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Mammutbaum in Friedrichshafen mit 6,40 m Stammumfang, LINK
xandru:
Hallo Rainer,
Vielen Dank für die Messung. Zum Vergleich hier nochmal die beiden Werte:
* 2,04 m (12-2006)
* 2,17 m (07-2012)Das macht also in fünfeinhalb Jahren ein Plus von 13 cm beim Durchmesser. Im jährlichen Mittel sind das zwischen 2 und 2,5 cm – also ziemlich viel. Hatten wir von 2007 bis 1011 nicht einige verhältnismäßig heiße und trockene Sommer?
Ich kenne zwar den Standort; er befindet sich im Stadtpark gute hundert Meter vom Wasser entfernt, direkt an einem beliebten Weg und nur unmerklich höher gelegen als die Uferpromenade. Der Wasserspiegel des Sees liegt also in der Regel etwa drei Meter tiefer als die Grasnarbe am Baum. Die oberflächliche Bodenverdichtung durch Passanten dürfte seit langem recht hoch sein.
Freilich stellt sich auch die Frage nach dem Untergrund. Denn in trockenen Sommern sinkt der Wasserspiegel gelegentlich doch noch um einige Meter. Besteht dort überhaupt ein konstanter Wasserzuzug? Immerhin scheint dies eine ehemalige Bucht zwischen den zwei historischen Siedlungskernen von Friedrichshafen zu sein (Stadt Buchhorn und Kloster Hofen). Wurde der Stadtgarten einst durch Aufschüttung mit Kies dem See abgetrotzt? Dann dürfte der Grundwasserspiegel am Baum recht kurzfristig den Schwankungen des Seespiegels folgen und der Baum wäre zeitweise unterversorgt.
Ist der Baum nun wirklich gut versorgt? Wieso hat er dann in 147 Jahren nur 2,17 erreicht – neben Tettnang (2,80), Überlingen (2,79 und 2,69) und Lindau (2,44 und 2,40). Oder war die ältere Messung nicht zuverlässig? Irgendwie passt das alles nicht zusammen.
Unentschlossene Grüße,
Wolfgang
Rainer:
Hallo Wolfgang,
hier im Thread gibt es noch eine weitere Messung. 2,09 aus dem Jahre 2009. Vielleicht stimmt ja auch meine Messung nicht? Habe zwimal gemessen, jeweils 6,81.
Zur Zeit ist dort Rummel und ein WC-Häuschen ist keine 2 m neben dem BM. Aber ist der BM überhaupt so alt? Laut Schild stimmt das mit 1864 nicht, laut ND-Eintrag ist er 189x. Dann passt auch der Umfang und der Zuwachs besser.
Grüße,
Rainer
Bakersfield:
Hallo Rainer, hallo Wolfgang,
--- Zitat von: xandru am 14-Juli-2012, 09:38 ---Irgendwie passt das alles nicht zusammen.
--- Ende Zitat ---
Oder er ist einfach ein anderer Genotyp. Beispielsweise einer der mehr in Schüben wächst. Das kann man jetzt auch schon im frühen Stadium bei den Sämlingen erkennen. Die größten Pflanzen wachsen gleichmäßig schnell, die Kleinsten gleichmäßig langsam. Es gibt aber eine mittlere Gruppe bestehend aus normalscheinenden Sämlingen und Sämlingen mit Mutationspotenzial. Beide scheinen im Wachstum nahezu stillzustehen, bis sie dann in einem plötzlichen Schub geradezu explodieren. Hört sich natürlich übertrieben an. Ist es auch, aber wenn man so etwas bei einer Pflanze hat und sie nach ein paar Tagen kaum noch wiedererkennt ist das schon bemerkenswert.
Und nach so einem Wachstumsschub geht es dann wieder sehr gemächlich weiter... ;)
Könnte mir gut vorstellen, dass so etwas ein BM-Leben weitergehen kann... :)
Wachstumschiebende Grüße,
Frank
xandru:
Hallo Rainer,
Danke für das Aufspüren des Wertes. Also:
* 2,04 m (12-2006)
* 2,09 m (07-2009)
* 2,17 m (07-2012)Das macht:
* 5 cm in 2,5 Jahren (Schnitt: 2 cm jährlich) und
* 8 cm in 3 Jahren (Schnitt: über 2,5 cm jährlich)Zu erwarten wären für Juli 2012 also 2,15 Meter. Solche Messungen sind sowieso etwas unsicher (Fußpunkt, Abholzigkeit, Niveau der Messung); insofern entsprechen 2 cm mehr als erwartet einer Mess-Toleranz von 1%. Das nehme ich als Bestätigung.
Mir fällt aber eine frühere Beobachtung auf:
--- Zitat von: xandru am 30-Juli-2009, 17:54 ---Aber zum Teil kann man erahnen, dass er im oberen Bereich mehrere parallele Stämme hat.
--- Ende Zitat ---
Demnach hat der Baum mindestens einmal einen gewaltigen Kronenschaden einstecken müssen, der auch heute noch als Verzweigungs-Stelle sichtbar ist. Da lässt sich vermuten, dass er in den über hundert Jahren öfters beschädigt wurde. Das verzögert natürlich das Wachstum.
Bis zum Auftauchen besserer Dokumente möchte ich daran erinnern, dass sich die württembergischen Könige gerne auch zur Sommerfrische in Friedrichshafen aufgehalten haben. Das Kloster Hofen „wurde ab 1824 zur Sommerresidenz für die Könige von Württemberg umgebaut“ (Quelle). Es befindet sich noch heute im Besitz des Hauses Württemberg und war bereits seit 1850 von Stuttgart aus mit der Bahn erreichbar.
Und für Bad Wildbad – ebenfalls beliebte Sommerfrische – wissen wir, dass eigens 2 Ladungen à 3 BM geliefert wurden, von denen heute
* 2 am Bahnhof stehen (Bahnbau 1865…1868),
* 2 im Kurpark,
* 1 an der Paulinenhöhe und
* 1 (Blitz-Ruine) auf der Höhe über dem Bahnhof.Wieso sollten also in Friedrichshafen nicht auch Wilhelma-Bäume in die Anlagen gepflanzt worden sein? Vgl. die vorläufige Liste der Wilhelma-Standorte, mit all ihren Unsicherheiten…
Listige Grüße,
Wolfgang
Chr. Peter:
Hallo Freunde der lauten PunkRock-Musik,
gestern war ich in Friedrichshafen bei einem Konzert der bekannten Band aus Düsseldorf ("Tage wie diese" , "Hier kommt Alex"). Da gab es wieder eine Kombination aus ruhigen Bäumen am Mittag und lauter Musik am Abend.
Hier sind drei neue Bilder vom großen Naturdenkmal-Bergmammutbaum in Friedrichshafen mit der ID 1348. Auf dem unteren Foto ist der Baum hinter den Häusern links vom Kirchturm zu sehen.
Laute Grüße, Christof
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