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Costa, Lenin und Mao

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Tom E:
Abend Micha,
ich würde jetzt auch nicht von großem Schutz vor Ostwinden sprechen, die kommen in der Regel relativ gut durch. Das Martin-Bäumchen steht dazu noch windgeschützter, aber ich habe ja schon geschrieben, dass die Bäumchen scheinbar recht gut mit Frostwinden zurecht kommen.
Das größte Problem ist meiner Ansicht nach der Punkt 3, tiefgefrorener Boden + viel Sonne. Solange die Küstenmammutbäume irgendwie an Wasser kommen ist ihnen alles egal, außer Spätfrost. Warum sieht der Martin-KM so schlecht aus? Weil er den ehemaligen Costastandort hat, nur ist das Bäumchen noch deutlich kleiner und die Auswirkungen sind weniger extrem. Im Prinzip entwickelt es sich trotzdem in diese Richtung, eigentlich kann ich ihn schon wieder ausgraben, da für mich feststeht, auch ein Martin ist kein "besserer" KM in dieser Hinsicht. Ich wollte nur wissen, können andere KM was mein Costachen nicht kann? Die Antwort für mich lautet nein, wobei ich natürlich noch andere Herkünfte suchen und ausprobieren könnte, aber das will ich eigentlich nicht.

Ich habe die Datenreihe mal um die Feuchte erweitert und die Windgeschwindigkeit direkt eingeblendet. Die Richtung habe ich mir der Übersichtlichkeit halber gespart, sie schwankt durchwegs zwischen O-NO. Bei der Schneehöhe kann man sich an Wasserburg orientieren, wohin die Sonne kam, lag kein Schnee, sonst hätte es vielleicht für etwas tiefere Temperaturen gereicht.

Alles zusammen, die Bedingungen waren "schrecklich", aber dem Küsti war es egal. Sie können auf jeden Fall mehr als man ihnen zutraut. Es muss schon richtig extrem werden, damit sie große Probleme bekommen und selbst da bin ich mir nicht sicher. Wie wäre der Januar 2017 geworden, hätte das Bäumchen schon immer dort gestanden ohne diese stressige Zeit zuvor? Ab welcher Temperatur spielt diese wirklich direkt eine Rolle?
Was jetzt interessant wäre, wie schlimm war es bei dir, dass es sofort zu Schäden geführt hat? Welche Variable stellte das Problem dar, war der Wind dann doch zu stark oder besonders intensive Strahlung? (UV messe ich leider nicht) Vielleicht war es nur noch etwas frostiger, oder der Abkömmling stellt nicht das Optimum seiner Art dar, was theoretisch auch möglich sein könnte.

GrußTom

Tuff:
Was jetzt interessant wäre, wie schlimm war es bei dir, dass es sofort zu Schäden geführt hat?

Ich war jetzt zuhause in meinen Groves und habe die Bäume nochmal genau untersucht. Die gravierendsten Schäden sind eigentlich auf den nordwestlichen Seiten, das hat micht ganz schön verwirrt. Aus dieser Richtung haben wir fast nie Frostwind. Anfang Februar habe ich noch nichts gesehen, aber am Mitte März waren die Schäden deutlich sichtbar. (Ich konnte in dieser Zeit nicht öfter heim wg. Prüfungen.)
Da gabe es Anfang Februar für zwei Wochen einen massiven Kälteeinbruch, wir hatten steife Winde um die 20-30 km/h bei bis zu -15°C  - im komplett windgeschützen Eingang des Hauses; draußen also sicher deutlich tiefer, vor allem frühmorgens, denn meine Mutter liest für mich vormittags auch erst gegen 10 Uhr ab. Ich würde beim Windchill mal auf -20° schätzen.

Ich habe mich gefragt ob in dieser Zeit mal Nordwind herrschte. Bei Kachelmann kann man lokale Werte in den verschiedensten Karten-Overlays abfragen. Tatsächlich gabs in diesem Zeitraum mehrmals stundenlangen Nordwestwind, bei insgesamt eher ständig drehenden Windrichtungen.

Seit vielen Jahren sschütze ich meine kleinen BM, und jetzt auch den KM, im Winter immer nur gegen Süden und Osten. Ich tippe mal darauf daß es sie diesmal von Nordwesten her gründlich erwischt hat. Daß es schlimm war sieht man daran, daß sogar die inzwischen 8m hohen BM teilweise deutliche Schäden aufweisen (und viele andere Baumarten auch). Im Vergleich zur Härte dieser Witterungen hat der KM das wirklich noch relativ gut überstanden, und ist jetzt gerade dabei wie jedes Jahr frisch grün auszutreiben. Die braunen Zweige und Nadeln sind aber 100% hinüber, da war nix mehr zu reparieren- Die Spitze war komplett im Vlies, sonst hätte der ZT sicher keine Chance gehabt.
 
Übrigens waren 2 BM, obwohl völlig ungeschützt, (mal wieder) gänzlich unberührt vom Winter:
Der Glaucum, auch schon rund 6m hoch, und der rund 2m große aber sehr junge Sherman-Sämling von Norbert, der mich immer wieder beeindruckt.


Das größte Problem ist meiner Ansicht nach der Punkt 3, tiefgefrorener Boden + viel Sonne.

Klar, das ist auch allgemein akzeptiert würde ich sagen.


Solange die Küstenmammutbäume irgendwie an Wasser kommen ist ihnen alles egal, außer Spätfrost.

Ich meine jedoch, mein Beispiel zeigt die klimatische Grenze für einen KM auf. Solche Witterungen sind bei uns nicht selten (bis auf die Windrichtung) und ohne geschütze Lage, also zB. mitten auf einer windigen Wiese, würde ein KM bei uns ein relativ niedriges Gestrüpp mit megadickem Stamm bleiben, weil seine Triebspitzen immer wieder erfrieren.
Sogar meine 20jährige Mega-Esskastanie welche draußen auf dem Land genauso mitten in der Wiese steht (und die schneller in die Dicke wächst als jeder BM) hat sich bisher nur mühsam auf eine Höhe von ca. 10m hochgekämpft. Meine windgeschützt gesäten gleichalten Bergahörner im Eichengrove sind jetzt 20m hoch.
Und nur 50m weiter schon im Wind, stehen en Dutzend 10jährige Walnußbäume auf 13 oder sgar 14 Uhr.
Ich glaube schon, der Wind ist ein Problem bei uns im Hochtal. Und wenn dann im Feburar endlich wieder die Sonne scheint, dann als erstes brennend stark. (Liegt das am Ozon ?)
Am besten geht es bei uns, im Winter, Anpflanzungen unter Schirm, was ich für den KM auch generell empfehlen würde.


Oder der Abkömmling stellt nicht das Optimum seiner Art dar

Wie gesagt war es der deutlich Schwächste der von mir Ausgegrabenen und 1 Jahr lang aufgepeppelten KM-Sämlinge. Deswegen habe ich ihn meinem Bekanten ja auch nicht mitgegeben. Und natürlich kann bei einer NV eines Einzelbaumes im Botanischen Garten auch zufällig die Inzuchtdepression hineinspielen.
Aber vom Gesamteindruck her sieht er normal aus, und ist vital.


Warum sieht der Martin-KM so schlecht aus? Weil er den ehemaligen Costastandort hat

Wie siehst denn da mit den Windrichtungen im Feburar aus ... ? Zwischen Bebauungen gibts ja manchmal sogar eine Düsenwirkung.

Eigentlich kann ich ihn schon wieder ausgraben

Stimme zu. Du Armer :D schon wieder diese Schufterei ...

Tuff:
Bild vom 3. Mai

Tom E:
Schönen Sonntag,

KM sind wohl allgemein keine Bäume für exponierte Lagen, lieber stehen sie geschützt und mit den Füßen immer Feuchten, wo sie dann ihre optimalen und einfach nur beeindruckenden Wuchsleistungen zeigen können. Aber mal sehen wo unsere Experimente enden. Die Realisten würden sagen, es kommt der Zeitpunkt, an dem ihre Grenzen deutlich überschritten werden. Spätestens dann wissen wir, was sie absolut nicht können. Leichte Schäden finde ich für unsere Lagen in Ordnung, bin bisher aber eher positiv von meinem Pflänzchen überrascht und recht zuversichtlich was die Zukunft angeht.

Der Martin-Steckling steht eigentlich im geschützteren Teil des Gartens und wurde von den Ostwinden gewiss nicht stärker erwischt als Costa, dem man durch den gefrorenen Schrägstand diesen Umstand ja schon angesehen hat.  ;)
Ich habe hier auch die deutlich geschädigte Nr. 1 und direkt daneben die ungeschädigte Heidi. Vielleicht wird zumindest aus der Heidi in diesem Jahr mal wieder ein normaler BM, nachdem dem erbärmlichen letzten Jahr.

Im Endeffekt hat der späte leichte Winter keine Probleme verursacht und alles wächst irgendwie vor sich hin.  ::)
Costa hat sich inzwischen für eine Spitze entschieden. Der Trieb steht zwar noch nicht gerade nach oben, aber das kommt gewiss noch die nächste Zeit. Leider finde ich meine Messlatte aktuell nicht, aber der Trieb misst wohl noch nicht ganz 15cm. Für Costa ein extrem guter Wert für diese Zeit. Im Vergleich, im besten Jahr (2014), hatte er am 1. Juli erst 6,5cm geschaft, der absolute Junirekord stammt aus 2013 mit 12cm. Jetzt hat er noch 20 Tage, in denen im Extremfall auch gern noch einige Dezimeter wachsen können. Einen 50er im Juni würde ich nicht ausschließen, sollten dann noch weitere 50er/60er im Juli/August folgen wäre der Traum vom 2m Jahr schon sehr nahe. Er müsste nur an 2014 anknüpfen.  8) :-[
 
Gruß
Tom

Tuff:
Tom, ich bin sicher, wenn Du den KM-Zentraltrieb im Winter schützen würdest, kämst Du auch auf deine 50+ cm Trieblänge / Jahr. Ich habe ja jüngst das 'Bambus-Verfahren' gefunden, welches sich bis zu mindestens 3m Höhe anwenden lässt. Ich stelle mir vor, daß ein KM, je größer er wird, desto mehr Energiereserven in seiner gesamten Masse ansammelt aus denen er dann die Frühjahrsreparaturen 'bezahlen' kann. D.h. wenn ich ihm über die ersten Jahre helfe, kommt er danach immer besser von selbst zurecht.

(Also auch wenn der ZT immer wieder mal erfrieren würde - ein Phänomen welches ich seit jahren bei einem BM in meinem Microgrove beobachte. Hier bildet sich regelmässig und extrem schnell ein Erstztrieb, der 7m-Baum wächst aber deutlich langsamer als die anderen in die Höhe und entwickelt sich zu einem sehr dicken 'Pummel' - mir auch recht.)

Aber das ist anscheinend eine Frage der 'Philosophie' - Du möchtest anscheinend keine Hilfestellungen leisten und akzeptierst dafür Verzögerungen bis deine Bäume vollständig Fuß gefasst haben und dann dem Standort entsprechend loslegen (was m.E auch bei Deinen irgendwann eintreten wird; außer vielleicht bei Mao der ein Spezialfall sein könnte.)

Mein KM hatte bei meiner letzten Kontrolle vor einer Woche circa 20cm ZT, aber es war von Februar bis Ende Mai zu trocken bei uns, es hätten sonst sehr viel mehr sein können.

Die Trockenheit verzögert auch, aber ich tröste mich damit daß sie ein weit streichendes Wurzelwerk anregt, was auch nicht verkehrt ist.


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