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Autor Thema: Nutzung der Mammutbäume durch Tiere (Eichhörnchen, Insekten, Vögel)  (Gelesen 13726 mal)

Joachim H.

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Die Kritik der Naturschützer an gebietsfremden Arten halte ich trotz der schönen Fotos und interessanten Beobachtungen für gerechtfertigt. Bei den hier gezeigten Beispielen handelt es sich meist um die Nutzung der Bäume als Habitat und weniger als Nahrungsgrundlage.

Was die einheimischen Bäume so wertvoll macht, ist ihre Funktion als Nahrungsgrundlage für Insekten, welche die 1. Stufe der Konsumenten im Nahrungsnetz darstellen. Auf den Fotos der Seqouiafarm sind die Vögel überwiegend auf Nicht-Mammutbäumen zu sehen. Und selbst wenn sich Eulen oder Spechte in Mammutbäumen aufhalten, heißt das nicht, dass sie dort Nahrung/Beute finden, welche sich von Mammutbäumen ernährt. Das Eigelege auf dem oberen Bild kann z.B. gut auch ein "Fehlgelege" sein. Sowas kommt häufig vor. Die geschlüpften Insekten gehen dann einfach zugrunde.

Um wirklich zu beurteilen, ob Mammutbäume einen wertvollen Beitrag zur Biodiversität leisten, reichen solche Fotos nicht aus, sondern man muss ermitteln, welche Insekten sich vom Baummaterial ernähren. Die ganzen Tiere könnten sich etwa nur deshalb ansiedeln, weil in der Umgebung sich Insekten von anderen, einheimischen Bäumen ernähren. Einheimische Baumarten haben gerne mal eine ellenlange Liste an Fraßfeinden, wie hier zum Beispiel. Die Mammutbäume zeichnen sich ja gerade dadurch aus, dass sie kaum "Schädlinge" haben. Deshalb glaube ich auch nicht, dass ein Mammutbaumforst gut für die Biodiversität wäre.
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Tuff

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Joachim,

Ich kann was zu den Bergmammutbäumen sagen. Für die Küstenmammutbäume trifft dies aber nur teilweise zu  und es handelt sich ja bei diesen generell auch um ein ganz anderes Ökosystem.

Also, es gibt Untersuchungen genau zu dieser Fragestellung, und die Ergebnisse sind unegfähr so, wie Du es hier darstellst. Es gibt in Europa - bisher - fast keine Nutzung direkt als Nahrungsbaum, und auch in Kalifornien ist die Zahl der beteiligten Tierarten sehr überschaubar.

Große, alte Bergmammutbäume haben Höhlungen aller Form und Größe und bieten vor allem eines: Schutz. Das ist ihre Stärke, und darin sind sie fast unschlagbar. Etwa wohnen in Kalifornien eine Unmenge Vögel, und hier gerade die kleinen Eulenarten (Stichwort "Spotted Owl") und potentiell der Kondor, in den großen Bäumen, sowie eine große Zahl von Kleintieren wie Eidechsen und sogar Amphibien. Viele ernärhen sch auch von Insekten die in und an der Borke leben.

Das trifft natürlich prinzipiell auch für Duglasien und Kiefern zu. Aber man muss einfach sehen, daß der Lebenraum (sagen wir mal vereinfacht, die Oberfläche einschliesslich der Höhlen) eines Mammutbaumes pro Standfläche um ein Vielfaches größer ist. Allein seine schiere Größe macht also schon den Unterschied aus, dazu kommt dann die spezielle tiefrissige Borke (welche durch rasanten Wuchs bzw. Blitzschlag partiell vom Holz abheben kann wodurch wiederum Höhlungen entstehen) in welche Vögel und Insekten zudem leicht einarbeiten können, sowie die Tendenz nach Blitzschlag von oben herab auszubrennen ("Telescope Trees"), wodurch viele m lange große Hohlräume entstehen.

Man hätte die Bergmammutbäume daher eigentlich "Höhlenbaum" nennen sollen :D denn dies ist ein wesentliches Merkmal.

Ansonsten kommt diese Baumart in der Sierra selten im Reinbestand vor und auch bei uns sollte man sie in Mischungen anpflanzen, eben um die Biodiversität der Tiere zu fördern, und natürlich auch aus dem Prinzip der Ausfallsicherung (Stabilität bei Katastrophen wie zB. ein plötzlich auftretender Schadpilz oder ein Klimawandel). In meinem Mikogrove mische ich die BM mit Eichen als zweiter Hauptbaumart, diese würden wenn alles gut läuft eines Tages quasi im Unterstand stehen. Eichen wwerden von unseren einheimischen Baumarten mit weitem Abstand von den meisten Tierarten "genutzt" (also befressen) und sie sind aufgrund ihrer sehr dichten harten Borke und ihrere starken Regenerationskraft auch nicht übermässig empfindlich gegen Feuer - falls das jemals eine Option wäre in einem "deutschen Grove".

Lärchen scheinen mir auch gut geeignet (ich kenne ein Beispiel) weil sie viel Licht durchlassen und bei raschem Wuchs und großen Höhen in der Kronenschicht mithalten können.

Natürlich sollte man alle Gelegenheiten nutzen, auch weitere Baum- und Straucharten einzumischen.
« Letzte Änderung: 30-August-2017, 17:48 von Tuff »
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Michael D.

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Hallo,Joachim !

Da du so gerne das Wort "einheimisch" verwendest : In der Natur gibt es keine "einheimischen" Pflanzen oder Tiere,da sich die Natur ständig verändert.Mammutbäume hat es ca.150 Millionen Jahre lang auf der nördlichen Erdhalbkugel gegeben,so auch in Deutschland (Ginkgo sogar weltweit ).Dies ist z.B. durch Funde in Ostdeutschland oder auch in Wächtersbach/Hessen belegt.
Ich denke mal,daß sich die Tierwelt erstmal wieder an die zurückkehrenden Arten "gewöhnen" muß.

Viele Grüße ! Michael
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John Muir:Zweifellos würden diese Bäume gutes Nutzholz abgeben,sobald sie einmal durch ein Sägewerk gegangen wären,so wie George Washington,wäre er durch die Hände eines franz. Küchenchefs gegangen,sicherlich einen wohlschmeckenden Braten abgegeben hätte.

Tuff

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Michael, der Begriff "heimisch" ist immer problematisch vor allem wenn es um Abgrenzungen geht. Man sollte aber doch respektieren daß Worte aus gutem Grund und mit einem bestimmten Sinn erschaffen wurden.

Bei Menschen wird die Eigenschaft zu einem großem Teil durch die Muttersprache definiert 8warum eigentlich nicht von der Vatersprache, hahaha); bei Pflanzen eher durch die Anpassung an die Bedingungen einer Region, vor allem ein bestimmtes Klima, sowie durch die Integration in eine Lebensgemeinschaft. Das bedeutet bei einer Pflanze, daß sie von Tier- und Pflanzenarten "genutzt" wird (als Nahrung, Habitat, Schutz), und zwar bis zu einem Grad den man bereits als dauerhafte Anpassung bezeichnen kann.

Wir leben innerhalb des Känozoikums in einem Interglazial des Quartärs, welches Holozän getauft wurde. Die Bedingungen sind nicht annähernd vergleichbar mit dem Tertiär, in dem Sequoien noch sehr verbreitet waren. Es spielt für die Frage "heimisch" leider keine Rolle, ob eine Gattung in einem vergangenen Erdzeitalter zu ganz anderen klimatischen Bedingungne bereits einmal in Europa vorkam. Man muss schauen, ob sie hier und heute wirklich funktional zum Ökosystem dazugehört oder eher als Fremdkörper bloß auf demselben Stück Land vorkommt. Letzteres kann theoretisch übrigens auch bei einer Art vorkommen, die schon lange da ist. Nach meiner Definition ist sie dann eben niemals "heimisch" geworden.

Ob dies tendenziell auch für die Bergmammutbäume in der kalifornischen Sierra Nevada zutrifft, ist eine offene Frage. Es ist eine Tatsache, daß sie in vielerlei Hinsicht nicht sehr weitgehend in die dort typische Pflanzen- und Tiergemeimschaft integriert sind, was u.U. ihrer Feuerökologie geschuldet ist: Sie leben dort, wo alles andere wegbrennt; und sie "brauchen" im Grunde niemanden. Viel eher "heimisch" wären sie in eienr Umwelt, in der noch viele andere Arten von Feuer abhängig sind, oder in der sie zur Verjüngung nicht ausschliesslich von Feuer abhängig wären; und in der es auch direkte Fressfeinde gibt. Dies war im Tertiär sehr wahrscheinlich der Fall.

Ich persönlich sehe Bergmammutbäume (und tendenziell auch Küstenmammuts und Metasequioa) eher als Relikte an die in einer Zeitepoche, die absolut nicht ihre ist, auf ihre letzten Refugien dringend angewiesen sind. Die Frage ob sie "heimisch" sind ist daher für mich ein unfairer Maßstab.  Man könnte sie vielleicht 'Ehrengäste' nennen. Dennoch ist es wichtig, zu schauen, ob und wie sich diese Baumarten integrieren, denn die Natur ist ständig in Bewegung, und was gestern noch galt, gilt schon heut oder morgen nicht mehr ... :D
« Letzte Änderung: 05-Oktober-2018, 23:55 von Tuff »
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Tuff

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Hornissen nutzen die Borke eines BM für Nestbau (mit Dank an den Entdecker Michael D.)
« Letzte Änderung: 05-Oktober-2018, 23:56 von Tuff »
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Michael D.

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Moin,MB - Freunde !

Bei einem Besuch einer meiner Wald - BM´s konnte ich eine überraschende Entdeckung machen.Der vor 3 Jahren gesetzte Baum ist momentan gerade mal 1,70 - 1,80 m groß,hatte aber dieses Jahr seinen ersten Bewohner.Auf einem der unteren Äste hatte ein Vogel,im Schutze der Drahteinhosung,ein sehr filigranes Nest gebaut ! Bei der "Größe" des Nestes vermute ich,daß es ein Zaunkönig gewesen sein könnte.

Vogelfreie Grüße ! Michael
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John Muir:Zweifellos würden diese Bäume gutes Nutzholz abgeben,sobald sie einmal durch ein Sägewerk gegangen wären,so wie George Washington,wäre er durch die Hände eines franz. Küchenchefs gegangen,sicherlich einen wohlschmeckenden Braten abgegeben hätte.

Sumpfzypresse

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Bei meiner Recherche zum Thema Mammut und Biodiversität bin ich auch auf diesen Thread gestoßen und sehe keine Notwendigkeit ein Neues Thema zu eröffnen.
Es wurde ja schon angemerkt, dass in der Fachliteratur die Mammuts nicht besonders gut in Bezug auf Biodiversität bewertet werden. Hier ein Artikel, der 70 verschiedene Stadtbäume in Bezug auf ihren Nutzen für Tiere (Wildbienen, Käfer, Vögel, Säugetiere, Schmetterlinge) bewertet. Die Bäume wurden von Experten für die verschiedenen Wildtierarten bewertet und auf dieser Grundlage ein Biodiversitätsindex entwickelt:

http://www.swild.ch/publi/Gloor_JdB_2018.pdf

Diese Seite ist im Artikel schlecht lesbar gibt aber einen guten Überblick:

https://taspo.de/fileadmin/user_upload/Biodiversit_index.pdf

Von den Mammuts werden BM und UM bewertet und schneiden eher schlecht ab. Aber auch die beliebte Platane wird sehr schlecht bewertet, genauso wie der Blauglockenbaum. Die Neophyten werden tendenziell erwartungsgemäß eher schlecht bewertet, wobei es hier aber auch ein paar Ausreiser wie die Japanische Blütenkirsche etc. gibt. Am besten schneidet die Stieleiche ab. Am Aussagekräftigsten ist die Tabelle auf Seite 45, da hier der Nutzen für die einzelnen Tierarten nochmal klarer wird (Leider nur für 20 ausgewählte und ohne Mammuts).

Grüße Frank

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Tuff

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Ich finde den Ansatz nicht verkehrt, habe aber Zweifel an der Methodik ... denn für Insekten und andere Wildtiere sind Nahrungsquellen sehr viel wichtiger als Unterschlupf und Überwinterung. (Das ist so ähnlich wie Job und Wohnung: Wenn man einen guten Job hat, nimmt man bei der Wohnung - fürs erste - notfalls sehr vieles in Kauf; wenn man aber keinen Job hat, nutzt auch das tollste Wohnungsangebot nix - man muss weiterziehen.)
Und obwohl beides bei zB. Falterarten oder netzbauenden Spinnen auch mal weitgehend deckungsgleich sein kann, sollte man diese beiden 'Typen' der Nutzung getrennt behandeln und unterschiedlich gewichten.

Dann würde die Eiche sich nämlich im Diagramm noch viel deutlicher nach oben absetzen, und die Buche zb. würde weiter nach unten fallen.

Ferner gibt es noch einen 'systemischen' ökologischen Wert, der hier anscheinend nicht berücksichtigt wird: Wenn etwa Ilex oder Eibe den Boden vor Strahlung = vor Autrocknen schützen,  und im Winter windgeschützte Bereiche entstehen, kann dies sehr positiv sein für Würmer und Insekten sein, und auch das Wachstum anderer Baumarten fördern.  Anderes Beispiel, durch die Anhäufung von relativ leicht zersetzlicher Nadelstreu unter Gebirgsmammutbäumen oder auch Lärchen bildet sich ein lockerer Rohhumus in welchem es wimmelt von Kleinstinsekten, Collembolen, Asseln, Spinnen u.ä., welche natürlich ihrerseits wieder als Nahrung anderen zur Verfügung stehen.

Es scheint mir sehr problematisch diese 3 genannten Kategorien (und vielleicht gibt es noch mehr) in einem einzigen Index zusammenzufassen, weil die relative Gewichtung gegeneinander für jede Baumart und für  jede Tierart anders ausfallen kann. Man sollte sie daher getrennt darstellen, damit ein Gärtner oder Landschaftsplaner im Einzelfall entscheiden kann, was er an einem bestimmten Ort eigentlich genau wie erreichen möchte.
« Letzte Änderung: 08-November-2019, 00:16 von Tuff »
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Sumpfzypresse

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Wie die verschiedenen Experten genau zu der Bewertung eines Baumes für ihre Tiergruppe gelangt sind lässt sich im Detail nicht nachvollziehen. Die Autorinnen schreiben aber:

"Die Tiergruppen sollen unterschiedliche Pflanzenteile (z. B. Knospen, Blüten, Blätter, verholzte Teile) der Bäume nutzen. Dabei soll sowohl die Funktion des Baumes als Lebensraum als auch als Nahrungsgrundlage berücksichtig werden." (S. 40)

Ich gehe aber mal davon aus, dass die Wissenschaftler eine ihrer Tiergruppe entsprechende Gewichtung verschiedener Funktionen einer Baumart implizit vorgenommen haben. Und natürlich hat ein solcher Index immer vereinfachenden Charakter, weil dies ja gerade seine Aufgabe ist. Eine getrennte Gewichtung für 20 ausgewählte Baumarten finden wir außerdem auf Seite 45. In ihrem Ausblick am Ende des Artikels sprechen sich die Autorinnen ja auch für eine Erweiterung des Index um weitere Variablen aus bzw. Biodiversität ist auch für die Autorinnen nicht das alleinige Kriterium für die Auswahl einer Baumart (Mikroklima, Bodenmerkmale etc.).

Mein Eindruck ist, dass viele Stadtgärtnereien mit der sinnvollen Auswahl ökologisch wertvoller Bäume überfordert sind und dass eine Entscheidungshilfe mit 25 verschiedenen Variablen keine ist.

Die Forschung bezüglich der Bedeutung exotischer Pflanzenarten für unsere Fauna ist ja auch noch nicht abgeschlossen, woraus folgt, dass man natürlich an geeigneten Standorten auch Mammuts etc. anpflanzt und weiter erforscht.

Apropos Standort, gibt es Beispiele für die Pflanzung von Mammuts in Flussauen, Flusstälern oder direkt an Seen bei uns oder entstehen an solchen Standorten Probleme mit Staunässe? Ich würde ja gerne ein paar Mammuts und Sumpfzypressen an Altrheinarmen, Rheinufer oder auf Rheininseln hier in der Gegend (Mainz) ausbringen.
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Tuff

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Hallo Frank,

Ich finde daß Gärtner von lediglich 3 einfach zu verstehenden Kriterien nicht überfordert sein sollten ... unterschätz die mal nicht :D

Eine 'implizite' Bewertung hilft demgegenüber nicht weiter wenn sie nicht offengelegt wird und nachvollziehbar ist. Oder provokativ gesagt, würdest Du eine Partei wählen deren Programm nicht bekannt ist ?

(...) gibt es Beispiele für die Pflanzung von Mammuts in Flussauen, Flusstälern oder direkt an Seen bei uns oder entstehen an solchen Standorten Probleme mit Staunässe?

Gute Frage!  Die ich mir auch schon gestellt habe. Für Taxodium  sicher kein Problem; und von Sequoia s. ist bekannt daß sie auch am Grunde von Schluchten entlang von Flüssen wächst; das sind wahrscheinlich jedoch gut drainierte Standorte, die andererseits aber sicher auch periodisch überfluten können. Demnach hätte ich einiges Vertrauen in diese Art.
Daher beziehe ich Deine Frage mal nur auf Bergmammuts, ist das ok ?
Hierfür gibt es jedoch  besser geeignete Threads ... zum Beispiel diesen hier.
« Letzte Änderung: 10-November-2019, 19:16 von Tuff »
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Sumpfzypresse

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Hallo Tuff,
danke für die ausführliche Antwort auch im anderen Thread.


Ich finde daß Gärtner von lediglich 3 einfach zu verstehenden Kriterien nicht überfordert sein sollten ... unterschätz die mal nicht :D

Biodiversität ist ja letztlich nur ein Entscheidungskriterium unter anderen (Boden, Mikroklima, Kosten, Ästhetik, Pflegeaufwand etc.), deshalb sehe ich in einem "einfachen" Index durchaus Vorteile und auch eine Argumentationshilfe gegenüber anderen Akteuren wie Verwaltung, Politik und Öffentlichkeit.

Eine 'implizite' Bewertung hilft demgegenüber nicht weiter wenn sie nicht offengelegt wird und nachvollziehbar ist. Oder provokativ gesagt, würdest Du eine Partei wählen deren Programm nicht bekannt ist ?

Im politischen bin ich überzeugter Nichtwähler. Wissenschaft im Rahmen politischen Handelns ist in der Regel nicht mehr als der Versuch der Rationalisierung von ideologischen Überzeugungen (sowohl was Ziele als auch Mittel angeht). Ich glaube auch nicht, dass viele Wähler ein Verständnis volkswirtschaftlicher Modelle oder von Klimamodellen haben. Kurzer Sinn: schlechter Vergleich, Politik hat wenig mit Wissenschaft und Transparenz sondern viel mit Machterwerb, Machterhalt und Interessengruppen etc. zu tun.
Wenn mir ein Bienenforscher sagt, dass der Gingko keinen und der Silberahorn einen großen Wert für seine Tiergruppe hat halte ich das erstmal für glaubwürdig. Nichtsdestotrotz ist es selbstverständlich interessant zu wissen, was sich im Detail hinter einer solchen Bewertung verbirgt. Ein Blick in die Primärliteratur sollte hier hilfreich sein.

(...) gibt es Beispiele für die Pflanzung von Mammuts in Flussauen, Flusstälern oder direkt an Seen bei uns oder entstehen an solchen Standorten Probleme mit Staunässe?

Gute Frage!  Die ich mir auch schon gestellt habe. Für Taxodium  sicher kein Problem; und von Sequoia s. ist bekannt daß sie auch am Grunde von Schluchten entlang von Flüssen wächst; das sind wahrscheinlich jedoch gut drainierte Standorte, die andererseits aber sicher auch periodisch überfluten können. Demnach hätte ich einiges Vertrauen in diese Art.
Daher beziehe ich Deine Frage mal nur auf Bergmammuts, ist das ok ?

Taxodium ist klar, aber für den KM war mir das bisher nicht bekannt danke für die Information und auch für deine ausführlichen Ausführungen zum BM im anderen Thread.
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