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Veteran in Beimerstetten (UL)
xandru:
…
Wenige Meter östlich steht ein Baumstumpf, dessen Struktur ebenfalls auf Sequoiadendron hinweist. Nochmals wenige Meter weiter steht ein toter Stamm, dessen herunterhängende Rindenreste typisch für einen Bergmammutbaum sind. Die Abstände sind wie folgt (in Metern und württembergischen Zoll):
ID 17786←→
5,50…5,90 m
19,2…20,3′Stumpf←→
8,70…8,85 m
30,4…30,9′Stamm
Zwanzig und dreißig Fuß – dies sind genau die Abstände, die sich bei den Wilhelma-Standorten auch finden.
Ferner liegt der Standort exponiert auf einem flachen Höhenrücken. Das wird deutlich, wenn man in Google Earth in der Meereshöhe 615 m ein Polygon um das Wäldchen zieht. Diese hoch liegenden, flachen Planzgärten sind die typischen Standorte für Wilhelma-Anpflanzungen.
Für mich ist auf Grund dieser beiden Indizien der Nachweis für die Wilhelma-Saat geführt. Beimerstetten gehörte übrigens zum Oberamt Ulm.
Bewiesene Grüße,
Wolfgang
gamberle:
Hallo Wolfgang,
wir wären uns da fast begegnet. Ich war vielleicht 1 Stunde später dort. Ziemlich spektakulärer Fund. Eindeutig Wilhelmasaat.
Gut, dass Ihr vor mir da gewesen seid. Schließlich ist es Dein Fund, aber ich hätte die Meldung mit Dir abgesprochen. Nach Deinem gestrigen Post konnte ich nicht widerstehen, kurz mal da hin zu fahren.
Die 5 "Beifang"-BM's habt Ihr ja auch bereits erfaßt. Von dem größten, gleich bei der Wegegabelung hätte ich noch den BHD, evtl. als Ergänzung.
Ich möchte hier einige Gedanken zu den Standortbedingungen dieses gesunden alten BM's ergänzen.
Auf dieser Seite kann man wunderbar online die geologischen und bodenkundlichen Daten in ganz BW bestimmen, fast auf den qm genau.
Obwohl der Standort über 600 m auf der Albhochfläche liegt, ist er für einen BM relativ günstig. Auf Höhe des Lonetals beginnt bereits der nach Süden hin sanfte Abfall der Albhochfläche zur Donau hin. Hier ist die verkarstete Schicht des Jura bei weitem nicht mehr so mächtig und schwindet teilweise ganz. Wie ich es auf der interaktiven Karte deute, steht der Baum auf einer Art Insel, einer Schicht aus dem Quartär, bestehend aus Lösssediment. "Löss und Decklehm großer Mächtigkeit" gibt die Legende für dieses Waldstück an.
In dieser Ecke der schwäbischen Alb ist auch die Wassersituation deutlich günstiger. Auf dem überwiegenden Teil der Albhochläche versickert ja jeder Regentropfen quasi direkt ins Karstgestein und tritt erst hunderte von Metern tiefer irgendwo wieder aus. Steh- Fließgewässer oder Grundwasser finden sich daher praktisch nicht. Die Menschen lebten dort jahrhunderte lang nur von gesammeltem Regenwasser.
Die Gegend um diesen BM bildet da eine Ausnahme. Die unweit dieses BM's fließende Lone ist einer der wenigen nennenswärten Bäche auf dieser Höhe der Alb. Das Wasser wird von den hier auftretenden Erdschichten wesentlich besser zurückgehalten.
Ortsnamen wie Lonsee, Urspring oder Sinabronn deuten daraufhin, dass die Menschen hier schon vor Jahrhunderten das auf der Alb sehr seltene Auftreten von Fließ- Quell- und gar Stehgewässern würdigten.
Gruss
Andi
Sischuwa:
Hi
Gibt's Foddos......?
Steffen:
Schöner Fund und tolle Hintergrundinformationen von euch!
Ich würde mich auch über Bilder von Andi freuen....
Der letzte verbleibende Baum scheint schwer vom Blitz gezeichnet, die beiden anderen sind wahrscheinlich auch Blitzopfer.
Ja das ist wohl das Schicksal der auf Bergrücken stehenden BM's bei uns hierzulande. Sie werden einfach zu groß und ziehen aufgrund ihres enormen Wasserhaushalts den Blitz magisch an.
Besser sind feuchte, sonnige Hanglagen als Pflanzort...
xandru:
Hallo Steffen,
Ich habe dem Baum in unserem Wiki mal den Entwurf einer Seite spendiert.
Den optimalen Pflanzort kannte man damals wohl noch nicht. Vermutlich wollte man aber auch, dass diese exotischen Bäume mal von weit her sichtbar sein sollten mit ihrer Botschaft: „Hie gut Wirtemberg allewege“.
Es gibt sogar Spekulationen, dass diese Bäume eine Rolle in der württembergischen Landesvermessung gespielt haben sollen; bewiesen ist aber noch nichts.
Spekulative Grüße,
Wolfgang
PS: Kurz nach unserem Besuch hat es erst mal „g’soicht wia Sau“. Auch Lutz war kurz nach uns dort.
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