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Mammutbäume in Bonn

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Tuff:
Es folgt eine Reihe von Updates und Fotos zu Bäumen die bereits im Register sind.

#3567:

Ippendorf ist ein kleiner Ort im Süden von Bonn, auf einem maximal etwa 170m hohen Hügel gelegen, der zusammen mit dem benachbarten Venusberg im Grunde genommen ein allererster Ausläufer der Eifel ist. Der langgezogene Hügel ist nach Westen exponiert, abends kann man dort also gut Sonne tanken. Genau an dem Punkt meines Ausfluges, an dem ich wirklich umkehren wollte um rechtzeitig zurück zu sein, entdeckte ich einen zunächst eher unscheinbaren Bergmammutbaum. Allerdings hat der es, wenn man genauer hinsieht, faustdick hinter der Rinde !

MBREG ID #3567
53127 Bonn
Ippendorf
Am Kurfürstenkreuz 5
50.6984  7.07901°  155 üNN (Die 'Ort' Koordinaten im Register sind nicht genau, bitte updaten)
U=492  D=157 (bitte ebenfalls und mit Datum in der Datenbank updaten)

Familie Kleimann hat den Baum 1959 gepflanzt. Die Pflanze haben sie als ca. 40cm großer Sämling 'von einem Zahnarzt' in Kaldenkirchen geholt, der auch eine Baumschule hatte, den sie aber nicht persönlich trafen - ausgehändigt wurde der Baum von seiner Frau. Es handelte sich höchstwahrscheinlich um das Zahnarzt-Ehepaar Ernst und Illa Martin.
 
Der Baum kann also nicht viel älter sein als 52 Jahre!

JNieder:
Ich warte ! 8)

Tuff:
Also gut, Jochen, ein paar weitere Infos :)

Die Siedlung in bester Lage am Rande von Ippendorf ist eine Ortserweiterung aus den 50ern, vorher war dort Wald und Acker. Der Hang war ursprünglich feucht und sehr steil abfallend. Der vor einigen Jahren in hohem Alter verstorbene Kalifornienfan Herr Kleimann ließ den Hang an dieser Stelle mit einer enormen Menge Bauschutt auffüllen (Erde und Betonplatten von der nahegelegenen Uniklinik, welche im Krieg u.a. als flakgeschützte Kaserne genutzt worden war und vor dem Neuaufbau größtenteils abgerissen wurde). Viele Meter tief unter dem Bauschutt muß es eine Wasserader geben, die damals im Nachbargarten als Quelle gefasst wurde (heutiger Zustand unbekannt).

Über die Geologie Ippendorf konnte ich bis jetzt nicht viel finden, aber es gibt einen Artikel in der Wikipedia über das benachbarte und sehr vergleichbare Hochplateau Venusberg, dessen Name sich von Fenn-Berg ableitet, da es sich um ein ehemaliges Hochmoorgebiet handelt. Was mich an meine allererste Mammutbaumreise vor etlichen Jahren erinnert, bei der ich in Fenberg (Südtirol) einen kleinen Trupp riesiger Bergmammutbäume fand - übrigens aufgrund einer Bemerkung in einer Schrift von Martin.

Ein weniger brauchbarer Hinweis findet sich im Artikel zum Melbtal: Der untere Bodenhorizont ist waserundurchlässiger Ton, der obere besteht aus wasserdurchlässigem Lösslehm, dazwischen befindet sich eine ca. 5 cm dicke quellfähige Braunkohleschicht, die wie ein Gleitmittel wirken kann. Diese Situation muß natürlich keineswegs auf dem höhergelgenen Hang in ähnlicher Weise vorliegen. Es ist jedoch festzuhalten daß es wasserführende Stauschichten geben kann, sowie fruchtbaren Löß, und Braunkohle als Hinweis auf prähistorische Moore oder Seen.

Im Artikel zum direkt bei Ippendorf gelegenen Kreuzberg liest man, am Kreuzberg geht das Mittelgebirge der Eifel in die Kölner Bucht über was uns daran erinnert sollte daß zur großen Zeit der Taxodiaceen, im Miozän, das Meer gerade eben bis zu den Bonner Hügeln reichte. Eine sonnige Meeresküste. Vieleicht wartet unser Baum schon darauf daß das Meer wiederkommt.

Tuff:
Die Bonner geben sich übrigens viel Mühe ihre Bäume vor Blitzschlägen zu schützen.
So sieht zum Beispiel der Blitzableiter vom Venusberg aus:

Tuff:
Das barocke Poppelsdorfer Schloss der Kölner Kurfürsten wurde 1740 fertiggestellt. Von den ausgedehnten Parkanlagen und Alleen sind im Wesentlichen nur noch eine schöne Allee, viele heute private kleine Gärten, einzelne ältere exotische Bäume hier und da, sowie der Gelände des Botanischen Gartens übrig. (Vermutlich gibt es noch mehr zu erwähnen, ich werde es bei Gelegenheit updaten)

In den Stadtteilen Poppelsdorf, Südstadt, und Weststadt gibt es eine besondere Häufung größerer exotischer Bäume. Dort stehen viele Häuser und Villen aus der Gründerzeit (um 1900 erbaut - je näher am Schloss, desto älter).

In einem Privatgarten in der Endenicher Allee 12 steht ein besonders schönes Beispiel der Poppelsdorfer Bäume. Der Besitzer des Gartens, der sich beruflich mit der Vermehrung von Miscanthus beschäftigt, kennt das genaue Alter des Baumes leider nicht. Das Haus wurde 1898 erbaut - es kann aber natürlich sein daß der Baum schon vorher dort stand.

BM mbreg id # 2470
53115 Bonn OT Poppelsdorf, Endenicher Allee 12 
U=580  D=186 
50.7306  7.08806
edit xandru 2013-05-13: = ID 2470

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