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Autor Thema: Wie schütze ich den Küstenmammutbaum im Winter ?  (Gelesen 68995 mal)

denniz

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Re: Wie schütze ich den Küstenmammutbaum im Winter ?
« Antwort #225 am: 27-Oktober-2014, 08:13 »

Der grosse Nachteil an einer Frostberegnung ist das Wasser welches im gefrorenen Boden
die Poren die zur Sauerstoffversorgung dienen verschliesst und die Pflanze erstickt. Man kann die Pflanze oberirdisch
mit Sprühnebel vereisen. Die wird allerdings dadurch sehr schwer. (Stichwort "Nassschneeauflage")

Dann doch lieber eine Eibe pflanzen.. ;)

Tuff

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Re: Wie schütze ich den Küstenmammutbaum im Winter ?
« Antwort #226 am: 27-Oktober-2014, 12:56 »

Hmmm... wenn der Boden gefroren ist, 'arbeitet' die Wurzel doch sowieso nicht. Erst wenn es auftaut. Das Auftauen des Bodens wird durch mehr Eis aber verzögert werden. Für und Wider...

Ich habe die Beregnung übrigens nicht propagieren, sondern nur mal erwähnen wollen, als eines der Dinge die ich rein aus Interesse gerne mal ausprobieren würde. Natürlich gibt es bessere Methoden !

Zitat
Dann doch lieber eine Eibe pflanzen..

Zum Beispiel diese :)

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denniz

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Re: Wie schütze ich den Küstenmammutbaum im Winter ?
« Antwort #227 am: 27-Oktober-2014, 19:14 »

 :)
Ich habe schoneinmal dummerweise gefrorene Pflanzen gegossen...  ::) ::)
Koniferen als Immergrüne arbeiten schon bei Frost, sonst gäbe es ja keine Frosttrocknis bei der die Bäume wegen gefrorenen Wurzeln und aktiver Photosynthese "zerreissen". Luft isoliert ja auch ganz gut, man denke nur an eine Mulchauflage
auf dem Wurzelteller- wäre die dann plötzlich ein massiver Eisklotz wäre es vorbei mit der Atmungsaktivität.
Schnee enthält ebenfalls sehr viel Luft im Gegensatz zu Eis und ist deswegen ein guter Winterschutz.




cbk

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Re: Wie schütze ich den Küstenmammutbaum im Winter ?
« Antwort #228 am: 28-Oktober-2014, 06:43 »

Dann doch lieber eine Eibe pflanzen.. ;)

Schon gemacht, eine Eibenhecke rund um den KM. 8)
Jetzt müssen die Säuleneiben "nur" noch wachsen. :-\

Sagt mal, kann man irgendwo kleine Säuleneiben (Taxus baccata fastigiata), 20cm reichen, auch in größeren Mengen bekommen? Mehr als 80 Eiben konnte selbst der Großhandle nicht liefern.
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Tuff

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Re: Wie schütze ich den Küstenmammutbaum im Winter ?
« Antwort #229 am: 12-Januar-2015, 12:38 »

Dennis,

Die Frosttrocknis entsteht doch dadurch, daß intensive Sonnenernergie in das Grünzeug eindringt. Dabei kann die Temperatur innen durch die Einstrahlung beträchtlich ansteigen, auch wenn der Boden noch tief gefroren ist. Die Photosynthese kann dann vermutlich auch bei sehr geringen Luft-Temperaturen stattfinden (5° C?), entscheidend ist aber die eingestrahlte Energie.

Bei einem Eismantel ist aber genau das nicht mehr der Fall, er schützt vor der Sonne und versorgt die Nadeln beim Auftauen mit Feuchte. Bei typischem 'Tauwetter' dauert das einen Tag, über Nacht besteht keine Gefahr, und bis zum nächsten Mittag ist idealerweise dann auch der Oberboden etwas aufgetaut.

Soweit die Theorie - auf die ich mich selbstverständlich nicht verlässen würde :) die Sache wird ja auch nur als Notmaßnahme beschrieben, nicht als reguläre Lösung.
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denniz

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Re: Wie schütze ich den Küstenmammutbaum im Winter ?
« Antwort #230 am: 12-Januar-2015, 13:43 »

Hi Tuff, das Problem sind die Poren im Boden über die die Wurzeln die Pflanze
mit Sauerstoff versorgen. Läuft in diese Poren des gefrorenen Bodens dann Wasser welches dann gefriert
erstickt die Pflanze...
So hatte ich das gemeint.

Gruß
Denniz

Tom E

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Re: Wie schütze ich den Küstenmammutbaum im Winter ?
« Antwort #231 am: 12-Januar-2015, 20:27 »

Hallo,
jetzt geht es hier noch immer um Frostschutzberegnung? Der Sinn davon ist ja weder vor (für KM) gefährlichen Temperaturen zu schützen, noch vor Frosttrocknis.  ::)

Nach einer gemeinen Grafik die ich hier habe, läuft die Photosynthese (bei welchen Pflanzen auch immer) sogar schon bei Temperaturen von unter 0°C. Ist aber wohl von Art zu Art verschieden und über Mammutbäume im Speziellen weiß ich nichts.

Bezüglich Frosttrocknis, besonders der letzte Satz ist interessant.

Wenn die lieben Wurzeln sofort sterben würden, sobald sie keine Luft mehr bekommen, dann würden bei kurzzeitiger Staunässe ebenfalls die Bäume sterben? Der geringe Sauerstoffanteil im Wasser wird ihnen wahrscheinlich nicht reichen? Oder gibt es noch andere Probleme die dadurch auftreten könnten?
Aber gut, unter solchen Bedingungen müssen wir zum Glück nicht wässern.  :)

Unbewässertfrostharter Gruß
Tom
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Gartenwetter: Awekas von den Bäumchen und der Heidi.

Tuff

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Re: Wie schütze ich den Küstenmammutbaum im Winter ?
« Antwort #232 am: 12-Januar-2015, 21:28 »

Dennis,

Also ich stelle mir das so vor: Ein feiner Sprühnebel (etwa aus so einer großen Gartenspritze) überzieht das Bäumchen mit einem feinen 'Rauhreif', natürlich bilden sich auch 'Tropfnasen' aus Eis.

Auf den Boden gelangt der Nebel idealerweise in Form von Kristellen (Reif, Schnee) welche sich locker häufen, also keine geschlossene Platte bilden. So eine Platte würde nur entstehen, wenn man soviel Wasser über den Baum spritzt, daß der Boden es nicht mehr aufnimmt. Bei Sprühen braucht man aber solche Mengen gar nicht.

Aber was wenn nun doch Wasser in den Boden eindringt und dann erst gefriert ? Wenn es nicht soviel ist, daß der Boden 'verschlämmt' (und davon gehe ich aus), wird die Kristallisation bewirken, daß jede Menge Luftporen (als Zwischenräume wischen den Bodenpartikeln) erhalten bleiben.

Wir sprechen ja von einem Boden, der im Winter sowieso feucht sein sollte. Daher gefriert hier bei Frost ja sowieso das Wasser im Boden. Der Sprühnebel macht dann auch nicht mehr viel aus.

Falls der Boden eher trocken wäre, würde man ja (in frostfreien Perioden) extra gießen müssen (bei Koniferen, die im Winter weiterhin viel verdunsten). Trockener Boden kommt also nicht vor, und darf auch gar nichtg vorkommen.

Durch den 'Sprühreif' auf Nadeln und Oberboden bewirkt man bei Tauwetter (welches ja nicht unbedingt Regen bedeutet) zudem noch eine zusätzliche Wasserzufuhr.

Im Übrigen muß man sich schon anstrengen um Luft aus einem Boden herauszuhalten. Es geht mit Einschlämmen; aber eine Asphaltdecke hält Baumwurzeln ja offenbar nicht davon ab, darunter zu wachsen.

Es wäre schön wenn jemand der in einer Fläche sowieso 'zuviele' Bäume gepflanzt hat, die Möglichkeit hätte. die Methode mal auszuprobieren. Man braucht ja nur eine große Gartenspritze, und Wasser ....
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denniz

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Re: Wie schütze ich den Küstenmammutbaum im Winter ?
« Antwort #233 am: 13-Januar-2015, 08:37 »

 :)

Verstanden. Also der feine Unterschied liegt in der Art der Bewässerung. Sprühnebel würde an der Pflanze gefrieren
und natürlich erst nach dem Tauen auf den Boden gelangen. Die Beschaffenheit des Boden spielt dabei eine grosse Rolle.
Sandiger/humoser Boden würde das Wasser besser aufnehmen können als lehmiger/dichter Boden.
Ich hatte einmal den Fehler gemacht bei hartem Frost zu giessen. Dann ist genau das passiert, das überschüssige Wasser hat den Boden geflutet, und ist in die Poren eingedrungen und dort gefroren.
Bei Frost würde ich erst garnicht den Wasserschlauch auspacken.

Da es hier um Winterschutz von KM geht, möchte ich folgende Problematik nocheinmal anführen:
Die Sequoia hat überhaupt nicht die Struktur um zusätzliches Gewicht in Form von gefrorenem Wasser
zu tragen. Da ich, und andere, über jedweden Ausfall/Selektion dankbar sind, nutzt es nichts Pflanzen einzusprühen.
Ist auch zu sehr "Kunstprodukt" und hauptsächlich Praxis der Baumschulisten.
Ich überwintere Jungpflanzen bis zu einer Grösse von 1m, danach müssen die mit dem Wetter draussen klarkommen.
Auch zusätzliches Wässern der Pflanzen im Sommer ist eine ähnlich künstliche Praxis.
Schliesslich werden die Pflanzen verwöhnt und bilden weniger Wurzeln.

Kommt halt auf die Zielsetzung an.  Bei der obigen Frage:
Re: Wie schütze ich den Küstenmammutbaum im Winter ?
..frage ich mich: Welchen Küstenmammutbaum? .. ;)

vernebelten Gruß
Denniz

Tom E

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Re: Wie schütze ich den Küstenmammutbaum im Winter ?
« Antwort #234 am: 13-Januar-2015, 09:58 »

Guten Morgen,
und nochmal, abschließend zur Beregnung: Bitte lesen!

Besonders dieser Satz ist für die kurzzeitige Beregnung der Pflanze interessant:
Zitat
Dieser umgekehrte, zusätzlich abkühlende Effekt tritt auch dann ein, wenn die kontinuierliche Beregnung bei noch anhaltendem Frost unterbrochen wird. Für den Erfolg der Frostschutzberegnung ist es daher notwendig, die Beregnung bis zum Erreichen einer positiven Umgebungstemperatur und vollständigen Abtauens des Eises auf den Pflanzen fortzusetzen.

Und es taugt eben nichts für Temperaturen unter -20°C oder gar Dauerfrost, absolut gar nichts. Also ist es für unsere KM absolut unpassend, denn erst darunter entstehen bei passenden Exemplaren überhaupt Probleme. Wenn die -20°C nicht ausgehalten werden, dann wird es auf Dauer sowieso nichts mit dem lieben Bäumchen, so schade wie es ist. Kleine Bäume, theoretisch auch über 2m Höhe kann man locker mit Vlies schützen. Mein Konstrukt habe ich im letzten Winter ja leider nicht gebraucht und inzwischen wäre es mir zu groß.  ;) Aber wer gern schützt, kann das gern mal ausprobieren, würde mich freuen.  8)

Mal kurz überlegt... ich habe mein Bäumchen im vorletzten Winter sogar mal eingesprüht, ohne mich vorher über die eigentliche Vorgehensweise zu informieren. Die Folgen waren komische Flecken auf den Blättern, genau an den Stellen an denen das Wasser in Tropfenform gefroren ist. Ich müsste mal die Bilder durchwühlen, vielleicht finde ich ein brauchbares Bild auf dem man es sehen kann. Ich weiß nur leider nicht mehr wann genau das war...  :(

Abgeschlossener Gruß
Tom
« Letzte Änderung: 13-Januar-2015, 18:45 von Tom E »
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Gartenwetter: Awekas von den Bäumchen und der Heidi.

Klaus

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Re: Wie schütze ich den Küstenmammutbaum im Winter ?
« Antwort #235 am: 13-Januar-2015, 11:55 »

Hallo zusammen,

wem die Frostschutzberegnung zu gefährlich wird kann theoretisch
zur künstlichen Beschneiung übergehen. Ist bestimmt nur eine Frage des Geldes.
Die Beschneiungsanlagen werden bestimmt auch schon im Miniformat angeboten.
Schnee ist luftig, leicht und schützt. Wo Beregnungsanlagen möglich sind ist der Aufwand
für Beschneiunganlagen kaum größer.
Kritisch ist die ganze Geschichte bei großen Bäumen nur unter -15°C bei Wind und
im Frühjahr am Beginn der Vegetationperiode oder bei Mammuts unter 3 Jahren.
Schießt man hier mit Kanonen auf Spatzen?
Wenn ein Baum die Temperaturen hier nicht aushält dann taugt er für`s hiesige Klima nicht.
Dies ist die einfachste Formel.
Wer trotzdem diesen riesigen Aufwand für den Kälteschutz treibt hat ein ganzes Baumleben
damit zu tun.

VG
Klaus
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denniz

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Re: Wie schütze ich den Küstenmammutbaum im Winter ?
« Antwort #236 am: 13-Januar-2015, 12:15 »

Hi Klaus,
Schneekanone hatten wir auch schon.. ;)

Zitat
Wenn ein Baum die Temperaturen hier nicht aushält dann taugt er für`s hiesige Klima nicht.
Dies ist die einfachste Formel.
Das hier scheint mir ebenfalls der Weisheit letzter Schluss...

Tuff

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Re: Wie schütze ich den Küstenmammutbaum im Winter ?
« Antwort #237 am: 13-Januar-2015, 13:49 »


@Dennis: Der 'feine Unterschied' wurde mir auch erst Durch Deine Einwände klar.

@Tom: Danke für die Info ! Da hilft wirklich weiter. Wieder was gelernt...

(Ich habe auch schon versucht, auf die Schnelle in der Wikipedia was zu finden, wusste aber einfach nicht wie das Verfahren genannt wird -- auf den simplen 'Frostschutz' bin ich nicht gekommen ...)

Was die 'Quintessenz' angeht, bin ich ganz klar eurer Meinung, mit einer Einschränkung: Es gibt nun mal Bäume die man pflanzt weil sie schön sind, sie müssen dann nicht unbedingt angepasst sein, und die brauchen dann zumindest in der Jugend Schutz. Etwa Palmen, Zedern, Ginkgo, der KM gehört m.E. auch dazu. Bei diesem Artikel bin ich immer davon ausgegangen, daß Winterschutz exemplarisch ist, die Methoden also für andere Arten auch gelten (können).

Daher ist es für mich nicht automatisch der Weisheit letzter Schluß, nur zu pflanzen, was (von klein auf?) angepasst ist, jedenfalls in privaten oder Botanischen Gärten und in Arboreten, und ich finde es ok, die volle Bandbreite der Schutzmöglichkeiten zu diskutieren.

Ich pflanze 5cm große Sämlinge im ungünstigen Klima der höchsten Lagen des Bergischen Landes aus, aber ich habe auch schon soviele verloren, daß ich mittlerweile unersetzliche (Herkunft) Individuen nach der Auspflanzung konsequent schütze.

Die strengste Selektion geschieht bei mir in den ersten 2 -3 Jahren im Saatbeet, ab Keimung, auch wenn das Unfug sein mag, aber es ergibt sich einfach aus dem System. Bergmammutbäume etwa sind dann im zweiten Jahr oft erst 5 cm hoch, wer schneller wächst wurde bisher ohne Schutz zuverlässig durch Frostwind oder Pilz vernichtet.
Dasselbe gilt für rasch wachsende (Zentral-)Trieben bei ausgepflanzten Exemplaren bis ca. 50cm Größe.
(Anmerkung 2016: Wie sich zeigte, ist die bei genetisch robusteren Herkünften wie zB. Giant Forest nicht der Fall.)

Der langsame Wuchs ist offensichtlich eine Bedingung der Anpassung an dieses Klima. Diese langsam wachsenden Exemplare brauchen tendenziell keinen besonderen Winterschutz (ein Windschutz gegen Osten ist aber bei mir mittlerweile Standard).
« Letzte Änderung: 29-November-2016, 19:49 von Tuff »
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steffen129

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Re: Wie schütze ich den Küstenmammutbaum im Winter ?
« Antwort #238 am: 14-Januar-2015, 11:21 »

Hallo Tuff

deine BM aussage
Zitat
Bergmammutbäume etwa sind dann im zweiten Jahr oft erst 5 cm hoch, wer schneller wächst wird zuverlässig durch Frostwind oder Pilz vernichtet. Dasselbe geschieht mit rasch wachsenden (Zentral-)Trieben bei ausgepflanzten Exemplaren (gleich welcher Herkunft) bis ca. 50cm Größe. Der langsame Wuchs ist offensichtlich eine Bedingung der Anpassung an dieses Klima. Diese langsam wachsenden Exemplare brauchen tendenziell keinen besonderen Winterschutz (ein Windschutz gegen Osten ist aber bei mir mittlerweile Standard).
kann ich so nicht bestätigen. meine BMs sind im ersten jahr schon biszu 10 cm und werden nur im freien überwintert ausfall 0 und das seit jahren.

KM sollte erst mit 3-4 jahren ausgesetzt werden und dann ohne schutz, dann werden die auch, oder eben nicht. alles andere ist!! ihr habt echt zu viel Zeit.

LG der Steffen
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Steffen der Waldfreund aus Thüringen

Tuff

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Re: Wie schütze ich den Küstenmammutbaum im Winter ?
« Antwort #239 am: 14-Januar-2015, 13:52 »

Steffen,

Sind Deine BM denn auch wie bei mir von der Einsaat und Keimung an immer draußen ?
Ich wollte ja sogar Ausfälle. Ich ging bei der Anzucht soweit, daß von inzwischen tausenden Keimlingen nur wenige durchkommen, weil ich sowieso nur ein dutzend Sämlinge brauchte. Ziel waren nicht möglichst viele Sämlinge, sondern möglichst viel über die lethalen Faktoren zu lernen. Pflanzenökologie ist mein lebenslanges Hobby, es "kostet" mich nicht Zeit sondern schenkt mir wertvolle Stunden :)

Eigentlich wollte ich mit dem gewonnenen Wissen zur Aussaat an Ort und Stelle übergehen, ohne jede Pflege, was ich seit über 10 Jahren immer und immer wieder versuche, in verschiedenen Regionen Deutschlands, aber es hat noch nie auch nur einen einzigen Sämling ergeben.

Ich beziehe mich bei meinen "5cm" aber nur auf das Klima im Bergischen Land, bei uns auf 400m. Das ist sehr ungünstig, im Winter gefriert es ein dutzend mal und taut wieder auf, der Frost geht bis -20° und kommt in den letzten 10 Jahren immer häufiger ohne Schnee, dann sind die Bäumchen dem Wind ausgeliefert.

Auch der Wind ist in dem Hochtal stärker als etwa im Rheinland. Neulich war hier in Bonn ein lindes Lüftchen, bei uns auf dem Hof sind Dachpfannen vom Stapel geblasen worden. Das Tal ist eine atypische kleine Ecke quasi-montaner Bedingungen in einer ansonsten nicht überall so rauhen Region.

Dann knallt Ende Februar die Sonne plötzlich auf inzwischen sehr geschlauchte Pflanzen und trocknet den oberen Boden aus.

Im März gibt es neuerdings regelmässig eine schlimme Trockenphase,  bei uns regnet es dann oft wochenlang nicht, wenige km entfernt aber schon.

Eg gibt bis in den Mai hinein regelmässig starken Hagel mit Körnern bis Taubeneigröße, ich habe schon eine ganze Generation 2jähriger dadurch verloren. Ich werde aber keinen lichtraubenden Schutz installieren, sondern bin mittlerweile auf Begleitvegetation umgestiegen, die zugleich aber eine Konkurrenz darstellt, vor allem weil ich nur alle 6 Wochen dort bin um sie zurückzudrängen.

Zugleich ist das Saatkisten-Substrat stickstoffarm weil ich ja möchte daß die Sämlinge langsam wachsen. Hier könnte ich mir aber vorstellen in Zukunft etwas zu verbessern.

Außerdem ist der Pilzdruck hoch. Tomaten oder Kürbisse verbraunen in der ganzen Region, das versucht kaum noch einer, und Schimmelpilze gibt es zumindest in dem landwirtschaftlich geprägten Dorf zuhauf.

Und schließlich gbt es die tierischen Schädlinge, die Kisten sind nur gegen Rehe gesichert, die nachts sogar im Hausgarten herumlaufen und die Sträucher verfegen. Obwohl ich zur Einsaat eine Schicht Sand draufpacke gegen die Trauermücken.

Keimung und erste Triebe klappen im Allgemeinen gut, auffällig bergab gehts erst im Winter und danach bleiben nur die Langsamwüchsigen übrig. Ich hatte auch schon 10 oder 15 cm 'Jährlinge' die sind dann erfroren oder vertrocknet.

Es sind schwierige Anzuchtbedingungen, teilweise mutwillig weil ich nicht zur Pflege anwesend bin und keine vollautomatische High-Tech-Anlage betreibe sondern versuche (bei uns) natürlichen Bedingungen so nahe wie möglich zu bleiben.

Vielleicht sollte ich noch anfügen daß mir dort nichts gehört und ich auch nichts Bauliches installieren kann.
« Letzte Änderung: 14-Januar-2015, 14:19 von Tuff »
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