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UM-Reihe auf der Sequoiafarm
Mick Rodella:
Ja wo isser denn der Jürjen?
Hast recht Berni, die ID stimmt.
http://mbreg.de/forum/index.php?topic=8315.msg98084#msg98084
LG Micha
Bischi:
Hallo UM-Freunde
Die UM-Reihe sah, solange ich die Farm kenne, nie sonderlich vital, gesund oder gut aus.
Das die Bäume irgenwelche Probleme haben, ist eigentlich jedem bewusst. Nur welche, dazu gibt es unterschiedliche Ansichten.
Durch den Vitalitätsverlust konnten sich im Stamm-Wurzelbereich Pilze ansiedeln.
Ins rollen kam die ganze Sache erst richtig, als vorletzte Woche beim Sturm ein UM umfiel. Die daraufhin ins Forum gesetzten Pilzbilder hat Micha Tuff von einem Pilzsachverständigen als Gemeiner Wurzelschwamm identifizieren lassen.
Hier mal 2 Links für Interessierte
http://www.123pilze.de/DreamHC/Download/GemeinerWurzelschwamm.htm
http://forst.brandenburg.de/media_fast/4055/fb_wzscw.pdf
Kurzbeschreibung:
Dieser Pilz erzeugt eine intensive Weissfäule des Holzes und somit eine Vermorschung.
Sporenkeimquote bei 90%
Das Mycel kann die Stämme bis 60mtr Höhe befallen
Mycel lebt noch Jahrzehnte im abgesägten Baumstümpfen
befällt über die Wurzeln angrenzende Bäume, befallene Bäume sind verloren
Micha-Tuff und ich, teilweise waren auch Denniz und Johannes dabei untersuchten alle Bäume auf sichtbaren Pilzbefall beim Saisonabschlusstreffen vor einer Woche.
Wir klopften jeden Baum im Stamm-Wurzelbereich auf Morschung mit einem Metallstab ab, morsches Holz klingt wir feuchte Wellpappe, man spürt auch in der Hand nicht den Wiederstand wie gesundes Holz (ähnlich wie bei einem Tomografen). Bei Verdacht von morschem Holz drückten wir eine unspitze Metallstange in das Holz, ca 3mm Durchmesser. Dies gelangte teiweise mühelos in das Holz, bei einigen Baumpartien konnte man auch den Finger locker ins Holz stossen.
Auch untersuchten wir den umgefallenen Baum, sägten diesen auf. Weissfäule bis in über 10 mtr der insgesamt knapp 25 mtr Gesamthöhe stellten wir fest.
Der Stamm war im Wurzebereich bereits über ca. 80% morsch.
Interessant war auch der auffallend kleine Wurzelteller und die Tatsache, das der Stamm neue Wurzen austreibt (weissliche Saugwurzeln, so ca 50-60 cm lang).
Schaut so aus als kämpfe der Baum mit allen Mitteln noch gegen das Absterben.
Hab der Baumkontrolleurin Katja (auch hier im Forum vertreten), die Lage geschildert, sie machte mir keine Hoffnungen die Bäume erhalten zu können, da der Pilz sehr ansteckend über die Wurzeln agiert.
Lösungen wie Harnstoff oder Kalken, wie hier schon vorgeschlagen wären eher fatal, das der Pilz PH-Wert hohe Umgebungen bevorzugt.
Nun die Frage: können wir es uns leisten, das weitere UM umfallen? Abgesehen von der Verletzungsgefahr würde die in Planaung befindliche neue Pflanzfläche direkt neben der Reihe ebenfalls durch umstürzende Bäume, bzw. dem ansteckenden Pilzherd gefärdet.
Einige von uns möchten die Reihe aber dennoch gerne erhalten, gehört sie doch zur Historie der Farm.
Als Kompromiss wurde beim Treffen folgende Lösung angedacht:
Im Moment stehen noch 13 UM in der Reihe.
Vom Bungalow aus gesehen, also in Westrichtung schauend ist Nr. 7 umgefallen.
Die Bäume Nr. 1-6 und 8 weisen starke Vermorschungen auf und sollen gefällt werden.
Baum Nr. 11 hat noch keine morschen Stellen, allerdings Fruchtkörper auf den Wurzeln, er soll auch fallen.
die Bäume 9,10,12,13 und 14 sollen stehen bleiben und unter Beobachtung bleiben, wenn nicht schon irreparabel vom Pilz geschädigt haben sie durch das Freistellen nur wesentlich bessere Chancen.
Ferner soll auch der Unterwuchs aus Skimmien enfernt werden um den Bäumen eine bessere Wasserversorgung zu ermöglichen. Die Stubben der gefällten Bäume sollten entfernt werden (keine allzu große Sache mit einem Minibagger,
Leihgebühr günstig, Denniz und ich können diesen auch bedienen), so sind die größten Pilzquellen auch beseitigt.
Das dieser Pilzbefall bei UM wohl noch weitgehends unbekannt ist, soll alles genau dokumentiert werden und Interessierten oder Betroffenen zugänglich gemacht werden.
Wie gesagt, das war ein angedachter und besprochener Kompromiss.
Trotz aller harter Fakten würde mich persönlich aber noch sehr die Meinung des Baumgutachters vom Baumzentrum Tecklenburg interessieren, wunderheilen wird auch er nicht können, aber evtl hat er ja noch ein Ass im Ärmel, bzw. eine ander Lösung parat.
Gedankenmachende Grüße vom Jürgen
denniz:
Hallo Sequoiafarmer,
Schade wär es schon um diese Skimmie, allerdings ist der Wurzelbereich/Ballen dieser Pflanzen
dann ebenfalls infiziert, und müsste entfernt, aber auf keinen Fall woanders wieder eingepflanzt werden.
Wenn wir die Wurzeln entfernen mit schwerem Gerät sollten wir uns gut überlegen wohin damit.
Vielleicht macht es eher Sinn den Bereich mit Pflanzen zu bestücken die gegen den Pilz imun sind.
(Gibt es solche?) Auch sollten wir uns die Tannen, die ja in der Nähe stehen, dann während der Fällarbeiten
mal genauer ansehen.
recherchierenden Gruß
Denniz
Nachtrag:
Zitat
Besonders in jungen Fichten-Monokulturen kann der Wurzelschwamm große Schäden verursachen, die sich auf Millionenhöhe belaufen können. In natürlichen Mischwäldern stellt er hingegen keine ernsthafte Bedrohung dar. Aus diesem Grund wurde der Pilz von Seiten der Forstwirtschafter als Schädling und von Naturschützern als "Nützling" aufgefasst. Folglich geriet der Wurzelschwamm immer wieder in Diskussionen bezüglich seiner Rolle im Ökosystem Wald.
Die hintere Hälfte der Farm war mit vielen Fichten (Picea omorika) bepflanzt, die vor ca. 15 Jahren entfernt wurden.
Auch Kiefernmonokulturen sind um die Farm herum häufig.
Diesen Ansatz den Pilz nicht als Fremdkörper der entfernt werden sollte anzusehen, sondern vielmehr als Nützlich zu sehen, der
uns zeigt was funktioniert und was nicht, ist reizvoll und ehrlich gesagt mit weniger Arbeit/Kosten verbunden.
Pflanzen wir Bäume und Sträucher die dort günstige Bedingungen vorfinden.
nachtragenden Gruß
Denniz
Mick Rodella:
Hallo zusammen,
möglichst noch dieses Jahr soll ja durchgeforstet werden, Metasequoia sowie Abies grandis / concolor / lowiana müssen nach der Fällung untersucht werden, die Stümpfe sollten vielleicht mit Phlebiopsis gigantea behandelt werden.
http://www.waldwissen.net/waldwirtschaft/schaden/pilze_nematoden/wsl_rotfaeule/index_DE
Bin bei der Umgestaltung eher für kleinere Wasserflächen und Büsche/Stauden.
Eigentlich wäre die neue Lichtung eine Chance für amerikanische Kiefernarten gewesen, aber das Thema Großbäume im betroffenen Bereich erledigt sich wohl fast, wenn man folgende Liste beachtet (immerhin sind BM und KM nicht dabei, beim UM scheints doch nix neues zu sein):
http://www.plantwise.org/KnowledgeBank/Datasheet.aspx?dsid=27042
Bevor wir also neues pflanzen, müssen wir alles über den Pilz wissen (natürlich steht zu befürchten, dass weitere Schadpilze ihr Unwesen treiben – Bodenanalyse).
Interessant wirds also auf jeden Fall, hoffentlich nicht frustrierend.
LG Micha
Tuff:
Hallo, ich möchte noch ein paar Fotos nachliefern. Zunächst, ein klassischer Heterobasidion annosum (HBA) Fruchtkörper. Wenn der Pilz so einen Fruchtkörper ausgebildet hat, können seit der Infektion über Wurzelkontakte bereits 20, sogar bis zu 30 Jahre vergangen sein.
Das zweite Bild zeigt ein Initialstadium auf einer Wurzel, verborgen unter dem Humus. Jürgen und ich haben bei dem besch* Wetter nicht versucht, auch unter den Skimmien noch alles gründlich zu durchwühlen. Wir hätten da eventuell noch mehr in dieser Art gefunden.
Ich gehe davon aus, daß auch die Bäume ohne Fruchtkörper bereits befallen sind, zumindest wenn sie einen befallenen direkten Nachbar haben.
ps. Jürgen: 'unspitz' nennt man bei uns im Süden auch 'stumpf' ;) ^^
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