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Hohlstundenkoniferen in Echterdingen

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xandru:
Liebe Freunde des fliegenden Wechsels,

Nicht nur der eine oder andere Lehrer absolviert so manchen Vormittag einen fliegenden Wechsel zwischen unterschiedlichen Schulen.

Auch die Flugzeuge praktizieren einen solchen über dem Leinfelden-Echterdinger Stadtteil Echterdingen, nämlich indem die nach Westen wegstartenden Flugzeuge von Osten her durch neu landende ersetzt werden – oder auch andersherum wie am vergangenen Freitag.

Nach Monate währenden Feldstudien vom fahrenden Auto aus wusste ich, dass in Richtung Stetten drei BMs stehen und in Richtung Waldenbuch ein UM. Ein baustellenbedingter Verfahrensfehler ;) vor einiger Zeit hatte mich zu einem Mammutbaum-Nest „Nest“ im Südwesten geführt.

Dass aus einer einstündigen Runde zu Fuß schließlich 14 neue Standorte werden sollten, will ich euch im Detail ersparen. Nicht aber die beiden völlig überraschenden Küstenmammutbäume dort – meine ersten seit einem halben Jahr.

xandru:


Das Erste, was ich gesehen habe, war eine luftige Silhouette mit U-förmigen Ästen. Inzwischen ist es die ID 12753.

Das zweite Bild zeigt die beiden Bäume, die kaum einen Meter voneinander entfernt stehen, aus Richtung Süden. Dabei tritt der linke Baum bereits in vier getrennten Stämmchen aus dem Boden; wegen der starken vegetativen Kräfte dieser Spezies vermute ich einen inneren Zusammenhang.

Das letzte Bild zeigt noch einmal den Gesamteindruck von Norden her – quasi fürs Lehrbuch.

Hier am Rande des Schönbuchs haben wir 450 Meter Seehöhe; das macht in der deutschen Höhenwertung etwa Platz 15. Nach gegenwärtigem Stand des Registers stehen die nächstgelegenen KMs – jeweils rund 6 Kilometer weit entfernt – in Stuttgart-Hohenheim auf 380 Höhenmetern und in Stuttgart-Vaihingen auf sogar 460 Höhenmetern. Bis zu den Rekordhaltern bei Herrenberg auf über 540 Höhenmetern fehlen zwar noch ein paar Höhenlinien, aber jene Pflänzchen dort sind ja nun tatsächlich erst Babys und haben noch nicht allzu viele Winter überleben müssen.

Immergrüne Grüße,
Wolfgang

RalfS:
Hallo Wolfgang

meine Hemlocktanne sieht von weitem genauso aus.
Sie hat nur keinen roten Stamm.

Ich habe immer noch keinen KM-Scänner. :(

Grüße

Ralf

Waldläufer:
Hallo Ralf,
ich habe tatsächlich Küstenmammutbäume die aus einiger Entfernung an Hemlocks erinnern und zwar deswegen weil die Gipfeltriebe noch vom Schnee
umgebogen sind.
Hallo Wolfgang freue mich natürlich über jeden KM der in der Gegend gefunden wird.
Von den Januarmonatsmitteltemperature n ist es an den genannnten Standorten Vaihingen, Hohenheim, Echterdingen sogar ein Stück kälter als in
Unterensingen ca. 330m ü.NN. Ich weiß allerdings nicht ob die große bebaute Fläche im Stuttgarter Raum die zu milderen Temperaturen führt in die
Klimawerte vollständig eingeht. Wäre natürlich sehr interessant zu wissen welcher Abstammung die Pflanzen sind.
Was die Tiefstwerte in einem Winter angeht kann es sogar passieren daß Standorte mit niedriger Seehöhe die tiefsten Werte haben da sich die Kaltluft gern
in Senken sammelt.
Auf jeden Fall sollte man bedenken, daß solche Höhenwertungen nur dann auch einen klimatischen Aussagewert haben, wenn sie ein vergleichbares Gebiet
umfassen. Z.B. könnte man einen Standort am Westhang des Schwarzwaldes klimatisch nicht mit einem gleichhohen im Bayerischen Wald vergleichen.

                                                Viele Grüße            Bernt

xandru:
Hallo Bernt,

Gestern hatte ich noch während des Entwurfs den Satz wieder gelöscht: „wobei Bernt jetzt sicherlich einwenden würde, dass man die Klimazonen vergleichen muss“ ;D ;D

Über die Herkünfte kann ich in Vaihingen und Echterdingen nichts sagen, da ich mich scheue, bei Privatleuten wegen Bäumen zu klingeln.

Sicherlich ist die badische Seite des Schwarzwaldes feuchter und wärmer als zu erwarten. Ich bewege mich jedoch zwischen Stuttgart und Bodensee meist im Wind- und Regenschatten des Schwarzwaldes, so dass die Niederschläge geringer sein dürften als etwa in Maulbronn oder Sinsheim. Ich bin nicht so fix im Finden von Klimawerten wie du, denke aber, dass wir hier im Winter relativ viel trockene Kälte haben.

Die Möglichkeit von Inversions-Wetterlagen und Kaltluft-Seen ist mir bekannt, aber aus täglicher Erfahrung weiß ich inzwischen, dass es auf den Fildern deutlich winterlicher ist als unten im Kessel – umgekehrt sind die Blüten von Cornus mas im Tal seit zwei Wochen draußen und fangen auf den Fildern gerade erst an.

Sicherlich sind geschützte Lagen zwischen Häusern einen Tick wärmer. Aber die hier zur Rede stehenden Bäume befinden sich am äußersten Rand des bebauten Gebiets, in unmittelbarer Nachbarschaft des Waldgebiets Schönbuch bzw. Siebenmühlental, sogar leicht erhöhtüber dem Ort. Ich denke, das ist ein zugiger Ort mit wenig Zivilisations-Abwärme.

Exponierte Grüße,
Wolfgang

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