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Autor Thema: Sequoiadendron-Sorten  (Gelesen 104642 mal)

Lukas Wieser

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Re: Sequoiadendron-Sorten
« Antwort #255 am: 11-Februar-2009, 12:27 »

An MaPr: Hallo Martin!:-) Genau, wer weiss schon, was aus so einem BM-Zwerg wird, wenn er sich mal etabliert hat!?:-) Sorten wie "von Martin", "Pygmaeum" oder "Nanum" sind wohl aufgrund ihres kompakten Aufbaus fast unzerstörbar und werden den Betrachter optisch fesseln!:-) Nicht zu vergessen: Sie werden tolle, geschützte Nistplätze für Vögel bieten!:-) Ein Seq.Gig.Nanum hat zwar im ersten Jahr nur ca11cm in die Höhe gewachsen, weil sich sein Wachstum in hunderte Leittriebe verzettelt, der Stamm hat aber über Boden 8cm an Umfang zugenommen!:-) Man rechne das mal 100=Höhe:12m. Breite:10m. Stammumfang (über Boden) :8m. Ich möchte in 100 Jahren den Mammutbaum-freund sehen, der nicht fasziniert vor diesem Gebilde steht und staunt!;-) Gruss Lukas. Ps: Oder Seq.Gig.von Martin: Wird gleich breit wie hoch und bildet eine grüne, superkompakte Pyramide aus!:-) Kaum auszudenken wie so was in 1'000 Jahren aussieht!;-)
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TaunusBonsai

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Re: Sequoiadendron-Sorten
« Antwort #256 am: 11-Februar-2009, 12:37 »

Hallo Lukas!

Zitat
Bei einigen Forumsmitgliedern diagnostiziere ich eine Nanosequoiaphobie!;-) Wie weit diese Phobie im Zusammenhang mit Zwergwuchs in der Hose steht, wäre interessant zu klären!;-) (Frei nach dem Motto: Ist ein Zwerg in der Hose müssen wenigstens die Bäume gross sein!;-)) Nun, in meiner Hose ist alles normal, und drum kann ich mich auch an Zwergmammut-bäumen freuen!;-)

Naja, ich weiß nicht. Wer prahlt denn hier im Forum immer mit seinem "Giganten"?... ;) ;D

Und überhaupt, Nanosequoiaphobie..., also ich finde, dass sich so ein Riesenmammutbaum super machen würde neben meinem Porsche... ;D ;D ;D


vergleichender Gruß aus'm Taunus vom Ralf
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Sita usvilate inis taberce ines!

Cryptomeria

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Re: Sequoiadendron-Sorten
« Antwort #257 am: 11-Februar-2009, 14:58 »

Hallo Bernhard,

genetische Vielfalt=Sammelsurium von Sorten+versch.Herkünfte.
Selbstverständlich ist alles zu akzeptieren, was oben gesagt wurde.

@Lukas:
Genau das vermute ich bei deinem Yellow Stone.Gelbnadlig durch Mangel im Topf.Grünt wahrscheinlich beim Auspflanzen nach.
Hatte ich öfters bei normalen. Dachte es wäre Aurea. Aber normal grün nach dem Auspflanzen.

Viele Grüße

Wolfgang
« Letzte Änderung: 11-Februar-2009, 15:02 von Cryptomeria »
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MaPr

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Re: Sequoiadendron-Sorten
« Antwort #258 am: 11-Februar-2009, 15:26 »

ad genetische Vielfalt:

wenn man das mit der genetischen Vielfalt ernst meinte müsste man gezielt Samen sehr alter Bäume, die möglichst weit voneinander stehen (Nord <-> Süd) miteinander kreuzen, aber nicht einfach so, sondern mit Zuchtbuch, mehrere Zuchtlinien, die man später wiederum miteinander kreuzt. Das dauert halt bei BMs etwas länger als bei Schneeleoparden od. ä.

Ich persönlich würde das Ansammeln verschiedener Variationen nicht unbedingt als Vermehrung der genetischen Vielfalt werten, da die Sonderformen oft auf defekten/inaktiven Genen beruhen also nur ein Subset bereits vorhandener Gene darstellen. Bei einer Kreuzung erlangt man bestenfalls wieder die urpsrünglichen Gene aber keinen neuen Input.

Daher sollte man mMn die Samen alte Bäume (höhere Warscheinlichkeit für kompletten Gensatz) die weit auseinanderliegen (= lange unterschiedliche Entwicklungszeit) miteinander kreuzen und zwar nach Plan (= Zuchtbuch). Ev. sogar mit künstlicher Bestäubung sodass der Genpool wirklich "alt" und vollständig ist.

Auf positive Mutationen (im Sinne Darwins) zu warten ist bei den Lebensdauern, die diese Bäume haben, mbMn vergebliche Liebesmüh. Da hätte schon der Neandertaler damit beginnen müssen ...

mit Laienmeinungsgruß,
Martin
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sequotax

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Re: Sequoiadendron-Sorten
« Antwort #259 am: 11-Februar-2009, 17:07 »

Bei einigen Forumsmitgliedern diagnostiziere ich eine Nanosequoiaphobie!;-) Wie weit diese Phobie im Zusammenhang mit Zwergwuchs in der Hose steht, wäre interessant zu klären!;-) (Frei nach dem Motto: Ist ein Zwerg in der Hose müssen wenigstens die Bäume gross sein!;-)) Nun, in meiner Hose ist alles normal, und drum kann ich mich auch an Zwergmammut-bäumen freuen!;-) Diesen Beitrag bitte unbedingt bitter ernst nehmen, danke!;-) Gruss Lukas.

Lieber Lukas,

diesmal hast du's aber richtig krachen lassen - ich habe beschlossen, das mit Humor aufzunehmen... :D ? ? ?

Genetische Vielfalt bedeutet nicht eine Anhäufung kranker Gene - (denn um diese handelt es sich bei den zwergwüchsigen Varietäten) !!!
Wenn durch Unfälle bei der Maiose / Mitose oder durch unglückliche Kombinationen bereits vorhandener (rezessiver) Gene Sorten entstehen, die nur mithilfe des Menschen überlebensfähig sind, ist dies für einen Liebhaber und Sammler vielleicht erfreulich, nicht aber für die betroffene Art !
Werden artgerecht wachsende Bäume von diesen neuen Sorten bestäubt, entstehen Mischlinge...
Man verbreitet also schlechte Gene - das ist Evolution rückwärts ! :(
Genetische Vielfalt bedeutet eine Ansammlung möglichst vieler (alleler) gesunder Gene !!!

Ich habe gar nichts gegen zwergwüchsige Mammutbäume (wenn es mir auch manchmal vorkommt wie eine Vergewaltigung der Natur). Im Garten kann man sie natürlich pflanzen. Und schön sind sie ja mitunter sicherlich auch ("die Schönheit liegt im Auge des Betrachters").
Dass diese Zwerge neue ökologische Nischen erschließen könnten, glaube ich allerdings nicht, da es andere Gattungen gibt, die - über jahrmillionenlange Selektion - wahrscheinlich besser angepasst sind !

Völlig anders verhält es sich mit neuen Sorten, die sich durch eine definitiv vorteilhafte Eigenschaft auszeichnen:
Schnelleres und höheres Wachstum, Frost- oder Pilzresistenz, Trocken- oder Schattentoleranz, besseres Holz, Astreinheit... :)

Ich liebe auch schwachwüchsigere Bäume wie Eiben oder Grannenkiefern - aber in der jeweils gesunden Ausführung ! ;)

Remi
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Cryptomeria

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Re: Sequoiadendron-Sorten
« Antwort #260 am: 11-Februar-2009, 18:29 »

Hallo Remi,

Evolution rückwärts gibt´s nicht. Alles  was gesund ist überlebt, ob Zwerg oder Riese. Die anfälligen werden sowieso irgendwann verschwinden, auch völlig gleich, ob groß oder klein. Deine vorteilhaften Eigenschaften hängen immer vom jeweiligen Standort bzw.Standpunkt ab. Bei Sturm kann ein kleiner durchaus besser überleben als ein schnellwüchsiger usw. Die Mutation ist ungerichtet und dann beginnt die Selektion. Dort wo es zukünftig kaum noch regnet, kommt der Zwerg vielleicht mit weniger Wasser aus. Dort , wo mehr Niederschläge fallen, stirbt der Kleine an Pilz.
Die genetische Vielfalt machts.Der Rest besorgt über Jahrzehnte die Selektion.

Viele Grüße

Wolfgang
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sequotax

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Re: Sequoiadendron-Sorten
« Antwort #261 am: 11-Februar-2009, 19:16 »

Alles  was gesund ist überlebt, ob Zwerg oder Riese. Die anfälligen werden sowieso irgendwann verschwinden, auch völlig gleich, ob groß oder klein.

Aber lieber Wolfgang,

willst du allen Ernstes behaupten, dass ein Mammutzwerg außerhalb menschlicher Geborgenheit eine Überlebenschance hätte ? :o
Wir sind uns doch alle einig, dass der Mammutbaum eine Extrembaumart mit enger ökolgischer Nische ist, oder ?
Typischerweise vermehrt er sich nach einer Feuersbrunst, wenn die Konkurrenzvegetation zurückgedrängt ist, durch Keimung in der verbrannten Erde. Dann nutzt er die kurze Phase ohne Konkurrenz, um sich einen (dringend benötigten) Höhenvorteil zu verschaffen und sich schließlich über dieser dauerhaft zu etablieren.
Ohne schnelles und anhaltendes Höhenwachstum würde er überwuchert und müsste aufgrund des hohen Lichtbedarfes verkümmern !

Mutation ist ungerichtet - ja, das stimmt. Aber die natürliche Selektion würde das sichere Aus für unsere 'Kleinen' bedeuten ! Das steht doch außer Frage !
Werden sie natürlich ständig freigestellt, gewässert, gedüngt und in den Schlaf gesungen, so haben sie bestimmt ein schönes Leben vor sich... ;D

Empfehlung:
Wenn es nicht mehr regnet - Kaktus !
Ist es eisekalt und stürmisch - Grannenkiefer !
Steht alles unter Wasser - Sumpfzypresse !

Genetische Vielfalt habe ich, wenn ich gesunde Nachkommen unterschiedlicher Herkünfte beieinander pflanze (wie schon mancherorts diskutiert)...

Es gibt in der Evolution viele Beispiele davon, dass Eigenschaften verloren gegangen sind - natürlich meist als Anpassung an veränderte Lebensbedingungen (z.B. haben die Wale ihre Beine eingebüßt...).
Wir könnten ja versuchen, Mammutbäume im Gänseblümchenformat zu züchten... ;D

Ich bin eigentlich gar nicht so, ;)

Remi
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Cryptomeria

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Re: Sequoiadendron-Sorten
« Antwort #262 am: 11-Februar-2009, 19:39 »

Hallo Remi,

die Grannenkiefern überleben und es gibt jede Menge Fichten-,Zedern- usw. Zwerge im natürlichen Bestand.Genauso , wie es grünnadlige,blaunadelige ( z.B. Abies pinsapo,Cedrus) im natürlichen Bestand gibt. Und es gibt in den Groves auch pendulum-Formen.
Im Wald stellst du sie frei, bis sie groß genug sind, egal ob ein normaler oder ein Von Martin, der nur mehrere Meter hoch wird. Wir helfen ein bisschen im Babyalter, das verwässert doch nicht die Genetik. Die Januartemp. haben auch wieder selektiert, genau wie sehr feuchte Jahre mit Pilzbefall.
Also ich habe da eine andere Meinung wie du.Ich sehe das nicht so eng.Im Sequoiadron-Bestand kommen von 10 000 -den ein paar hoch. Das ist für mich kein Maßstab.

Viele Grüße

Wolfgang


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Xenomorph

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Re: Sequoiadendron-Sorten
« Antwort #263 am: 11-Februar-2009, 20:16 »

Lieber Lukas!  ;)

Ich sehe mich gezwungen, zu deinen Bemerkungen Stellung zu nehmen: Meine Absicht war es nicht, hier einen Keil zwischen Puristen und Sortenzüchter zu treiben, sondern auf mögliche Risiken bei diesen Zuchtpraktiken hinzuweisen, nämlich deren Auswirkungen auf die Nachkommen normaler Mammutbäume (via Bestäubung).

Dass ich hier zudem meine persönliche Meinung dazu äußere, nämlich insbesondere die, dass es irgendwie merkwürdig ist, sich einerseits für MAMMUT-Bäume zu interessieren, nur um dann andererseits aus deren Reihen die kränklichsten und schrumpfwüchsigsten Individuen zu selektionieren und zu vermehren, ist mein gutes Recht.

Es gibt andere Baumarten, die man pflanzen kann, wenn einem Mammutbäume zu groß sind. Das hat auch rein gar nichts mit "Nanophobie" zu tun. Ich kann mich ebenso wie Sequotax für Eiben, Grannenkifern usw. begeistern, nur würde ich nie versuchen, eine Eibe mit Riesenwuchs zu züchten, ebenso wie ich keinen Mammutbaum zum Busch machen will. Das gebietet mir mein Respekt vor der Natur. Aber dazu wurde schon genug gesagt...

Ich habe meinen ursprünglichen Beitrag nochmals sorgfältig durchgelesen und kann darin weder persönliche Kritik noch einen Mangel an Sachverstand erkennen, wie du ihn mir vorwirfst. Ich hatte auf meinen sachlichen und fairen Beitrag zu diesem Thema gerade von dir als Experten auch eine sachliche und faire Antwort erwartet. Sowohl deine verbalen Tiefschläge unter die Gürtellinie als auch deine sachbezogenen Argumente lassen bei mir allerdings jetzt erhebliche Zweifel an deiner Expertise aufkommen.  ;)

Was die Details betrifft wurde ja inzwischen schon so gut wie alles gesagt, was auch ich darauf zu antworten habe, insbesondere von Bernhard, TaunusBonsai, Sequotax und MaPr. Deren Ausführungen kann ich komplett unterschreiben. Wie dir z.B. Wayne und Tuff gerne bestätigen werden, bin ich übrigens ein großer Anhänger und Unterstützer der Idee, Mammutbäume aus möglichst vielen verschiedenen Herkünften in neuen Groves zusammenzupflanzen, damit sich deren Gene in Zukunft vermischen können. Gegen Selektionierung habe ich ebenfalls nichts einzuwenden, solange man gesunde Individuen selektioniert, die in Größe und Habitus noch eindeutig als Mammutbaum erkennbar sind. Aber auch das habe ich bereits oben geschrieben. Über alles andere hätte man sachlich diskutieren können. Da du dich einer solchen Diskussion aber verweigerst, werde ich die Sache von nun an auch mit Humor betrachten...  :D
« Letzte Änderung: 11-Februar-2009, 23:13 von Xenomorph »
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Joachim Maier

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Re: Sequoiadendron-Sorten
« Antwort #264 am: 11-Februar-2009, 20:16 »

die Grannenkiefern überleben

... so ziemlich alles!  ;)  :)
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Joachim Maier

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Re: Sequoiadendron-Sorten
« Antwort #265 am: 11-Februar-2009, 20:21 »

Lieber Lukas!  ;)

Ich sehe mich gezwungen, zu deinen Bemerkungen Stellung zu nehmen: Meine Absicht war es nicht, hier einen Keil zwischen Puristen und Sortenzüchter zu treiben, sondern auf mögliche Risiken bei diesen Zuchtpraktiken hinzuweisen, nämlich deren Auswirkungen auf die Nachkommen normaler Mammutbäume (via Bestäubung).

In der Natur mutieren immer wieder Lebewesen. Dies kann u.a. das Überleben einer Art bzw. zumindest Gattung sicherstellen. Es kann aber auch sein, dass die Mutation an die Umwelt schlechter angepasst ist; dann wird sie auch wieder ausselektiert.

Genau genommen überwiegt in der Natur die goldene Mitte zwischen Purismus und Variation. Nur dadurch ist ein langfristiges Überleben bzw. Anpassen an die Umweltgegebenheiten am besten gegeben!
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Xenomorph

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Re: Sequoiadendron-Sorten
« Antwort #266 am: 11-Februar-2009, 23:30 »

An Martin/MaPr:

Zitat
Wenn man das mit der genetischen Vielfalt ernst meinte müsste man gezielt Samen sehr alter Bäume, die möglichst weit voneinander stehen (Nord <-> Süd) miteinander kreuzen, aber nicht einfach so, sondern mit Zuchtbuch, mehrere Zuchtlinien, die man später wiederum miteinander kreuzt. Das dauert halt bei BMs etwas länger als bei Schneeleoparden od. ä.

Ja das wäre wirklich ein tolles Projekt!! Wobei es fast schon zu aufwändig wäre. Es wäre schon toll, wenn man sich aus möglichst vielen verschiedenen Groves Saatgut von den sagen wir jeweils 10 oder 20 wüchsigsten BM's besorgen und dann die gesündesten+wüchsigsten Sämlinge in einem neuen Grove durcheinander zusammenpflanzen würde. Das wäre dann zwar nicht streng wissenschaftlich, aber ich glaube daraus würden tolle Bäume entstehen!! Teilweise wird sowas hier ja auch schon gemacht...  :)
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Bernhard

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Re: Sequoiadendron-Sorten
« Antwort #267 am: 12-Februar-2009, 02:24 »

Genetische Vielfalt habe ich, wenn ich gesunde Nachkommen unterschiedlicher Herkünfte beieinander pflanze (wie schon mancherorts diskutiert)...



Remi, das ist der Punkt, den ich Lukas habe versucht klarzumachen.

Sortenvielfalt ist keine Genetische Vielfalt. Das begreifen meine Kinder auch..... ;)

Gruß
Berni
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Tuff

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Re: Sequoiadendron-Sorten
« Antwort #268 am: 12-Februar-2009, 03:57 »

Nun melde ich mich also auch noch zu Wort .... wie immer, in aller gebotenen Länge ;) aber dafür auch nur dieses eine mal (hoffe ich).

Ich beziehe mich dabei auf Sorten, welche sexuell vererbbare neue Eigenschaften aufweisen, nicht auf solche die durch zufällige Gendefekte im Embryonalgewebe oder Viren oder Bakterien zustande kommen, und die sich nur klonal vermehren lassen. Das heißt, ich setze mal voraus daß es solche Sorten gibt, quasi ein Ansatz zu einer neuen Art, bei denen durch den Pollenflug neue Genkombinationen verbreitet werden können. Darüber weiß man zurzeit noch nicht viel. Das wäre aber meiner Ansicht nach der zentrale Streitpunkt.

Um es gleich zu sagen: In dieser Kontroverse stehe ich ganz klar auf einer Seite, und zwar auf der der Bäume.

Es ist den Mammutbäumen in der Sierra und ihren Nachfahren in aller Welt zunächst mal ziemlich egal, welche genetischen Experimente mit ein paar Individuen gemacht werden. Wenn das Züchten neuer Sorten das Interesse und die Bekanntheit bei den Menschen vergrößert, dann kann es ihnen nur recht sein ! Ein paar Pollen die in einem nahe stehenden Altbaum zu ein paar Samen mit ungewöhnlichen, meinetwegen miserablen Eigenschaften führen, fallen einfach nicht ins Gewicht. Selbst wenn die Pollen in einen nahegelegenen Samenbestand fliegen würden (und ich gehe davon aus daß der in allernächster Nähe stehen müsste) - na und ? Die wenigen in Betracht kommenden Nachkommen werden so (Natur) oder so (Gärtner) wieder selektiert, entweder es taugt was oder nicht. Nur wenn aus dem Bestand Samen mit definiertem Charakter hervorgehen sollen (also ein zertifizierter Bestand), dann muß man sich Gedanken machen, und Abhilfe ist schnell gefunden.

Für die Art als solche sind diese menschlichen Probleme nur peanuts. Wir haben es hier mit einer einzigen Art als letzter Vertreter der gesamten Gattung zu tun, die während der Eiszeiten über einen Zeitraum von 3 Millionen Jahren mehrmals durch den genetischen Flaschenhals aus Eis gegangen ist, welches sie beinahe ausgelöscht hat; die nur noch in ein paar restlichen Flecken vorkommt, die schon lange nicht mehr in irgendwiner Verbindung stehen. Ein bißchen mehr Variation kann ihnen absolut nicht schaden !

Wenn das Know-How der Sortenzüchter dazu beiträgt, ein paar wertvolle neue Linien zu finden, die neue Lebensräume besiedeln können, dann fallen lebensuntaugliche Dekorzüchtungen überhaupt nicht ins Gewicht. Das nehmen alle Bäume sehr gelassen in Kauf ! Womit ich mir nicht anmaße, entscheiden zu können, was untauglich ist und was nicht. Ein Lebensraum, an dem ein Pygmaeum oder ein Pendulum plötzlich richtig ist, kann auch jederzeit erst neu entstehen, und dabei müssen wir auch an die gewaltigen Betonwüsten der Städte denken, welche einen stetig wachsenden Anteil haben. Das sind ebenfalls Lebensräume.

Das in der Sortenzüchtung gewonnene Know-How beschränkt zwar zumeist auf den Habitus. Eines Tages werden diese Sorten aber Genetikern helfen können, das Mammutbaum-Genom zu verstehen. Vielleicht wird man dann gezielt neue Arten schaffen. Ich will nicht sagen daß mir diese Vorstellung gefällt, aber die biogenetische Revolution wird sich nicht stoppen lassen egal ob wir sie gut finden oder nicht. Wir stehen hier gerade erst am Anfang, so wie die Computerfachleute am MIT in den 40er Jahren. Damals hatte man hochtrabende Pläne, die niemand ernsthaft glauben konnte. Inzwischen sind diese Pläne längst überholt, wir sind wir Lichtjahre weiter, das Internet haben sie sich damals überhaupt nicht vorstellen können. Ähnlich unvorstellbar stelle ich mir die Auswirkungen der nächsten Revolution vor. Und das Internet ist noch längst nicht das Ende der Fahnenstange.

Spätestens an diesem Punkt muß ich meinen Standpunkt neu definieren. Ich stehe auf der Seite der Wildnis. Solange die Menschen den Mammutbäumen eine Heimat lassen, und Naturräume zusammen mit ihren Wildnisprozessen schützen - wie in den Nationalparks -, solange kann es den Bäumen egal sein was wir in unseren Laboratorien auskochen, selbst wenn dabei neue 'Arten' geschaffen werden, die für die Holzproduktion in Agrarplantagen optimiert sind, aber in der Wildnis nicht mehr überlebensfähig wären, oder schlimmer noch, die die ursprünglichen Bäume verdrängen würden -- weil ein Mammutbaum nur ein Mammutbaum ist, wenn er seinen Mammut-Charakter bewahren darf, was in Holzplantagen nicht der Fall ist. Im naturnahen Waldbau hingegen wird sich der Einsatz gen-manipulierter Arten per Definition verbieten.

In der Sierra konnten die Groves sich seit langem nicht mehr vergrößern. Das liegt natürlich hauptsächlich am Klima, es spielt aber auch eine Rolle daß die Sierra als geologische Masse immer weiter emporgehoben wird und die Groves nun von sehr kalten und windigen Höhenzügen umgeben sind. Eine kleinwüchsige Form, die diese harten Bedingungen auch als Keimling überstehen könnte, und deren Samen weit fliegen, hätte den Sprung in die Nachbartäler schaffen können. Auch eine Auenvariante wäre denkbar gewesen, die sich flußabwärts hätte ausbreiten können. Angesichts der Kleinheit der Groves, der geringen Stammzahlen, und der sehr heiklen Naturverjüngung ist die Evolution dieser Art aber praktisch ausgebremst. Sie stehen, um es menschlich auszudrücken, mit dem Rücken zur Wand. Ich gehe davon aus daß es sie einzig und allein aufgrund der Langlebigkeit und der Widerstandskraft der ganz Großen überhaupt noch gibt.
« Letzte Änderung: 12-Februar-2009, 04:15 von Tuff »
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Xenomorph

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Re: Sequoiadendron-Sorten
« Antwort #269 am: 12-Februar-2009, 05:36 »

Hallo Micha!

Zitat
Sie stehen, um es menschlich auszudrücken, mit dem Rücken zur Wand.

Das ist genau der Punkt, warum mir diese Sorten überhaupt Sorgen bereiten, sonst wäre mir das doch vollkommen egal. Aber unser Anliegen muss es doch sein, diese Baumart zu stärken, nicht zu schwächen. Sie haben schließlich schon genug um ihr Überleben zu kämpfen. Niemand kann es mit Gewissheit vorhersagen, aber es ist leider gut möglich, wenn nicht gar wahrscheinlich, dass sich durch den Klimawandel die Vegetationszonen nordwärts verschieben. Und was ist dann in der Sierra Nevada? Wüste! Die häufiger werdenden Waldbrände könnten auf so eine Entwicklung hindeuten...

Und selbst wenn es nicht so kommt, bedeutet es für die Art Seq. gig. ein extrem wichtiges neues Standbein, wenn sie sich hier in Europa etablieren kann. Dabei hilft der Mensch ohnehin schon kräftig mit, denn von alleine verjüngt sich der BM unter den hiesigen Bedingungen ja bisher wenn überhaupt extremst selten. Diese Bedingungen könnten sich aber einmal ändern. Und dann sollte diese Art hier in Form starker, gesunder und genetisch (nicht im Sinne von Sorten) vielfältiger Individuen vertreten sein, wenn sie eine faire Chance bekommen soll.

Da der BM nun bisher noch keinen Einzug in den Waldbau gehalten hat, sondern meist in städtischen Parks, auf Friedhöfen und in privaten Gärten zu finden ist, sehe ich hier eben schon eine Gefahr. Denn eben dort werden bzw. würden ja auch diese Sorten gepflanzt werden...

Wenn mir aber jemand sagt dass diese Sorten steril sind, oder dass die Pollen des BM generell nur 50 oder 100 m weit fliegen, oder dass normale BM's in großen Mengen im Waldbau gepflanzt werden (so dass die Kultivare anzahlmäßig nicht mehr ins Gewicht fallen), dann kann man hier weitgehend Entwarnung geben und mir soll's recht sein.

Jedenfalls finde ich ist es aber ein wichtiges Thema, übrigens auch für die Fans dieser Kultivare, denn ich denke mal dass auch ihnen noch die normalen BM's gefallen und etwas bedeuten. Deswegen kann man doch auch gemeinsam darüber reden. Falls sich herausstellt dass es da gar kein Problem gibt- um so besser!! Aber falls eben doch, sollte man über Lösungen nachdenken. Das ist mein ganzes Anliegen.
« Letzte Änderung: 12-Februar-2009, 06:32 von Xenomorph »
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