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Cheverny - Burgholz
Waldläufer:
Hallo Chris,
du warst vor ca. 25 Jahren vor Ort. Das ist zwar lange her aber vielleicht könntest du mal eine Höhenschätzung der Allee aus der Erinnerung und
dem Photo von Wolfgang das den Zustand 2010 zeigt abgeben. Im Register hat Wolfgang ca. 20m eingetragen. Das wäre für ca. 100 jährige Redwood recht mager.
Ich hätte jetzt um die 30m geschätzt, aber es fehlt einem bei dem Photo einfach ein Maßstab.
Die Bäume ähneln im Habitus etwas Kiefern von weitem. Ich vermute mal, daß sie recht trocken stehen in diesem ebenen Gelände.
Bei nur 650mm Jahresniederschlag und vermutlich höheren Sommertemperaturen als bei uns. Da mag die kühle Meeresluft die hereinweht mit teils wolkigem Wetter
nur bedingt Linderung bringen. Daß die Lage deutlich wintermilder ist als bei uns mag belegen, daß während es hier letzten Winter -15°C gab dort es nur -5°C waren.
Aber immerhin haben sie sich einstämmig entwickelt, wenn auch das Wachstum in letzter Zeit deutlich nachgelassen zu haben scheint.
VG Bernt
xandru:
Hallo Bernt,
--- Zitat ---ähneln im Habitus etwas Kiefern von weitem
--- Ende Zitat ---
Der erste Baum rechts (vom Schloss her gesehen) ist auch eine Kiefer.
Missverständnissen vorbeugende Grüße,
Wolfgang
PS: Lass die Bäume hier (mit Fahrzeugen als Größenvergleich) vielleicht auch 25 Meter haben. Aber ich schätze sowieso eher zu tief.
Waldläufer:
Hallo Wolfgang,
nachdem ich noch ein paar Pfosten in meine Höhenüberlegungen als Vergleich aufgenommen habe tendiere ich auch Richtung 25-27m.
Immerhin sind sie deutlich höher als die gut erkannte Kiefer. Aber ich wollte natürlich darauf hinaus, daß die Redwoods etwas trockenzerzaust aussehen.
Offenbar sind die klimatischen Bedingungen in Frankreich doch nicht so gut wie die wenigen Exemplare im Register belegen. Die relativ heißen trockenen Sommer
sind gar nicht zuträglich. Das könnte uns in vielen Standorten im Zuge der Klimaerwärmung auch blühen. Ich darf mal wieder etwas frevelhaft werden - ob diese Redwoods optisch sicherlich trotzdem beeindruckend das allerbeste Ausgangsmaterial für forstliche Versuche sind sollte einfach jeder für sich entscheiden.
Entscheidend sind natürlich die Standortbedingungen die man zu bieten hat.
VG Bernt
xandru:
Hallo Bernt,
Ich wollte dir auch gar nicht widersprechen. Die Mitte Frankreichs (auch Les Barres) hat wohl durchgehend Niederschläge im Bereich 6xx Millimeter. Trockenschäden sind somit nicht verwunderlich.
Andere große Küstenmammuts finden sich beispielsweise im Südwesten (EU-ID 3071, Pyrénées-Atlantiques, und EU-ID 3571, Landes) sowie im Südosten (EU-ID 3217, Alpes-Maritimes, und EU-ID 3717, Bouches-du-Rhône).
Diese sehen ähnlich zerzaust aus wie die zahlreichen KMs in der Bretagne. Aber immerhin gibt es in Frankreich bedeutend mehr große KMs als in Deutschland. Kälte scheint also bei Sequoia mehr ein K.O.-Kriterium zu sein als Trockenheit.
Vergleichende Grüße,
Wolfgang
PS: Die ästhetische Tauglichkeit eines Individuums für die Zucht lässt sich vielleicht an guten Standorten besser beurteilen als an extrem trockenen (F) oder extrem kalten (D); an letzteren wird hingegen der lokale Nutzen klarer. Es ist wohl eine ähnliche eine Geschmacksfrage wie beim Hund, wo manche Leute lieber Rassen mögen, die dem Wolf noch ähneln, während andere eher auf den Gebrauchswert oder den Bizarrheits-Faktor sehen.
Bei der Zucht von Hunden ist die Spanne der Ergebnisse zwar erstaunlich breit, doch scheint die Spezies schließlich doch bestimmte Grenzen zu definieren. Aus einem Yorkshire einen Hund züchten zu wollen, der die Maus bis ins Loch verfolgt, dürfte nicht von Erfolg gekrönt sein. Eher begrenzt scheint mir auch die Aussicht, Küstenmammutbäume mit Tauglichkeit für die Sahara oder für Sibirien zu züchten.
sequoiaundco:
Hallo Bernt,
vor ca. 30 Jahren im Urlaub, ohne Forum als Meßinstanz im Nacken, war ich noch nicht so drauf wie heute, wo ich mich häufig selbstkritisch frage: Sind höher, dicker, breiter eigentlich die richtigen Kriterien für eine artgerechte Baumbeurteilung.
Habe damals also solche Daten nicht wahrgenommen, geschweige denn abgespeichert. Wahrscheinlich war mein Blick eher bodenwärts gerichtet auf Zapfensuche.
Aber wie gesagt, ich werde vor Ort recherchieren und auch nach solchen Daten fragen.
Ansonste: Jeder Jeck is anders, besonders in Geschmacksfragen. Keine KM-Allee in freiem Feld wird ab einem bestimmten Alter von weitem gesehen einen ästhetischen Höhepunkt bilden. Zerzaust sind sie alle, die alten, auch die Solitäre. Deshalb bin ich ja so froh, dass die Allee überhaupt noch steht. Bei uns hätten wohl die "Unser Dorf soll schöner werden"- und die "Fremdländer raus"-Ideologien längst für Kahlschlag gesorgt. Wer die Allee passiert, wird wahrscheinlich eher durch die rötlichen Stämme beeindruckt und nicht unbedingt nach oben gucken.
chris, der Zausel
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