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Autor Thema: Wieviel braun ist normal?  (Gelesen 511 mal)

maha

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Wieviel braun ist normal?
« am: 04-September-2021, 15:00 »

Hallo,
unser BM wird innen immer brauner. Die vorherigen Jahre ist mir das optisch nie so extrem aufgefallen. Außen hat er noch schöne frische grüne Triebe, kurz dahinter wird er schon braun. Liegt es einfach daran, dass er sich durch sein Wachstum mehr streckt und nicht mehr so kompakt wächst, dass es einfach mehr ins Auge fällt oder hat er ein Problem, wird krank?
Kann/muss ich irgendwas machen?
Ich hänge aktuelle Fotos an.
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Tuff

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Re: Wieviel braun ist normal?
« Antwort #1 am: 04-September-2021, 19:41 »

Hallo Maha!  Bäume der Familie Cupresssaceen werfen regelmässig ganze 'alte' Triebe ab. Darüber hinaus entscheidet der allgemeine Zustand darüber, wie oft oder wieviel das ist. Dürre kann zb. zu vorzeitigem / massivem Abwurf führen. Dieses Jahr haben wir eher gegenteilige Ursachen, mehr Triebe werden abgeworfen weil es im Vergleich zu den Vorjahren an Sonnenlicht mangelt - ein seltener Umstand.

Bei deinem Baum kann ich mir auch vorstellen daß die Ernährung vielleicht nicht ausgewogen ist. Ist das ein der Acker im Hintergund und ist das nicht weiter als ~15 m entfernt ? Wird dort regelmässig Gülle verteilt ? Zuviel Stickstoff ist nicht gut für Mammutbäume. Ferner, können durch das Pflügen auch immer wieder oberflächennahe Wurzeln zerstört werden, je nachdem wie tief der Pflug geht. Die Wurzeln der Mammutbäume wachsen zb. nach Abreissen durch Pflug außerordentlich schnell nach, und sie wachsen gerne in lockeren, gut sauerstoffversortgen oberen Erdschichten; daher leiden sie tendenziell mehr unter Pflügen, als zb. standorttypische einheimische Laubbäume.
« Letzte Änderung: 04-September-2021, 19:47 von Tuff »
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Tom E

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Re: Wieviel braun ist normal?
« Antwort #2 am: 04-September-2021, 20:54 »

Guten Abend,

in erster Linie werden ganze Jahrgänge abgeworfen, beim Mammutbaum meine ich ist es in der Regel der 4. Jahrgang, allerdings gibt es gewiss auch eine Variabilität, welche von genetischen und äußeren Faktoren beeinflusst werden kann. Bei der Waldkiefer heißt es z.B., dass die Nadeln 3-4 Jahre am Baum bleiben, unsere beiden Exemplare im Garten haben den Winter über genau zwei Jahrgänge, von Frühjahr bis Herbst entsprechend kurzfristig drei. Hinsichtlich der Gesundheit eines Baumes macht es daher meiner Meinung nach mehr Sinn die Jahrgänge zu zählen. Reduziert sich diese Anzahl plötzlich, deutet es womöglich auf ungüngstige Bedingungen hin und man kann versuchen zu helfen (nichts was ich machen würde).

Ansonsten, je lichter der Baum mit dem Alter wird, desto mehr fallen natürlich die verbraunten inneren Triebe auf. In diesem Fall gibt es so einige "Lücken" in der Krone, welche das Bild verstärken aber kein Grund zur Sorge sind. Die Masse der abgeworfenen Nadeln wird gar nicht zwingend nach der aktuellen Witterung vorgegeben, mehr rückwirkend. War dieser 4. Jahrgang besonders wüchsig, fällt entsprechend auch mehr abgeworfene Nadelmasse an.

Gruß
Tom
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Gartenwetter: Awekas von den Bäumchen und der Heidi.

maha

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Re: Wieviel braun ist normal?
« Antwort #3 am: 04-September-2021, 23:17 »

Bei deinem Baum kann ich mir auch vorstellen daß die Ernährung vielleicht nicht ausgewogen ist. Ist das ein der Acker im Hintergund und ist das nicht weiter als ~15 m entfernt ? Wird dort regelmässig Gülle verteilt ? Zuviel Stickstoff ist nicht gut für Mammutbäume. Ferner, können durch das Pflügen auch immer wieder oberflächennahe Wurzeln zerstört werden, je nachdem wie tief der Pflug geht. Die Wurzeln der Mammutbäume wachsen zb. nach Abreissen durch Pflug außerordentlich schnell nach, und sie wachsen gerne in lockeren, gut sauerstoffversortgen oberen Erdschichten; daher leiden sie tendenziell mehr unter Pflügen, als zb. standorttypische einheimische Laubbäume.

Hallo Tuff,
dahinter ist eine Pferdewiese, die nicht gegüllt und nicht gepflügt wird, also nur Pferdedung abbekommt und wo das Gras zwischendurch mal gemäht wird.
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Tuff

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Re: Wieviel braun ist normal?
« Antwort #4 am: 04-September-2021, 23:55 »

Das ist gut, sogar sehr gut :D

Dann hat dein BM ja gute Aussichten mal richtig groß zu werden ?

Wenn ihn nicht ein Sturm umbläst - ist aber unwahrscheinlich - oder der Blitz trifft. Das ist leider nicht unwahrscheinlich, aber oft nicht tödlich sondern ergibt sehr knorrige arttypische 'Urgestalten'. Die Bergmammutbäume in Kalifornien haben allesamt schon viel durchgemacht, vielleicht mehr als wir uns vorstellen können.
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Tuff

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Re: Wieviel braun ist normal?
« Antwort #5 am: 05-September-2021, 00:04 »

Die Masse der abgeworfenen Nadeln wird gar nicht zwingend nach der aktuellen Witterung vorgegeben, mehr rückwirkend.

Ja das stimmt. So ein nasses 'dunkles' Jahr ist für meine BM aber neu, und das könnte ja ggf. auch schneller wirken.  Ich vermute jedenfalls einen Zusammenhang meiner vielen (aber vereinzelten) gelben Trieben, die dem Bild von Maha ähnlich sehen, mit 'Lichtmangel'. Allerdings sind bei mir, neben den alten Jahrgängen, gerade auch die neuesten Jahrgänge betroffen. Also mindestens bei denen wäre dann Pilzbefall möglich.

Das Vorjahr war bei uns witterungsmässig kaum auffällig. Dieses Jahr im Februar gabs dann den auffällig tiefen Frost - aber Frostschäden sehen doch anders aus und diese Schäden waren sehr viel früher schon 'vorbei'.  Die Vergilbungen / Verbraunungen, auch inndendrin, sind mir jedenfalls jetzt über die letzten paar Wochen erst aufgefallen.
« Letzte Änderung: 05-September-2021, 00:07 von Tuff »
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maha

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Re: Wieviel braun ist normal?
« Antwort #6 am: 05-September-2021, 00:13 »

Das hoffe ich, dass er groß und alt werden darf. Ich würde es mir wünschen. Und von uns aus spricht nichts dagegen, solange wir über ihn wachen können.

Sind Mammutbäume für Pilzkrankheiten empfänglich? Wir hatten aufgrund des recht feuchten Jahres bei der Süßkirsche Schrotschusskrankheit. Macht dieser Pilz auch Mammutbäumen zu schaffen?
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Tuff

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Re: Wieviel braun ist normal?
« Antwort #7 am: 05-September-2021, 00:29 »

Maha, _besonders_ pilzgefährdet sind Mammutbäume nicht. Aber gefeit gegen Pilze auch nicht - aber das ist eigentlich _keine_ Baumart. Zumal in dieser Zeit immer wieder neuartige Pilze eingeschleppt werden von anderen Kontinenten !

Die bei Mammutbäumen bekannten Nadelpilze sind eher harmlose 'Schwächeparasiten' und die meisten der bekannten Holzpilze befallen Mammutbäume doch sehr selten, jedenfalls bei uns. Wirklich gefährlich ist unter denen eigentlich nur der Hallimasch (in der Unterart-Variante 'schwarzer Hallimasch') welcher meistens gleich mehreren benachbarten Bäumen den Garaus macht. In der offenen Wiesen-Situation bei Dir wäre dieser Waldpilz aber ungewöhnlich.

Wir haben hier im Forum eine Unterabteilung 'Expertenbeiträge' und da kannst Du gerne mal schmökern, wenn Du die Zeit hast.

http://mbreg.de/forum/index.php/topic,789.100.html
http://mbreg.de/forum/index.php/topic,1262.msg9327.html#msg9327
http://mbreg.de/forum/index.php/topic,1789.0.html
http://mbreg.de/forum/index.php/topic,3496.0.html
http://mbreg.de/forum/index.php/topic,10276.0.html
http://mbreg.de/forum/index.php/topic,1833.0.html

Beachte daß es manchmal um den 'BM' geht, den Bergmammutbaum (deiner), und manchmal um den 'KM' den Küstenmammutbaum. Die Arten unterscheiden sich erheblich und man kann sie nicht in einen Topf werfen.

Wobei man dann auch einen echt großen Topf bräuchte  ;D
« Letzte Änderung: 05-September-2021, 00:33 von Tuff »
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maha

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Re: Wieviel braun ist normal?
« Antwort #8 am: 05-September-2021, 01:07 »

Danke für die interessanten Links. 
Hallimasch habe ich bei uns im Garten noch nicht gesehen, denke den kann ich ausschließen.
Ich werde die Entwicklung weiter beobachten.
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Bakersfield

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Re: Wieviel braun ist normal?
« Antwort #9 am: 09-September-2021, 18:04 »

Hallo Maha,

ich kann Tom da nur zustimmen. Das sieht mir nach ganz dem normalem Abwurf des ältesten Nadeljahrgangs aus. Man kann das auch ganz simpel "Herbst" nennen. Zudem: je älter der Baum wird, desto länger werden auch seine Äste...und im Inneren des Baumes wird es immer dunkler. Auch deshalb können innere (lichthungrige)  BM-Nadeln nicht ewig weiter arbeiten und grün bleiben.

Mit der Zeit findet dann auch eine Auslese ganzer Äste statt. Äste, die von benachbarten, "schnelleren" Ästen überwachsen werden, geraten ins dunklere Innere des Baumes und sterben komplett ab, da der Baum sie ja auch nicht mehr braucht. Das findet bei unserem etwa 10jährigen Baum gerade erstmals sehr deutlich und plakativ statt. Es verstärkt diesen herbstlichen, optischen Effekt, ist aber kein Grund zur Sorge.

Das feuchte und eher dunkle Jahr führt zwar zu keinen Wachstumsrekorden, aber es hat - zumindest bei uns - zum Glück auch nicht zu Pilzbefall geführt. Das hängt aber natürlich auch immer von standortspezifischen Umständen ab.

Viele Grüße aus dem Westmünsterland,
Frank


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"And it smells like rain, Maybe even thunder, Won't you keep us from all harm, Wonderful redwood tree"
"Redwood Tree" - Van Morrison (Album "Saint Dominic's Preview" 1972)
 

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