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Küsten und Bergmammutansammlungen im Wald bei Unterensingen
Waldläufer:
Hallo Chris,
grundsätzlich muß man froh sein wenn es das ein oder andere Thema auf die Agenda schafft.
Ich habe in meiner Homepage wie von dir zitiert zur Vorsicht bei der Verwendung von isolierten kleinen Randpopulationen gewarnt, da ich bei meinen kleinen
Versuchen hier eine gewisse Tendenz sah. Allerdings sind meine Versuche zugegebenermaßen viel zu klein um repräsentativ zu sein.
Daß der größte Teil der Redwoods abgeholzt wurde stimmt, ist in dem Fall meiner Ansicht nach aber nicht ausschlaggebend.
Diese relativ weit im Landesinnern liegenden Groves sind Überbleibsel einer feuchteren Ära - das Hauptvorkommen hat sich zur küste zurückgezogen wo die Feuchtigkeitsanprüche erfüllt werden. Das heißt diese Groves sind schon länger isoliert und evtl. genmäßig eingeengter als das Hauptvorkommen.
Auch das Oregonvorkommen war wohl nie sonderlich groß und insofern genetisch etwas eingeengt als in dieser Randzone der genetische Austausch mit dem Hauptvorkommen etwas gestört ist. Nun wird man zwar immer hoffen daß gerade diese Randzonen des Vorkommens durch Selektion in für uns gewünschte Richtung
z.B. Frosthärte oder Dürreresistenz etc. geeigneteres Pflanzenmaterial bietet - jedoch mag sich das nicht unbedingt erfüllen.
Ich habe in meiner Homepage auch geschrieben, daß es wohl ähnlich wie bei der Douglasie nicht auf die Angepasstheit an den Standort bei uns ankommt.
Diese Übereinstimmung findet sich in der BRD so gut wie nirgends. Vielmehr kommt es wahrscheinlich auf die Anpassungsfähigkeit der Herkunft an.
Diese Anpassungsfähigkeit ist am größten wenn die Pflanzen aus einem sehr unterschiedlich strukturiertem Umfeld kommen. Dies ist bei Kleinvorkommen eher nicht der Fall. Daher habe ich die größeren nördlichen Groves empfohlen.
Ich möchte aber nicht ausschließen, daß in diesen Randbereichen sich ebenfalls geeignete Pflanzen finden lassen.
In einem größeren Herkunftsversuch den ich in meiner Homepage genannt habe und bei dem auch diese Randvorkommen berücksichtigt wurden wird als Ergebnis
auf das nördlichere Hauptvorkommen als Saatgutquelle für kältere Gegenden verwiesen.
Ich hoffe diese Erläuterungen bewegen dich zur Rückmutation
Viele Grüße Bernt
Mick Rodella:
Hallo Bernt,
gute Idee, alle Fakten auf einer Website zusammenzufassen, Kompliment!
Man würde sich natürlich wünschen, dass die US-Samen von Plusbäumen an suboptimalen Standorten stammen.
Vielleicht bieten aber auch schon Deine Jedediah-Smith-Pflanzen eine gute Martin-Alternative für die Zukunft. Wo exakt die Samen geerntet wurden, weiß man ja leider kaum, spielt aber auch nicht die entscheidende Rolle, wenn die Bäume bei Dir gut klarkommen.
Man sollte Hubertus Nimsch fragen, wo seine Redwoods herstammen. Wenn 4-5 wüchsige Mutterpflanzen unterschiedlicher Herkunft zur veg. Vermehrung herangezogen werden könnten, bringt das meiner Meinung nach mehr, als mit einem Riesenaufwand zu spekulieren, wo in Kalifornien/Oregon das perfekte Material für uns existiert (welches in weiteren Versuchsreihen erst wieder weiter selektiert werden müsste und möglicherweise die Martin-Selektion nicht übertrifft).
In USA wird seit langem versucht, robustere Formen zu erzeugen und es gibt sicher Varianten (mit nachweisbarer Herkunft), die auch für den forstlichen Anbau geeignet wären (Filoli etc.). Oder man sucht Kontakte zu Leuten, die in den Staaten bereits Erfahrungen mit Aufforstungen in grenzwertigen Klimazonen gemacht haben.
Ich würde davon ausgehen, dass es in Deutschland und Europa mehr als genug mögliche Mutterbäume gibt, um eine potente Vielfalt zusammenzustellen. Den 50-m-Riesen in Vals-les-Bains zum Beispiel oder einen Redwood, den es dort eigentlich gar nicht geben dürfte: ID 478 (18xx/Finca La Losa bei Huescar/Andalusien). Der wächst freistehend in fast 1300m Höhe bei geringstem Niederschlag, während die berühmte BM-Gruppe "Las Mariantonias" in der Nähe eher einem Gerippe gleicht...
Wie auch immer: schön, dass weiter was probiert wird. Danke, dass Du Dein Wissen und Deine Erfahrung mit uns teilst!
LG Micha
Waldläufer:
Hallo Micha,
ich habe einfach mal versucht mit meinen bescheidenen EDV-Kenntnissen eine informative Web-Site zu kreieren, in die ich eigene Erfahrungen als auch Links
zu informativen Artikeln kombiniert habe um so eine größere Breite als in anderen Redwood-Websites zu erreichen.
Da wo ich in subjektive Ansichten mich reinbegebe wird nicht jeder 100% folgen wollen und können. Dies liegt aber in der Natur der Sache, wenn man sich nicht bloß
auf bereits festgeschriebene Ansichten beschränkt.
Sicherlich gibt es bereits aussichtsreiche Kanditaten die man überprüfen sollte ob sie für weitere Vermehrung geeignet sind.
Herr Nimsch kann seine verwendeten Herkünfte leider inzwischen auch nicht mehr auseinander halten. Er hat sowohl Oregons als auch Stecklingspflanzen von europäischen Standorten verwendet.
Allerdings sind die jeweiligen Klima- und Standortbedingungen genau zu überprüfen. Sind diese der Hauptgrund für bestechendes Wachstum wird sich dies anderen Ortes nicht wiederholen lassen.
Hier muß ich z. B. in eigener Sache schon wieder zurück rudern. Der 50m Riese in Val les Baines von mir neulich empfohlen hat seine Höhe wohl auch örtlichen Sonderbedingungen zu verdanken. Der Ort ist ein Thermalbad wo Hangwasser aus der weiteren Umgebung im Untergrund gestaut wird und nach oben drückt.
Also beste Wasserversorgung. Zu dem spanischen Redwood fehlen mir die Informationen. Ein warmes trockenes Klima. Aber vielleicht hat er auch zusätzliche Wasserzufuhr oder steht in Wolken.
Ich will damit nur andeuten es ist alles nicht so einfach aber es sollte den Interessierten an weiterer Recherche nicht abhalten.
Vielleicht bringen weitere Aussaaten neue gut geeignete Kanditaten hervor.
Viele Grüße Bernt
sequoiaundco:
Hallo Bernt,
Nochmal ein Nachschlag zu den Randgebieten:
Relikte, Neubesiedlung oder Hauptvorkommen, das scheint die Frage.
Mich erinnert das an die Untersuchungsergebnisse zur Weißtanne, die bei der nacheiszeitlichen „Rückwanderung“ über die Alpen einen Teil ihres Genpools verlor.
Ob das in isolierten Randgebieten bei Redwoods auch der Fall ist, wäre eine Aufgabe für Pflanzengenetiker. Wir können da glaube ich nur spekulieren. Und nicht nur wir:
Jim Rydelius, der nach den von dir zitierten Redwood-Provenienzversuche heute i.W. die Ergebnisse in Neuseeland vermarktet und dort den Redwoodplantagenanbau berät, schrieb mir Mitte letzten Jahres:
“Actually, all along the eastern edge of the redwood forest type, there are "islands" or "pockets" of redwoods that range in areas of from, perhaps, 1/4-acre to, perhaps, as much as an acre or more. I've often thought that it is from these "islands" that I would go if I were inclined to develop a land race that might be appropriate for the purpose of expanding the range of redwoods farther inland. I'm not sure if these "islands' are examples of redwoods slowly expanding into areas where redwoods do not currently grow or if they are examples of redwoods remaining as the natural range shrinks in size. Whichever it is these "pockets" may exist because the trees within them are more cold tolerant than are those within the main parts of the range.”
Spekulieren können wir auch über die Oregonherkünfte. Interessant ist doch, dass an den isolierten Standorten dort (Wheeler Creek, Redwood Creek, Redwood State Park) die ältesten Exemplare max. 350 Jahre alt sind. Es gibt keine älteren Baumstümpfe oder Stammreste - nichts was auf eine Verbreitung vor dieser Zeit hindeutet. Selbst Feuer und andere denkbare Naturkatastrophen hätten nicht alle Spuren löschen können. Lässt das auf eine Neubesiedlung ab diesem Zeitpunkt schließen über die küstennebelversorgten Flusstäler? Müssen wir deshalb von einer genetischen Einengung ausgehen? Bedeutet Anpassung an bestimmte neue Bedingungen (z.B. verändertes Klima) automatisch Verlust von Anpassungsfähigkeit für andere Bedingungen ? Außer am Winchuck-Campground (menschliche Pflanzung in den 1930-igern) scheint zumindest nach meinem Wissensstand auch in Oregon noch vieles unklar.
Chris (sequoiaundco)
TaunusBonsai:
Hallo Chris,
Redwood Creek und Redwood State Park sind nicht in Oregon, sondern in Kalifornien. Dort habe ich einige KM gesehen, die bestimmt weit über 350 Jahre alt sind ... ::) ::) ::)
uralter Gruß aus'm Taunus vom Ralf
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