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Autor Thema: Waldbrände in Kalifornien  (Gelesen 2132 mal)

Tuff

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Re: Waldbrände in Kalifornien
« Antwort #30 am: 03-Dezember-2020, 01:24 »

Ich habe heute nochmal über die 'damage assessment' Karte des Tulare County geschaut. (Ja wir sind wieder in der Sierra.)

Hier kann man krass weggebrannte 'Ruinen' (eigentlich eher Aschehaufen) anschauen, wenn man die roten Haussymbole anklickt. Wie man sieht hat in Mountain Home einiges gebrannt (auch Mammutbäume); aber besonders schlimm hat es die Siedlungen Sequoia Crest, Alpine Village, und Cedar Slope erwischt.

 https://tularecounty.maps.arcgis.com/apps/webappviewer/index.html?id=f452093b7c6c439e8844093804c0c347

Man bemüht sich da oben möglichst viel aus Holz zu bauen (klar) und oft ist es dann nur der Kamin welcher übig bleibt ... und die allgemein verwendeten 'feuersicheren' Blechdachplatten.

Haben hier zb. nix genutzt:

https://services1.arcgis.com/jUJYIo9tSA7EHvfZ/arcgis/rest/services/Castle2020_DINS_Public_View/FeatureServer/0/779/attachments/784


In einer besonders schlimm verwüsteten Gegend habe ich diesen einsamen Survivor gefunden:

https://services1.arcgis.com/jUJYIo9tSA7EHvfZ/arcgis/rest/services/Castle2020_DINS_Public_View/FeatureServer/0/773/attachments/778


Jetzt ist klar wohin sich die Anwohner das nächste mal flüchten !
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Tuff

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Re: Waldbrände in Kalifornien
« Antwort #31 am: 18-Juni-2021, 02:36 »

Nach circa 10 Jahren außergewöhnlicher Dürre gibt es in Kalifornien  immer noch keine wesentliche Erleichterung. Diesen Juni erlebt Kalifornien eine frühe Hitzwelle ohnegleichen, mit Temperaturen bis über 45°C.

Natürlich geht so eine Klimaphase nicht ohne Spuren an den Sequoia-Groves vorbei. Anscheinend sind allein im Castle-Fire letztes Jahr circa 10% aller Giant Sequoias der Sierra Nevada verbrannt -- zum ersten mal auch alte, große Bäume.

Obwohl in folgendem Artikel eher Management-Fehler dafür verantwortlich gemacht werden, darf man nicht übersehen, daß der allgemeine Zustand der Wälder der Sierra-Nationalparks nach 10 Jahren Dürre miserabel ist, und die Sequoias als nächstes vielleicht einfach auch vertrocknen werden.

https://seacoastoldies.com/2021/06/the-fight-to-preserve-californias-mighty-sequoia-trees-as-fire-seasons-climate-change-worsen/

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Bakersfield

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Re: Waldbrände in Kalifornien
« Antwort #32 am: 18-Juni-2021, 10:54 »

Die Verlustrate von 10% ist natürlich eine Katastrophe... :'( :'( Richtig schlimm wird es, wenn man dann noch die Ruinen jahrtausendealter Bäume sieht:

http://sequoiaquest.com/mckintyre-freeman-creek-and-alder-creek-nov-27-29-2020.html

Bei der Redwoodleague kann man sehen, welche Groves wie betroffen sind. Und man kann dort auch spenden und die aktuell laufenden Vorbereitungen unterstützen, um die Groves zu schützen.

https://www.savetheredwoods.org/blog/update-on-2020-wildfire-in-the-giant-sequoia-range/
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heiquo

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Re: Waldbrände in Kalifornien
« Antwort #33 am: 21-Juni-2021, 12:59 »

Das hört sich übel an....

der Sentinel scheint ja auch enorm betroffen zu sein...

Eine interessante Seite, gute Vergleichbarkeit!!
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TaunusBonsai

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Re: Waldbrände in Kalifornien
« Antwort #34 am: 21-Juni-2021, 13:09 »

Servus Heiquo,

ist aber nicht der bekannte Sentinel am Giant Forest Museum - zum Glück, denn sonst wäre das Museum Geschichte ...


wächternder Gruß aus'm Taunus vom Ralf
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Tuff

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Re: Waldbrände in Kalifornien
« Antwort #35 am: 21-Juni-2021, 20:07 »

Man kann wahrscheinlich mit einiger Zuversicht sagen, daß bei gleicher Feuerintensität kleine Groves schwerer betroffen sind als Große, einfach weil insgesamt weniger erwachsene Bäume übrig bleiben. Hier schägt dann einfach die Größe des Genpools zu Buche.

Als hilfsweisen Faustwert könnte man mal annehmen, potentiell gefährdet sind Groves < 1000 acre, das sind ungefähr 450 ha, wenn mehr als die Hälfte davon in der heißesten Feuerklasse brennt.

Dabei muss man beachten daß die reine Grove-Fläche nach heutiger Definition (und gerade im Gebirge) nicht so viel hergibt -- weite Bereiche innerhalb der Grovegrenzen können hier auch ganz Sequoia-frei sein.

Wichtig ist, daß genügend 'feuerfeste' Bäume überleben, welche in Zukunft auch weiterhin die normalen Feuer überleben. Man sagt, als Faustwert, alles unter 2 m Durchmesser hat hier keine gute Chance, und wirklich gute Aussichten bestehen erst ab 3 m. (Dafür brauchen die BM in der Sierra aber mehr als 400 Jahre, teilweise deutlich mehr.)

"Genug" bedeutet auch, nicht zu weit voneinender entfernt, so daß sie sich gegenseitig bestäuben können. Auch ein Grund warum die reine Anzahl nicht ausreicht, man muss auch die räumliche Verteilung berücksichtigen.

Im Alder Creek Grove (knapp 1000 acre, heiß gebrannt hat aber weniger als die Hälfte) wo die SRL werbewirksam erst jüngst eine kleine Fläche aus Privatbesitz erworben hat, füer eine irrsinnige Summe, waren es vor ca. 10 Jahren noch rund 500 Bäume mit einem Durchmesser von 2 m aufwärts (Zählung SRL).  Nun wäre es spannend aktuelle Zahlen zu hören !

Der Garfield-Dillonwood Grove wird von der SRL mit 3096 acre Fläche angegeben. Ich habe leider nur alte Zahlen, und die sagen 2200 acre, aber es hat sich auch immer wieder mal was an der Grove-Definition geändert. Heute tendiert man dazu, das gesamte 'potentielle' Sequoia-Areal als Grove einzustufen, nicht nur die tatsächlichen Vorkommen.

Fry & White haben 1930 in diesem Grove für die Klasse "at least 10 ft, measured 6 ft above ground" (also grob gesagt die 3 m Klasse) eine Anzahl von 1600 erhoben. So ein Grove wäre m.E. populationstechnisch schon wesentlich stabiler. Sehr heiß gebrannt haben auch nur ca 10 % der Fläche.

Hier wurde damals auch von massiver Naturverjüngung berichtet. Diese Bäume wären diesmal noch keine 100 Jahre alt gewesen, und es kann gut sein daß letztes Jahr in der heißesten Feuerklasse fast keiner von denen überlebt hat.

Alles unter sowas wie 100 ha (oder ~ 300 acre) könnte in einem Extremfeuer, oder bei andauernder extremer Dürre (wobei beides oft zusammen auftritt) langsam, aber endgültig, verschwinden. Es würden zuwenig Bäume übrigbleiben daß sich nochmal ein vitaler 'Giant Sequoia Grove' entwickeln kann.
« Letzte Änderung: 22-Juni-2021, 00:04 von Tuff »
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Bakersfield

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Re: Waldbrände in Kalifornien
« Antwort #36 am: 23-Juni-2021, 11:32 »

Das hört sich übel an....

der Sentinel scheint ja auch enorm betroffen zu sein...

Eine interessante Seite, gute Vergleichbarkeit!!

Wie der Ralf schon richtigerweise schrieb, war es ja zum Glück nicht der berühmte Sentinel.

Aber der vollkommen zerstörte Waterfall Tree im Alder Creek Grove war halt auch ein einmaliger und unersetzlicher Baum. Er stand am Steilhang und der Stamm überwucherte hangabwärts seine eigenen Wurzeln burlartig so sehr, dass er in dieser Ausrichtung 17m breit war... :o Und auch vom Stammvolumen war das ein Top 100 Baum... :'(

http://famousredwoods.com/waterfall/

« Letzte Änderung: 23-Juni-2021, 11:34 von Bakersfield »
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Tuff

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Re: Waldbrände in Kalifornien
« Antwort #37 am: 26-Juni-2021, 23:44 »

Ich wollte die Links aus diesm Beitrag jemandem zeigen der kein Forumitglied ist, und es ging nicht weil der Thread im Community-Bereich ist.

Ich finde das schade, das Thema ist doch generell inderessant.

Können wir das nicht vielleicht in den Bereich 'Wissenswertes und Neues' verschieben ?
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TaunusBonsai

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Re: Waldbrände in Kalifornien
« Antwort #38 am: 27-Juni-2021, 10:49 »

Ich kann's noch ....  8)
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Tuff

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Re: Waldbrände in Kalifornien
« Antwort #39 am: 27-Juni-2021, 22:56 »

Super, danke Ralf !!

Auf daß Du noch recht lange kannst !   ;D
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TaunusBonsai

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Re: Waldbrände in Kalifornien
« Antwort #40 am: 28-Juni-2021, 12:29 »

Das hoffen wir doch alle ...   :o ::) ;D
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Tuff

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Re: Waldbrände in Kalifornien
« Antwort #41 am: 28-Juni-2021, 13:41 »

hahaha  ;D

Darauf werden wir irgendwann mal anstoßen !   ;D
« Letzte Änderung: 30-August-2021, 01:12 von Tuff »
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Tuff

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Re: Waldbrände in Kalifornien
« Antwort #42 am: 30-Juni-2021, 11:57 »

Und es geht wieder los !

https://www.upi.com/Top_News/US/2021/06/29/Lava-Fire-13330-acres-California-8000-evacuated/8271625009125/

'vehicle fire' what the heck ??

Dieses Jahr bin ich mal gespannt wie groß die Feuer in Canada werden.

Vielleicht sogar Alaska !

Chad Hanson hat ein gutes Buch veröffentlich:

https://www.hcn.org/articles/books-the-ecological-hate-speech-developed-around-wildfire

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Tuff

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Re: Waldbrände in Kalifornien
« Antwort #43 am: 30-August-2021, 00:59 »

Das Dixie-Feuer ist aufgrund seiner Größe derzeit in aller Munde.

https://twitter.com/hashtag/DixieFire

Aber viel spannender finde ich das Caldor-Feuer, welches sich unerbittlich auf den Lake Tahoe vorarbeitet ! Zum einen, weil mehr menschliche Siedlungen gefährdet sind. Zum anderen, weil die Nord-Sierra erdgeschichtlich Giant Sequoia Gebiet war - man weiß zwar nicht wie groß die Groves waren, aber es gibt keinen Grund anzunehmen sie seien klein gewesen. Möglicherweise wurden sie durch die Eiszeiten ausgelöscht. Vielleicht könnten dort heute auch an anderen Orten als Calaveras und Placer wieder große Groves existieren ?

https://twitter.com/hashtag/CaldorFire


Dieses Bild zeigt den 'Funkenregen':
https://twitter.com/NewellPhotos/status/1431093288040230916

Wer schon mal trockene Koniferen bei starkem Wind verbrannt hat (macht man natürlich nicht!) weiß wie weit diese glühenden Zweig-Stückchen fliegen können. Hangabwärts, sind im Gebirge bei starkem Wind auch durchaus > 2 Kilometer möglich !

Der verdammte Funkenregen ist auch der Grund, warum ganze Siedlungen verbrennen. Nicht weil das Feuer direkt vom Nachbarhaus übergreift -- sondenr weil in der Luft überall Funken sind, und in jedes Haus eindringen, durch den Schornstein oder über die hölzerne Veranda, oder sonstwelche Ritzen und Löcher. Es ist schwer oder mindestens sehr teuer, ein Haus 'funkendicht' zu bauen - sofern man darin noch atmen können möchte!
« Letzte Änderung: 30-August-2021, 02:52 von Tuff »
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Tuff

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Re: Waldbrände in Kalifornien
« Antwort #44 am: 30-August-2021, 01:34 »

Man ist versucht, irgendeinen Schuldigen zu finden ... und geht hier aber von falschen Voraussetzungen aus: Es ist nicht das Feuer, welches nicht in dieses Land gehört, sondern der Mensch!

Denn Kalifornien ist das 'Feuerland'. Es ist, es war schon immer, und wird immer das Feuerland sein.

Das liegt zum einen an der regulären Dürre in der zweiten Jahreshälfte ("It never rains in California"), mit der entsprechend angepassten leider hochentflammbaren Vegetation (Manzanita, Chapparal);  zum anderen an den tausenden von Blitzen die jeden Sommer einschlagen, und auch an den völlig unkalkulierbaren, lokalen Windströmungen mit ihren geradezu irrsinnigen täglichen Richtungsänderungen. So kommt ein Feuer nicht mal eben an einer Felswand oder einem Flusscanyon zum Erliegen, sondern breitet sich quasi abwechseln in alle Richtungen aus.

Es ist wahrhaftig ein Don-Quixote Unternehmen im Gebirge der Sierra Nevada Feuer bekämpfen zu wollen. Stattdessen sollte man in diesen Bergen einfach nicht siedeln!

Diese Feuer brennen so heiß, daß schon in 300 m Entfernung die Kleidung versengt und in spätestens 50 Metern alles Brennbare in Flammen aufgegangen ist.

Unter Bedingungen wie diesen:

https://twitter.com/chrisbloch71/status/1430576663553667084?s=20  (Caldor)

https://pbs.twimg.com/media/E97zzrCUcAA2Rw3?format=jpg&name=large  (Dixie)
(Quelle:  https://twitter.com/DaleSch20194293/status/1431849807996329984?s=20 )

versuchen Kalifornische Feuerwehrkräfte täglich 'fire lines' zu schaffen an denen das Feuer aufgehalten wird ! Eine Verrücktheit ! die vielleicht nur in Amerika möglich ist. Jedenfalls solange sie noch Geld dafür übrig haben ...

« Letzte Änderung: 30-August-2021, 01:47 von Tuff »
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