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Doppelspitze in Grafenberg
Waldläufer:
Hallo Clemens,
beide Arten Abies grandis u. Abies concolor lowiana (Südherkunft) standen direkt nebeneinander u. hatten auch öfter Zapfen so daß sich theoretisch beide Arten ausgesäat haben können. Neben augenscheinlich reinen Abies grandis Jungpflanzen gab es jedoch auch viele Kreuzungsformen. Wer jetzt speziell die
Kreuzungsnachfahren produziert hat weiß ich nicht, tippe aber auf Abies grandis da diese sich wesentlich besser aussäät als Abies concolor.
Die Abies concolor lowiana Altbäume haben als erstes den Geist aufgegeben einige Jahre später die Abies grandis.
Dies läßt sich damit begründen, daß Abies concolor lowiana deutlich bodenempfindlicher als die Abies concolor einerseits u. auch als Abies grandis ist.
Insbesondere die Südherkunft von Abies concolor lowiana ist sehr bodenempfindlich gegen Nässe u. schweren Boden. Die Nordherkunft, die Abies grandis
nahesteht ist etwas toleranter aber empfindlicher als Abies grandis wobei auch diese von schweren feuchten Böden fernzuhalten ist.
Die Ursache für das zu beobachtente Absterben von vielen Abies grandis mit ca. 100 Jahren u. oft schon der Hälfte liegt wahrscheinlich in ungenügender
Wurzelenergie so daß in Trockenjahren irreversible Schäden entstehen die sich mit zeitlicher Verzögerung als Hallimasch u. Borkenkäferbefall manifestieren.
Abies concolor lowiana ist dafür wie gesagt noch anfälliger. VG Bernt
Xenomorph:
Hi Bernt,
danke für die interessanten Informationen! So wie ich dich verstehe sind die Wurzeln also durch die Feuchtigkeit vorgeschädigt, so dass sie dann keine Trockenheit mehr vertragen, obwohl sie eigentlich in gesundem Zustand gut an Trockenheit angepaßt sind...
Urzeitliche Grüße, Clemens
Waldläufer:
Hallo Clemens,
das hast du leider nicht ganz richtig verstanden.
Das Problem bei Abies grandis u. in verstärktem Maß bei Abies concolor lowiana besteht darin, daß sie über eine geringe Wurzelenergie verfügen.
Das heißt dichter gelagerte Böden können sie nicht erschließen u. so bleibt die Bewurzelung selbst auf guten Böden recht flach.
In ausgesprochenen Trockenperioden verlieren sie dadurch den Anschluß an wasserführende Schichten u. werden geschädigt was zum Absterben führen kann.
Auch Abies concolor ist wohl nicht so trockenresistent wie ihr Ruf. Viele ältere Exemplare zeigen Absterbesymptome die wohl auf die gleiche Problematik zurück
zuführen ist. Allerdings kann man die reine Abies concolor noch als relativ robust bezeichnen, während dies für ihre Zwischenformen leider nicht zutrifft.
Außerhalb des Waldes ist die Hallimaschgefahr nicht gegeben so daß sich die Arten dort stabiler verhalten.
Die Douglasie hat z.B. eine deutlich höhere Wurzelenergie u. ist daher bei uns klimastabil.
Viele Grüße Bernt
Zinnauer:
Hallo Bernt und Clemens,
ich kann zu dieser Baumart (Ac bzw. Acl) folgende eigene Erfahrungen beisteuern:
2 selbstgezogene Ac pflanzte ich im Wald (Kahlfläche mit BMs) vor 20 Jahrren, eine ist ca. 10 m hoch, die andere (weil sie nochmals umgesetzt werden musste) ca. 5 m hoch. Beide wachsen tadellos, schlank und elegant und scheinbar unbeeidruckt von den Trockensommern wie zB. 2003.
Vor 5 od. 6 Jahren pflanzte ich auf einer anderen Fläche (ebenfalls zwischen BMs) einige Ac´s aus der Baumschule, die ich als Restposten geschenkt bekam. Die sind jetzt zw. 1 und 2 m hoch. Offensichtlich handelte es sich um ein Gemisch aus Ac und Acl bzw. diverse Übergangsformen, denn die Pflanzen entwickelten sich sehr unterschiedlich. Ac-Typen mit blauen oder türkisen Nadeln und langsamerem Wuchs und Acl-Typen mit grünlicheren Nadeln und rascherem Wuchs. Bis jetzt gab es auch hier keine Ausfälle.
Ich bin jedenfalls vollauf zufrieden mit Ac(l). Sie passt optisch bestens zu BM und überholt diesen auch nicht.
LG
Michael
Xenomorph:
Hallo Bernt,
diesmal ist es deutlich geworden- ich hab's geschnallt. ;)
Hi Michael,
freut mich zu hören dass Abies concolor bei dir gut gedeiht, ich finde nämlich dass diese Baumart optisch sehr gut zum BM passt! Bleibt allerdings abzuwarten, ob deine Abies concolor sich weiter so gut entwickeln.
Kann es evtl. bei deinen Exemplaren auch daran liegen, dass sie in den Bergen stehen und sie dadurch nicht so sehr durch Hallimasch gefährdet sind? Auf welcher Höhe über NN liegt dein Grove noch mal? Ich hatte im Thread "Begleitbaumarten" schon mal die Hoffnung geäußert, dass Abies concolor in höheren Lagen vielleicht besser gedeihen könnte als im Flachland.
Urzeitliche Grüße, Clemens
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