andere Holzzersetzer auch) eine Zeitlang sapprophytisch ernähren bevor sie eine Wurzel befallen.
All das läuft darauf hinaus, daß man den Pilzbefall weder kontrollieren, noch eine einmal befallene Fläche jemals wieder 'clean' bekommen kann (außer man entfernt den Wald).
Ich pflichte Dennis bei, man muß sich solche 'Schadpilze' zunächst mal in ihrer normalen ökologischen Position als 'Zersetzer' vorstellen, in der sie einen natürlichen Waldbestand zwar durchaus 'angreifen' und auch schädigen, aber nur in einem Maß mit dem die Natur problemlos klar kommt. Ein natürlicher Wald unterliegt sowieso ständiger Veränderung, und irgendwo müssen die dekorativen bemoosten morschen Baumstämme am Boden ja auch herkommen :)
In einem Forst, oder in einem Park, wünscht sich der Mensch hingegen nur geplante Veränderungen und oftmals lieber gar keine.
In einem größeren Waldgebiet mit Pilzen wie HBA oder Hallimasch, oder Stürmen, oder Waldbränden, muß man sich von solchen Zielen leider verabschieden.
Stattdessen kann man ein dynamisches Management einführen, bei dem einerseits ständig irgendwo etwas 'verjüngt' (also auch unterpflanzt) wird, andererseits jede natürliche Veränderung (wie ein geworferner Baum) zunächst mal daraufhin geprüft wird, ob man sie ins Konzept integrieren kann.
Erst wenn sich zeigt, daß ein Prozess oder Einfluss absolut nicht tolerierbar ist, sollte man über Gegenmaßnahmen nachdenken.
Im Sequoiapark besteht die wichtigste langfristige Gegenmaßnahme in einer gesunden Baumartenwahl. Wenn einzelne Arten als Gruppe auftreten (was m.E. gerade bei den Taxodiaceen besonders attraktiv ist, siehe etwa die wunderbare Redwood-Gruppe) könnten zwischen den Koniferengruppen jeweils ein paar Laubbäume oder ein Strauchbestand sein. Sollte eine Gruppe einmal befallen werden, bleibt der Befall dann vielleicht in der Gruppe, anstatt sich in nicht nachvollzihebarer Weise auszubreiten.
Natürlich ist es generell wichtig die Vitalität der Bäume zu fördern; das versteht sich aber gerade in einem Park wohl von selber. Hierzu hätte ich noch eines anzufügen, nämlich die Nährstoffversorgung.
Da der Bestand auf einer ehemaligen Heidefläche mit vermutlich geringer und eher saurer Humusauflage begrünndet wurde, könnte der Boden von einem massereichen Waldbestand mit hohen Bäumen überfordert sein. Besonders wichtig sind dann alle Maßnahmen zur Humusbildung und Nährstoffanreicherung, und zum Transport von Nährstoffen in die Tiefe (Durchmischung zB. durch Regenwürmer) damit sich keine flachen Wurzeln ausbilden.
Von nix kommt nix und wenn in der Fläche nicht allzuviele Nährstoffe vorhanden wären, käme man ohne zusätzliche Düngung nun mal nicht aus. Dazu könnte man auch natürliche Biomasse eintragen oder Waldhumus oder leicht sauren Kompost. Zumindestens sollte aber möglichst keine Biomasse entfernt werden, etwa Kronenschnitt.
Das bringt natürlich auch wieder Pilze und Sporen in den Bestand. Aber ein funktionierendes ökologisches Gleichgewicht aus Zersetzung und Neubildung lässt sich dadurch kaum stören. Diesen Zustand gilt es aber zunächst einmal herzustellen. Vom Humuszustand und der Altersverteilung her ist der Park zwar davon noch weit entfernt. Er entwickelt sich aber schon in die richtige Richtung, wie die gerade neu enstehenden Lichtungen und die kleinen, aber feinen Verjüngungszonen von Redwood und Cryptomeria zeigen.
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