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UM-Reihe auf der Sequoiafarm
xandru:
Hallo Tuff,
Danke für die Links. Wie schon einer der Leserbriefschreiber anmerkt: Es gibt keine hundertprozentige Sicherheit, will man nicht alle Bäume auf der Welt in 1 Meter Höhe kappen. Genau für dieses Restrisiko gibt es Versicherungen.
In einem der Zeitungsberichte stürzt ein Baum um, der erst drei Wochen zuvor von einem Experten untersucht worden war. Das ist dann die eine Seite: Auch Experten sind nicht allwissend; und das lädt natürlich zu verhohlener Häme ein, zu billigem expert bashing.
Hier aber ist dem Betreiber eines Parks seit drei Wochen die starke Schädigung von mehreren Bäumen bekannt. Ein bewusstes Ignorieren von Tatsachen könnte ihm im Falle eines Falles als grobe Fahrlässigkeit ausgelegt werden. Damit ließe man nicht mehr der „Natur“ ihren Lauf, sondern bliebe iq-mäßig weit unter seinen Möglichkeiten. Eine derartige Öko-Romantik öffnet Haftungsklagen Tor und Tür.
Unromantische Grüße,
Wolfgang
Tuff:
Wolfgang,
Als Gutachter kann man nicht nur nach dem oberflächlichen Erscheinungsbild gehen. Man muß auch auf Pilzbefall prüfen und das erfordert - wenigstens exemplarisch an ein oder zwei Stellen - den Wurzelansatz oberflächlich freiszulegen (AKA ein bißchen buddeln), und die Leute vor Ort zu befragen (wenn man schon nicht im Herbst kommt), und auch die größere Region im Blick zu haben (Pilzbefall bis in 100m Entfernung). Hallimasch-Rhizomorphen, oder die Initialstadien von HBA, lassen sich im Boden um den Wurzelansatz ganz gut erkennen, und fortgeschrittene Wurzelzersetzung äußert sich in vielen subtilen Sympotmen. Ein Sachverständiger kann so etwas finden, wenigstens sollte er ernsthaft suchen. Wenn das aus Zeitgründen nicht geht, kann man das Gutachten doch eigentlich in der Pfeife rauchen.
Ich warne vor Expertengläubigkeit. Da gibt es immer auch welche die einen fachlichen Rang haben, aber dennoch auf einem Gebiet zu wenig wissen und genau deswegen nicht gründlich genug sind. Das zuzugeben fällt dann schwer. Insbesondere wenn man dafür bezahlt wird daß man alles weiß. Andererseits gibt es Menschen mit Erfahrung und gesundem Menschenverstand, aber ohne passendes Berufsbild. Deren Meinung wird dann manchmal leichthin abgetan. Man muss aber immer genau hinschauen mit wem man es zu tun hat.
Im Übrigen ist das was hier gerade geschieht schon das Beste was man machen kann, auch wenn es anstrengend und langsam ist: Viele Meinungen und Aspekte und Argumente anhören (und natürlich auch von wie-auch-immer-Experten) und am Ende, nach Abwägung aller Risiken (auch dem Risiko sich zu irren) eine Entscheidung nach bestem Gewissen treffen.
Nach so viel Vorarbeit kann jedenfalls nicht mehr der Vorwurf gemacht werden, man hätte sich nicht genügend informiert und zu schnell entschieden. Wenn dann irgendwann festgestellt wird, es wäre doch anders besser gewesen, wird jeder zugeben müssen daß man mit den damaligen Möglichkeiten aber sein Bestes versucht hat.
Tuff:
Das eigentlich Interessante an dem Fall ist aber, daß dieser Baum 'einfach so' umfiel, an einem normal windigen oder sogar windstillen Tag. Lasst uns lieber bei dieser Diskussion bleiben.
Wenn Wurzeln morsch werden, können sie durch einen Sturm, oder auch durch winterliche Zyklen aus Einfrieren/Auftauen, so geschädigt werden daß der Baum irgendwann ohne Vorwarnung umfallen kann, etwa einfach weil er durch Laubaustrieb im Frühjahr an Masse gewinnt.
Die Wahrscheinlichkeit ist gering. Aber 1 Fall in 100 Jahren bedeutet, daß es dieses Jahr schon passieren kann und dann 99 Jahre nichts mehr. Wer mag diese Verantwortung tragen ?
Es gibt eine Leinensicherung die lediglich die Fallrichtung eines Baumes vorgibt. Das Seil selber kann noch unauffällig sein, aber die Manschette am Baum ist es nicht. Irgendwie ist es aber ganz schön peinlich, Besuchern zu erklären daß sie hier einer potentiellen Gefahr ausgesetzt werden. Obwohl die Leine genau das ja verhindern soll, aber das will eigentlich keiner hören - hören möchte man, daß es für Leinen gar keinen Anlaß gibt.
Das ist für mich das wirkliche Problem bei der Leinensicherung.
Bischi:
Bin wahrscheinlich am We auf der Farm
Um aus den Vermutungen und Spekulationen mehr Sicherheit zu gewinnen, (beim Schreiben bekommt man diese nun mal nicht) würde ich dann gern mal an einem befallenem Baum die Wurzeln vorsichtig freilegen (spülen) um diese auf ihre Ausbreitung und Vermorschung zu prüfen.
Mit einem Seil und Flaschenzug (bring ich mit) kann man einen Zugtest machen um wenigstens annähernd die Standsicherheit zu testen. Dokumentation und Bilder folgen.
Mal vorsichtig um Hilfe anfragende Grüße vom Jürgen
JNieder:
--- Zitat von: Tuff am 13-November-2013, 00:26 ---........., daß dieser Baum 'einfach so' umfiel, an einem normal windigen oder sogar windstillen Tag.
--- Ende Zitat ---
Tuff-Micha, es war am 28.10.2013 kein Wind oder windstill,
sondern ein heftiger Sturm (Orkantief Christian),
der auch die Birke umgeworfen hat.
Ergänzender Gruß
Jochen
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