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Autor Thema: Blitzeinschlag  (Gelesen 22442 mal)

TaunusBonsai

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Re: Blitzeinschlag
« Antwort #45 am: 01-November-2017, 06:38 »

Moin Tuff,

Zitat
Das ist derzeit meine Hypothese, wieso BM so häufig vom Blitz getroffen werden ...

ich bin zwar kein Chemiker, gehe aber einfach mal davon aus, dass BM häufig(er?) vom Blitz getroffen werden, weil die Dingers meist die größten Bäume im Einschlagsgebiet sind ...

überragender Gruß aus'm Taunus vom Ralf
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Sita usvilate inis taberce ines!

Michael D.

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Re: Blitzeinschlag
« Antwort #46 am: 01-November-2017, 17:12 »

Hallo,Tuff !

Zum einen schließe ich mich Ralfs Antwort an,zum anderen dürfte es auch damit zusammenhängen,daß BM´s Tiefwurzler sind.Was für die Standfestigkeit gut ist,könnte betreffs Gewitter eher von Nachteil sein.
Ebenso sollte man die hohe Feuchtigkeitsrate im Holz nicht vergessen...

Gewittermeidende Grüße ! Michael
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John Muir:Zweifellos würden diese Bäume gutes Nutzholz abgeben,sobald sie einmal durch ein Sägewerk gegangen wären,so wie George Washington,wäre er durch die Hände eines franz. Küchenchefs gegangen,sicherlich einen wohlschmeckenden Braten abgegeben hätte.

Joachim Maier

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Re: Blitzeinschlag
« Antwort #47 am: 02-November-2017, 17:05 »

Hallo Michael D.,

BMs haben zwar eine Pfahlwurzel, aber im Grund sind sie massive Flachwurzler. Deswegen stehen sie auch so stabil, weil sie ihre Wurzeln mit denen der Kollegen verzahnen. Bei uns fallen Flachwurzler um, weil sie genau genommen keine Flachwurzler, sondern Mini-Teller-Wurzler sind.
Der BM ist ein Flachwurzler wie er im Buche steht und kann in Trockenen Regionen auf jede Seite 50 Meter ausfahren.

Gruß

Joachim
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Michael D.

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Re: Blitzeinschlag
« Antwort #48 am: 02-November-2017, 17:32 »

Hallo,Joachim !

Ach ja ? Wenn dem so wäre,kannst du mir sicher auch erklären,warum man in aufgegrabenen Flächen um einen BM so gut wie keine Flachwurzeln findet,sondern nur einzelne Stabilisierungswurzeln.

Wurzelige Grüße ! Michael
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John Muir:Zweifellos würden diese Bäume gutes Nutzholz abgeben,sobald sie einmal durch ein Sägewerk gegangen wären,so wie George Washington,wäre er durch die Hände eines franz. Küchenchefs gegangen,sicherlich einen wohlschmeckenden Braten abgegeben hätte.

Joachim Maier

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Re: Blitzeinschlag
« Antwort #49 am: 02-November-2017, 18:05 »

Ja, kann ich! :-) Die sind noch etwas zu jung. Ich habe schon Beiträge von Amerikanischen Spezialisten gelesen un ich meine im "Becker" steht das mit den Flachwurzeln auch drin.
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denniz

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Re: Blitzeinschlag
« Antwort #50 am: 03-November-2017, 08:53 »

hey, es könnte ja noch die Möglichkeit geben, Flachwurzler und Pfahlwurzler zu sein??? ;D

Michael D.

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Re: Blitzeinschlag
« Antwort #51 am: 03-November-2017, 13:51 »

Ja, kann ich! :-) Die sind noch etwas zu jung. Ich habe schon Beiträge von Amerikanischen Spezialisten gelesen un ich meine im "Becker" steht das mit den Flachwurzeln auch drin.


Moin,Joachim !


Wenn du einen BM mit 130 Jahren im Verhältnis zum erreichbaren Alter siehst,kannst du damit recht haben.Ich bin hingegen der Meinung,daß man dann ( bei einem normal tiefgründigen Boden ) schon deutlich Seitenwurzeln sehen müßte ( z.B. Oberursel ).Etwas Anderes ist es auf jeden Fall,wenn der Untergrund nur sehr flach ist,will heißen,wenn schon bald felsiger Untergrund folgt.Dann bleibt den BM´s keine andere Möglichkeit,als sämtliche Wurzeln als Flachwurzen auszulegen ( in Kronberg gesehen ).
Ich denke einfach mal,pauschale Aussagen wird man bei den Mammuts wahrscheinlich nicht machen können,dazu gibt es zu unterschiedliche Beispiele und örtliche Gegebenheiten...


Freitägliche Grüße ! Michael
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John Muir:Zweifellos würden diese Bäume gutes Nutzholz abgeben,sobald sie einmal durch ein Sägewerk gegangen wären,so wie George Washington,wäre er durch die Hände eines franz. Küchenchefs gegangen,sicherlich einen wohlschmeckenden Braten abgegeben hätte.

Tom E

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Re: Blitzeinschlag
« Antwort #52 am: 03-November-2017, 22:18 »

Schönen Abend,

eigentlich gibt es einen Thread zum Wurzelsystem. An sich schon gut möglich, dass auch die vielleicht bessere Erdung eine Rolle spielt.

Ob er nun ein "Pfahlwurzler" ist... naja, hier müsste man wohl die Definition rauskramen. Wurzelsysteme sind viel zu variabel, um sie m.M.n. in eine Schublade zu stecken. Von den Seitenwurzeln wird zu viel erwartet, die sind bei einem 100+Jahre Baum vielleicht 10cm stark und trotzdem 20/30m lang.

Gruß
Tom
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Gartenwetter: Awekas von den Bäumchen und der Heidi.

Tuff

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Re: Blitzeinschlag
« Antwort #53 am: 08-November-2017, 10:07 »

Ralf,

weil die Dingers meist die größten Bäume im Einschlagsgebiet sind ...

Generell ist das sicher richtig. Ich habe aber schon Blitzbäume (nicht nur BM) gesehen welche direkt neben höheren Gebäuden standen, die wahrscheinlich (weiss ich aber nicht) mit Blitzableiter versehen sind.

Man muss es mal unter der Lupe betrachten. Eine Gweitter-Ladungswolke bildet einen Blitz aus, wenn sie auf eine elektrisches Ladungsdifferenz stößt (ich nenne das mal Spannungspotential oder -gefälle). Durch den 'Austausch' von mehreren kleinen Entladungen (sozusagen eine Art 'Kommunikationsprotokoll' *g* ) bildet sich ein sogenannter Blitzkanal,in den sich dann die gesamte Ladung entlädt. Von der gegenpoligen Ladungswolke am Boden geht dabei ebenfalls eine Art Blitz (eine "Fangladung") aus.


Ein 100m hoher Plastikmast auf einer kahlen Bergkuppe würde von sich aus keinerlei Potential haben, und keinen Blitz anziehen oder auslösen. Wenn ich an dem Mast ein Kupferkabel verlege, ändert sich m.E. daran auch nichts. Blitzableiter sollen nicht Blitze auf sich ziehen, sondern sowieso schon bereits einschlagende Blitze ableiten. Wenn die Ladungswolke in den Masten mit Kabel direkt reindriftet würde es natürlich sehr viel ausmachen, und wenn sowieso ein Blitz in den Masten einschlägt, dann haben Leitfähigkeit und Erdung natürlich Konsequenzen.

In dieser Weise, stelle ich mir vor, macht ein aus dem Wald herausragender Baum von sich aus wenig aus, es sei die Ladungswolke hängt so tief daß sie ihn berührt (unwahrscheinlich?) oder es gibt 'drumherum' sowieso schon ein Potentialgefälle, aus welchen Gründen auch immer. Mich interessieren nun genau diese Gründe.

Die Frage ist also, wie bildet sich ein Potentialgefälle (also ebenfalls eine Art 'Ladungswolke') ? Nur durch das reine Vorhandensein eines Leiters - das muss mir aber ein Phyisker erstmal erklären.

Was die Leitfähigkeit angeht, leiten äußerlich nasse Bäume und solche mit tiefer Wurzel im Wasser einen Blitz wahrscheinlich relativ 'sauber' ab, d.h. sie tragen nur eine Blitzrinne als Schaden davon, anstatt in der Krone zu explodieren. Leider sehen viele getroffene BM gar nicht danach aus.

Guckst Du hier https://www.baumpflegeportal.de/aktuell/blitzschlag_baum_ursachen_schaeden

In der Sierra tragen große BM oft Schwelfeuer in der Krone davon (-> Telescope-Trees), ich nehme mal an das bedeutet, daß es zum Zeitpunkt des Einschlages regenmässig nicht gerade geschüttet hat, eventuell sogar einfach Trockengewitter. Jedenfalls schwelen diese feuer wochenlang, und dann - u.U. also bei pfurztrockenem Boden - können schwelende Kronenteile herabbrechen und einen Flächenbrand auslösen. Was dem in der Keimlingsphase extrem konkurrenzschwachen BM ja seinen entscheidenen Überlebensvorteil bietet.

So ein zufälliges aber 'passendes' Zusammentreffen könnte selbstverständlich eine Langzeit-Auslese bewirken, jetzt nicht auf der Ebene des Einzelbaumes, aber auf der Grove-Ebene: Solche in Blitzgebieten und mit der Tendenz zu Kronenfeuern (warum auch immer!) könnten über große Zeiträume hinweg eine höhere Überlebenswahrscheinlichkeit haben.

Es ist dann auch denkbar, daß Bäume bzw. Bestände mit einer 'Aromaten-Wolke' für das Überleben eines Groves ebenfalls förderlich sind.

« Letzte Änderung: 08-November-2017, 10:09 von Tuff »
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denniz

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Re: Blitzeinschlag
« Antwort #54 am: 20-November-2017, 09:43 »

Moin Tuff,
Als Pyrophyt hat man wohl ein gewisses Interesse an Feuer... ;D
Da wo der Waldbrand beginnt ist am Ende ja auch die gerinste Zerstörung zu finden. Möchte also hier deine Theorie stützen, die Bäume haben einfach Bock auf Blitztreffer...

Teuto

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Re: Blitzeinschlag
« Antwort #55 am: 02-Juni-2018, 21:45 »

Moin,
In Bad Harzburg hat es ordentlich geknallt, so daß Schüler mit Knalltrauma behandelt werden mußten, weil der UM direkt vor dem Klassenzimmer stand. Am Burgy -Gymnasium.
https://regionalgoslar.de/blitzeinschlag-in-schule-acht-kinder-verletzt-ins-krankenhaus/
Ein Mammutbaum wurde nicht erwähnt, aber es ist offensichtlich....
Geknallte Grüße von Teuto.
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Tuff

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Re: Blitzeinschlag
« Antwort #56 am: 06-Juni-2019, 00:30 »

Um das Thema soweit mal abzuschließen, möchte ich hier noch Berni's ultimativen (und billigen!) Lichterketten-Blitzableiter vorstellen: Der Blitz denkt, hier hätte er schon eingeschlagen, und zieht weiter !
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