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Cheverny - Burgholz

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Waldläufer:
Hallo Chris,
nun gilt mein Blick durchaus auch öfters dem Boden als auch den Wipfeln, aber vorzugsweise schaue ich nach vorn. Daher stelle ich auch ganz gern mal das eine
oder andere auf den Prüfstand was bei dem einen oder anderen schon fester Bestandteil seines Mammutbaumweltbildes ist.
Daß sich Hogrebe oder wer immer schon was bei der Auswahl dieses Bestandes als Saatgutquelle gedacht hat steht außer Zweifel. Vermutlich wurden sogar die von
mir beanstandeten äußeren Umstände des Pflanzortes als Art Selektionskriterium gesehen. Auch ich habe früher in diese Richtung tendiert komme aber langsam von
zu überzogenem Denken in diese Richtung ab. Würden z.B. in Val les Baines neben dem 50m Giganten noch ein paar mehr rumstehen würde ich klar diese als Saatquelle bevorzugen. Über dieses Thema könnte man jedoch wieder Seiten füllen.
Daß ich kein Freund davon bin mit den Redwoods standörtlich zu sehr ins Extreme zu gehen dürfte bekannt sein. Wie Wolfgang kurz und richtig angemerkt hat wird
das Gedeihen von Redwood sowohl von der Kälte als auch von Trockenheit limitiert. Natürlich hat auch ein etwas zerzauster Redwood noch seinen Reiz.

                                                         VG               Bernt

xandru:
Hallo Chris,


--- Zitat ---Sind höher, dicker, breiter eigentlich die richtigen Kriterien für eine artgerechte Baumbeurteilung.
--- Ende Zitat ---

Das ist auf keinen Fall so. Und dennoch halte ich das Thema weiterhin für relativ wichtig.

Erstens ist der „anekdotische“ Zugang für Laien der interessanteste Einstieg, um sie auf ein Thema anzuspitzen. Damit meine ich hier nicht das Geschichtenerzählen im engeren Sinne, sondern das Erzählen gerade derjenigen Fakten, die für einen Laien besonders leicht zu merken sind. Jede Schlossführung beeindruckt die Gäste mit der Liste der Könige und Kaiser, die den Ort bereits besucht haben. Und wenn ein Zeitungsartikel über den höchsten/dicksten/breitesten Mammutbaum des Hintertupfinger Landes berichtet, ist das griffig.

Zweitens bemerke ich bei mir, wie sich der Blick schärft. Es ist leicht, die hohen, dicken und breiten zu jagen. Manchmal ist es aber wohl lehrreicher zu fragen, warum eine Region solche Bäume nicht hat oder wieso in einer eigentlich ungeeigneten Region ein Baum vielleicht doch ein günstiges Mikroklima findet.

Der Blick schärft sich im Laufe der Zeit für andere Eigenschaften. Es gibt besonders rote BMs und besonders schwarze. Mal ist die Rindenstruktur besonders fein und mal besonders grob. Mal sind die Zweige dick und mal dünn, mal fluffig und mal schütter usw. usf. Es gibt eine ganze Reihe von Eigenschaften, die einem erst beim fünfhundertsten oder tausendsten Baum auffallen. Zum Teil gibt es noch gar keine Begriffe dafür.

Schneller, höher, weiter: Das ist einfach eine Art Schule. Noch nicht die ultimative Erkenntnis, aber eine Schule des Schauens.

Relative Grüße,
Wolfgang

sequoiaundco:
Hallo Wolfgang,

danke für die Einführung in die Schule des Schauens. Du hast sehr schön beschrieben, wie gerade Details auch ihre eigene ästhetische Wirkung entfalten können. Ich werde mehr darauf achten, was nicht leicht fällt bei meinen Wahrnehmungsgewohnheiten: Mein erster Blick ist meist ganzheitlich auf den Gesamteindruck gerichtet. Dann geht´s an die Details, die mir als Baumschulist vorrangig zur Pflanzenbestimmung dienen. Dann bestimmt der Forstmensch in mir die Wahrnehmung: Stammform, Astigkeit, Wüchsigkeit, Standort, waldbauliche Geschichte, evtl. Verwertbarkeit. 

Du siehst, z.B. die von dir beschriebene "Fluffigkeit" kam bei mir bisher nicht vor  :-[ - im Lexikon übrigens auch nicht, was zeigt, dass du wohl Recht hast mit deiner Aussage: "Zum Teil gibt es noch gar keine Begriffe dafür".



mit geschärftem Blick   chris (sequoiaundco)

sequoiaundco:
Mal wieder ein nicht eingehaltenes Versprechen:
--- Zitat ---Ich werde mich mal in nächster Zeit bemühen, Genaueres über die Geschichte/Hintergründe/Herkünfte dieser Allee zu erfahren, da es zugleich die Geschichte vieler KMe hier in Deutschland ist.
--- Ende Zitat ---
Dank meiner französischlehrenden Freundin habe ich diverse Mails und Briefe geschickt, auch telefoniert mit Gemeinde- und Schlossverwaltung. Keiner weiß was, keiner kennt Kundige.  Also ein enttäuschendes Ergebnis :'(  (bisher).

Da muss wohl doch mal jemand hin und vor Ort recherchieren: Tolle Gegend, gutes Essen, schönes Schloss, Superbäume und eine beeindruckende Hundemeute !! 8)

mit bedauerndem Gruß, da selber keine Zeit   chris (sequoiaundco)

sequoiaundco:
Eine freudige Nachricht:

Der Marquis Charles Antoine de Vibraye, heutiger Chef vom Schloss Cour Cheverney hat dann endlich doch geantwortet:

Sein Ahne Marquis Paul de Vibraye hätte um 1850 den Schlosspark anlegen lassen, wie damals üblich mit exotischen Bäumen, Mammutbäumen, Zedern und Tannen. In dem Zusammenhang sei damals auch die Allee gepflanzt worden. Weitere Infos über Herkunft u.ä. hat er nicht, schickt aber drei Fotos. 

leicht geadelt chris  (sequoiaundco)

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