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Costa, Lenin und Mao

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Tom E:
Hallo Micha,

zwei "Äste" sind abgestorben, bzw. vertrocknet. Hier gehe ich aber nicht von Winterschäden aus, sondern von einer natürlichen Abstoßung, da an diesen Zweigen nur noch wenige Restnadeln nach den letzten Jahren waren, praktisch kein großer Verlust und scheinbar nicht wert erhalten zu werden. Ansonsten wurde nichts geschützt, über die Gründe warum diese beiden Knospen vertrocknet sind kann man natürlich spekulieren, oder auch nicht, denn auf die Lösung wird man sowieso nicht kommen. Bei der größeren Fichte ist die obere Knospe ebenfalls defekt, hier vermute ich aber Insektenbefall, welchen ich beim KM einfach mal ausschließen würde.

Ja, könnte man meinen. Nur war Nr. 1 nach dem ersten Winter im Topf das am wenigsten verfärbe Bäumchen unter den Fünf. Damals standen sie alle nebeneinander mit den Töpfen eingegraben im Garten. Ich gehe nicht davon aus, dass sich an der Genetik groß etwas getan hat, dafür scheinen mir BM viel zu unflexibel und starr. Ich weiß allerdings gewiss, dass der Standort von Nr. 4 deutlich weniger Temperaturextreme mit sich bringt als der von Nr. 1, Heidi oder auch Mao. Über die Temperaturen im Garten habe ich anderswo schon geschrieben, aber man kann es sich so vorstellen. Im östlichen Teil (Nr. 1) hat es z.B. am späten Winterabend -9°C, weiter westlich hinter der Baumreihe bei Lenin sind es dann noch etwa -7°C, während es höher und noch weiter westlich auf der anderen Hausseite nur noch -3°C sind. Der Temperaturabfall ist so deutlich, dass man dafür gar kein Thermometer bräuchte, einfach einmal am Abend während der Abkühlung diese 80m von West nach Ost durchschreiten und man fühlt die Temperaturunterschiede mehr als deutlich. Optional während der beginnenden Bodenfrostphase gehen, bei Lenin noch ungefroren, bei Mao tiefgefroren.

Mao werde ich einfach nur machen lassen, ohne Beschnitt etc.. Ist für mich am interessantesten, was nach einigen Jahren dabei herauskommt. Die Frage ist nur, wie alt wird er werden, wenn ihm alle anderen Pflanzen über den Kopf wachsen und er als Gebüsch dahindümpelt?  ::)

Gruß
Tom

Tuff:
Diese 'mikroklimatischen' Unterschiede sind echt interessant. Müsste bei uns auch mal sowas messen (in allen Projektflächen). Gibt es eine Art Superbillig-Thermometer die man im Dutzend kaufen kann ... ?
Wenss nur um 'Frost ja/nein' geht könnte man Wasserbecher aufstellen.
Oder eine billige Flüssigkeit die sich je nach Temperatur verfärbt ?

Bei ganz jungen Pflanzen (Sämlinge bis Jahr 2) könnten noch sehr stark Zufälle hineinspielen, wenns um Winterhärte geht. Etwa Wurzelverdrehungen, Wurzelschädlinge, oder Topf zufällig mal zu sehr ausgetrocknet ...  Bei circa 5 Jahre alten Pflanzen kommt man dann in den Bereich wo es kein Zufall mehr ist -- dann ist es entweder Standort, oder Genetik.

Andreas Roth:
Ich weiß nicht, wie billig es sein muss, aber Thermometer kriegt man bei den üblichen Online-Versendern ab 2 EUR pro Stück. ;)

Tom E:
Schönen Abend,

einfache Thermometer kosten wirklich nicht die Welt. Micha, du müsstest nur mal Zeit zum Basteln finden, dann hätte man sicher bald viele Daten von deinen Flächen. Schön wäre halt eine Aufzeichnung, für evtl. schöne Auswertungen.

Nr. 1 habe ich damals direkt nach Erhalt, bzw. nach dem ersten Winter, eingepflanzt. Nr. 4 wurde in einen größeren Topf gesteckt und erst später ausgepflanzt, dann allerdings mit verlegten Wurzeln. Im Endeffekt ist es natürlich gut möglich, dass dadurch schneller ein brauchbares Wurzelwerk entsteht, die stammnahen Aufzuchtsprobleme haben sie allerdings beide. Nr. 1 wurde glaube ich mal angefressen, im späteren Jahresverlauf nach Pflanzung stand das kleine Ding plötzlich schief, deshalb auch der Säbelwuchs im unteren Teil. Die genauen Auswirkungen auf das aktuell vorhandene Wurzelsystem sind mir natürlich nicht bekannt und ich werde sie auch nicht nur deshalb ausgraben.  ;D


Im Anhang noch ein paar KM-Triebe vom letzten Sonntag. Für mich kommt kein anderer KM aktuell an das Costachen heran. Farblich einfach schön, auch der Winter kann der Färbung wenig anhaben. Dadurch machen sich die leuchtenden frischen Triebe besonders gut.
Dazu die kälteste Woche des Winters, relativ kalt, recht windig und dazu noch genug Sonne. Rot die Lufttemperatur in 2m Höhe, orange die gefühlte Temperatur (Lufttemp, Feuchte und Wind, berechnet) und gelb eben die Strahlung. Costa und das geschützte Kronbergerchen haben gegähnt vor Langeweile, das absichtlich blöd platzierte Martinchen hat etwas gelitten.

Gruß
Tom

Tuff:
Tom,

Mein KM steht auch nicht günstig (exponiert zu frostigen Ostwinden) und hat dieses Jahr zum ersten mal deutliche Winterschäden - wie schon gesagt, immer nur die ungeschützten Triebe, die sind teilweise abgestorben. Er sieht nicht ganz so schlimm aus wie Dein Martin, aber jedenfalls schlimmer als jemals zuvor.

Mein KM ist ein Abkömmling vom Bonner Hauptbaum im Botanischen Garten, Naturverjüngung, ausgegraben. Primäre Herkunft unbekannt. Es war der Schwächste von ein dutzend Sämlingen, die ich ins Siebengebirge verschenkt habe (an einen sehr viel besseren Ort, im Wald). Ich habe ihn wirklich nur zum Beobachten gepflanzt, als Versuchskaninchen, sonst hätte ich einen ganz anderen Standort gewählt.

Dieses Jahr war aber hier bei uns ganz offensichtlich besonders schwierig, denn fast alle Immergrünen hier im Dorf haben ungewöhnliche Schäden: Meine BM (auch die Großen - das gabs noch nie), viele Eiben, Rhododendron, Kirschlorbeer, sogar Ilex. Am besten klar kam anscheinend die Thuja, die sich wie immer lediglich verfärbt hat. Der inzwischen 6m hohe 'glaucum' BM ist völlig unverfärbt, und schadfrei.
Die hier allgegenwärtigen Fichten sehen ebenfalls normal aus.

Auch viele Laubbäume sind geschädigt, viele begannen in der warmen Phase im Februar früh auszutreiben, dann kam Frost, dann brennende Sonne ...

Inzwischen denke ich, dass es nicht auf die Temperaturen allein ankommt, sondern auf bestimmte ungünstige Kombinationen:

- Tagelanger Frost mit Wind (Windchill)
- Plötzlicher Frost nach warmer nasser Periode
- Starke Sonnenstrahlung bei Frost ohne Schnee (Frosttrocknis)
- Intensive Sonne bei trockener Luft, wenn die Knopsen schon beginnen auszutreiben (Verbrennen)

Man müsste also in einer Grafik diese Faktoren überlagern: Temperatur, Sonnenstrahlung, Windgeschwindigkeit, Luftfeuchte, Schneedecke.

Und die ungünstigen Kombinationen evtl. per Software (die es noch nicht gibt?) automatisch markieren lassen :D


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