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UM-Reihe auf der Sequoiafarm
Bischi:
--- Zitat von: Tuff am 31-Oktober-2013, 22:15 ---Habe gerade mit einem Pilzsachverständigen (speziell für Forstfragen) telefoniert. Er hat auch die online Fotos gesehen. Er sagt auch Wurzelschwamm. Wir können das übrigens vor Ort leicht klären, der Wurzelschwamm macht aus dem Holz so eine weißliche Holz-Pappe (er löst das braune Lignin auf) mit typischen schwarzen Linien (Demarkationslinien) darin.
--- Ende Zitat ---
Tuff, klasse Idee mit dem Pilzsachverständigen, hab eher auf Tramete getippt....und falsch gelegen.
das mit dem Lignin auflösen zeigen auch folgende Bilder, bei den Rinden der UM fehlt das typische rot-braun
wie folgende Bilder belegen.
Das letzte Bild müsste den umgefallenen UM zeigen
denniz:
Hallo Wolfgang,
Man darf vor Allem nicht vergessen, dass der Grenzwald nach dem Krieg faktisch leer war.
Es war wesentlich heller. Lichtbaumarten wie Birke und eben Metasequoia hätten heute kaum eine Chance.
Leider gilt das auch für Kiefern und Sequoiadendron. Unser mexikanischer Championtree wird auf Dauer nicht
mit der Schattenlage zufrieden sein. Andererseits ist das Mikro-Klima, welches sich in der Farm über Jahrzehnte gebildet hat,
für bestimmte Baumarten wieder zuträglich.
auch keine vegetarischen Katzen habend
Denniz
Tuff:
Jürgen,
Der Pilz zersetzt das Splintholz. Die Farbe der Rinde ist nicht wirklich aussagekräftig. Man muß einen Baum aufsägen.
Trameten sehen manchmal sehr ähnlich aus, und es kann ja auch vorkommen, dass Tramete und Wurzelschwamm gemeinsam auftreten. Ich zitier mal aus der Wikipedia:
Die Reihige Tramete (...) die aber keine Hutkruste besitzt und deren Myzel im Holz eine würfelige Braunfäule erzeugt.
Trameten-Fruchtkörper sind (so wie ich sie in Erinnerung habe) eher dünner und ledrig-zäh, aber die Initialstadien sehen dem Wurzelschwamm durchaus ähnlich. Viele Trameten machen aber eine Braunfäule. Im trockenen Holz ergibt das den typischen Würfelbruch.
Der Wurzelschwamm macht eine Weißfäule, die bei ihm aber aus unerfindlichen Gründen (wahrscheinlich nur um den Laien zu verwirren) Rotfäule genannt wird. Das Splintholz wird aber weiß (ok, ok, bei Fichte kann es auch orange erscheinen) und faserig, nicht würfelig gebrochen.
Bilder zum Vergleich (besonders rechts das zweite).
http://de.wikipedia.org/wiki/Braunf%C3%A4ule
http://de.wikipedia.org/wiki/Wei%C3%9Ff%C3%A4ule
Anscheinend machen einige Trameten auch eine Weißfäule. Diese hier ist aber leicht zu identifizieren
http://de.wikipedia.org/wiki/Schmetterlingstramete
Hallo Chris,
Der Frank hat das völlig richtig erkannt. Die sich manchmal auch kleinräumig unterscheidenden Standortbedingungen sind entscheidender als die Genetik. Auch ein genetisch kerngesunder Baum würde an einem für ihn sehr schlechten Standort kaum eine Chance haben. Wobei genetische Unterschiede natürlich auch auf die allgemeine Gesundheit wirken können.
Es fängt oft damit an, daß zuwenig Harz produziert wird (oder andere Inhaltsstoffe) um bohrende Insekten abzuschrecken. In deren Löcher, die bei schlechter Gesundheit auch nicht so schnell geschlossen werden können, dringen nun die Pilzsporen ein. Das gilt für jede Art von Rindenverletzung: Der gesunde Baum kann sie schneller überwallen.
Für die Harzproduktuion (und vermutlich gilt das gleiche auch für andere pilzabwehrende Inhaltsstoffe ) braucht der Baum besonders viel Wasser. Deswegen werden trockengestresste Fichten so schnell vom Borkenkäfer überwältigt.
Eine Selektion auf Keimlingsebene (wo man noch für homogene Standortbedingungen sorgen kann) funktioniert bei Holzzersetzern nicht.
Mick Rodella:
Hallo Tuff,
klasse Analyse, Respekt! Hört sich stimmig an.
Hallo Chris Benjamin,
Bei Metasequoia muss man gerade bei Keimlingen neu ran. Es muss frisches "Blut" rein, am besten neue Samen aus China. Soweit ich weiß, sind Chris und Dennis dran. Bisher ist zuwenig genetische Vielfalt im Spiel, Saatgut von Klonen reagiert wohl zuwenig individuell für solche Versuche, und Schadpilz bleibt Schadpilz.
Hallo Dennis,
wie wir kürzlich feststellen durften, sind die Kiefern im Grenzwald an der Farm ca. 100 Jahre alt, also drang das Feuer gar nicht bis da hin vor! Und mit Pinus sylvestris wurde meines Wissens nicht aufgeforstet. Vor 60 Jahren waren die Kiefern vielleicht 5m kürzer, die Beschattung von außen war also auch damals schon ein Thema. Selbst auf der Farm wurden Kiefern gerade zur Beschattung stehengelassen. Hauptproblem sind aktuell also eher die Riesenbäume auf der Farm selber. Durch Pilzbefall ist auch schon viel ausgefallen, gibt viel zu reden am Samstag.
Ich fürchte, auf Dauer muss so einiges raus und durchdachter Vielfalt Platz bieten...
Bis denne,
Micha
Waldläufer:
Hallo Bernhard,
denke daß mein Vorschlag sich von außen gelegentlich Rat zu holen so schlecht nicht war.
Zumindest hat der Pilzsachverständige für weitere Klärung gesorgt. Man kann nicht alles bis
ins letzte Detail wissen. Jemand der womöglich täglich mit solchen Schäden zu tun hat und diese auch
aufarbeitet wie ein ausübender Förster kann das besser einschätzen.
Daß im Forum teils völlig überzogene Vorstellung hinsichtlch Genetik und Selektion kursieren ist bekannt.
Aus einem Spatz macht man keine Nachtigall. Auch nicht aus Zehntausend.
VG Bernt
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