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Rudersberg, Renzenbühl
Waldläufer:
Hallo Wolfgang,
kann leider deine Begeisterung für diesen Bestand nicht ganz teilen.
Es stehen da zwar Gm rum, teils in Reih und Glied - aber irgend ein Waldgefühl das einen an den
Heimatstandort erinnert kommt bei mir nicht auf. Ganz zu schweigen, daß dies ein Waldvariante wäre
die man unter hiesigen forstlichen Aspekten als gelungen bezeichnen könnte.
Das sieht alles zu steril aus.
Viele Grüße Bernt
xandru:
Hallo Bernt,
--- Zitat ---irgend ein Waldgefühl das einen an den Heimatstandort erinnert kommt bei mir nicht auf
--- Ende Zitat ---
Auf zwei Bildern sind aber Schneereste zu sehen! Und jetzt stell dir vor, es wäre Mai. Stell dir vor, du wärst anderthalbtausend Meter höher und das Keuper-Plateau des Schwäbischen Waldes wäre eine Talsohle im Granit der Rockies. Und jetzt denk dich noch zweitausend Jahre später. Na also, geht doch… ;)
Spaß beiseite: Ich kann diese Anpflanzung nur mit den paar anderen vergleichen, die ich schon gesehen habe. Und da ist es mit Abstand (bzw.: dank Abstand) die lichteste; in allen anderen herrscht ein finsterer Dichtstand mit verdorrten Ästen und nur etwas Grün in den Spitzen.
Ich vermute, es war ein forstlicher Versuch, nicht anders als Welzheim und Lorch einstens auch. Auch die stehen in Reihen. Das ist etwas ganz anderes als die Bepflanzung eines Parks, die von Anfang an auf die Gesamt-Optik abzielt; also die künstlich angelegte bessere Natur im Stile eines englischen Gartens. Freilich sind die exponierten Höhenlagen der alten Welzheimer und Lorcher Bäume aus heutiger Sicht wohl nicht der Weisheit letzter Schluss. Denn früher oder später schlägt dort der Blitz ein und zerfetzt die Veteranen einen nach dem anderen.
Ich weiß nicht, ob du Nutzwald willst oder eine Kopie der Sierra. Ich stelle mir einfach ganz bescheiden mal vor, wie diese Kuppe in hundert Jahren aussehen könnte. Diese Frage stellst du dir sicher auch beim Ensinger Wald: Wann werden die ersten Redwoods von der Bundesstraße aus zu sehen sein? Das wird ein Hingucker; nicht mehr und nicht weniger.
Hinguckende Grüße,
Wolfgang
Waldläufer:
Hallo Wolfgang,
nicht daß ich deine Argumente nicht gelten lassen würde.
Aber eigentlich sollte es ja das Ziel sein den Gm so in eine forstliche Anpflanzung zu integrieren, daß es wie selbstverständlich,
sprich fast wie einheimisch rüberkommt. Dieses Ziel ist hier wie auch meist woanders verfehlt.
Der Gm steht hier als Fremdkörper rum der sich zwar aufgrund genügenden Platzes entwickeln kann aber selbst dem Laien signalisiert
ich bin hier fremd. Also 5- mit Rücksicht auf die Eltern.
Daß eine ansprechende Integration des Gm eine äußerst schwierige Angelegenheit ist wird ja im Thread Begleitbaumarten des Gm
deutlich.
VG Bernt
xandru:
Hallo Bernt,
--- Zitat ---eigentlich sollte es ja das Ziel sein
--- Ende Zitat ---
Vielleicht ist das die Quelle der Missverständnisse. Ein forstlicher Versuch ist nur eine Vorübung; dort stehen auch andere Bäume in Reihen.
Die ID 268 bei Spiegelberg ist zwar ebenfalls vermischt, steht aber so eng, dass die einzelnen BMs bereits heute nicht mehr genug Licht haben.
Ich denke, ein optisch ansprechendes Gesamtkunstwerk ist hier nicht versucht worden. Das ist wahrscheinlich viel besser gelungen bei der ID 115 in Welzheim. Dort stehen anderthalb Dutzend BMs von 1958 locker im Wald verteilt, direkt südlich angrenzend an den Bereich mit den alten Bäumen. Das erste Bild zeigt den Rest des jüngst gefällten Baums mit Blick nach Norden zur Wilhelma-Reihe; das zweite Bild zeigt den gleichen Stumpf mit Blick nach Südosten. Die Bäume von 1958 beginnen rechts, gleich hinter dem liegenden Stammstück.
Wobei ich ja nicht sagen wollte, dass ich die Anpflanzung in Rudersberg irgendwie schön finde. Landschaftlich sind die Reihen extrem dröge. Aber es ist eine Fingerübung – und heutige Förster, die ein Waldstück ansprechend gestalten sollen, können aus den Erfahrungen lernen.
Das setzt freilich voraus, dass der Mammutbaum nicht generell als undeutsche, entartete Pflanze verteufelt wird – und auch nicht als klimarettendes Mega-Großgrün auf den Sockel der Heiligkeit gehoben wird. Die Lernbereitschaft geht einher mit einer maßvollen Einstellung.
Didaktische Grüße,
Wolfgang
TaunusBonsai:
Moin Bernt,
--- Zitat ---Aber eigentlich sollte es ja das Ziel sein den Gm so in eine forstliche Anpflanzung zu integrieren, daß es wie selbstverständlich,
sprich fast wie einheimisch rüberkommt.
--- Ende Zitat ---
für mein Gefühl schließt du (wieder mal) zuviel von dir auf andere. Dadurch bringst du Leute in Verteidigungsnöte, in die sie eigentlich gar nicht wollen, so wie jetzt den Wolfgang. Er hat diese Ziele nicht definiert und auch nicht irgendwo behauptet, hier komme ein Sierra-Feeling auf.
Integrative forstliche Anpflanzungen sind mir -zumindest in Deutschland- nicht bekannt. Was ich hier im Taunus so an Neupflanzungen mitbekomme, da steht alles in Reih und Glied. Dass dies forstwirtschaftliche Hintergründe hat, ist mir aus Gesprächen mit Förstern durchaus bewusst.
Dass es aber auch anders geht (gemischte Wälder, forstlich genutzt mit Einzelaushieb), habe ich in Schweden kennengelernt. Durch diese Art der Bewirtschaftung ist der Wald sehr reich an unterschiedlichen Baumarten und insbesondere an unterschiedlichen Altersstufen, was für den Waldfreud (und letztendlich auch für den Bewirtschafter) eine sehr angenehme Sache ist.
angenehmer Gruß aus'm Taunus vom Ralf
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