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Autor Thema: Der Bergmammutbaum im Waldbau  (Gelesen 62321 mal)

Xenomorph

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Re: Der Bergmammutbaum im Waldbau
« Antwort #15 am: 08-Februar-2009, 16:45 »

Zitat
Wegen Waldwirtschaft und Nutzung bzw. Abholzung jüngerer Bäume. Das ist nun mal der Sinn und Zweck einer Waldwirtschaft. Wird sie jedoch verantwortungsvoll betrieben so lässt man durchaus schöne und wertvolle Bäume länger stehen.

Hallo Herbert!

Ich fände es natürlich schön wenn es hier und da immer mal wieder kleinere Flächen gäbe die sich selbst überlassen bleiben, aus optischen- bzw. Naturschutzgründen und evtl. auch als eine Art Gendepot für die Zukunft. Aber im Großen und Ganzen stimme ich dir da natürlich zu, schließlich geht es ja hier auch um Waldbau.

Was das vereinzelte Stehenlassen besonderer Individuen betrifft hätte das übrigens auch den Vorteil mal zu sehen, was sich in Punkto Naturverjüngung ergibt...

Zitat
Ich finde sie würden sich waldbaulich sehr gut ergänzen. Der BM als Lichthungriger würde seine Rolle als Überhälter bekommen, der KM als schattenverträgliche Baumart, im Schutz der BM gut heranwachsen können. Beide Arten ergänzen sich trotz unterschiedlich Ansprüche, oder vielleicht gerade deswegen.

Das finde ich auch. Was die Ansprüche des KM angeht muss man ja auch sehen, dass der Prozess der Selektion ja weitergeht und bestimmt bald genügend frostharte Sorten zur Verfügung stehen. Der UM dürfte da aber vermutlich schlechter zu integrieren sein, er eignet sich vielleicht besser für feuchtere Standorte. Ansonsten weiß ich aber nichts Näheres über seine Ansprüche...
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regine

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Re: Der Bergmammutbaum im Waldbau
« Antwort #16 am: 08-Februar-2009, 21:35 »

Hallo,

gefällt mir gut, das Thema!
Grundsätzlich schließe ich mich der Meinung an, dass Flächen mit Bäumen unterschiedlicher Arten und unterschiedlichen Alters den beständigsten Wald abgeben. Auch wenn sie auf den ersten Blick teurer zu bewirtschaften sind (bezüglich der Holzentnahme), würde man dauerhaft davon profitieren. Es wäre wünschenswert, dass auch die Mammutbaumarten Standorte im Mischwald erhalten würden.

Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob man Bergmammuts an den Waldrändern als "Schutzwand" pflanzen sollte. Ich wäre eher für den "klassischen" Waldrand mit Büschen, Sträuchern und sog. Bäumen II. Ordnung (wie Wildobst, Eberesche und Feldahorn).

Viele Grüße,
Regine
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MaPr

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Re: Der Bergmammutbaum im Waldbau
« Antwort #17 am: 13-Februar-2009, 15:55 »

Hallo,

ich möchte hier mal ganz plump und vielleicht ein bisschen vorschnell, eine These zur Diskussion stellen:

Bergmammut gedeiht in inneralpinen Lagen !

Bergründung:
- ab 1000-1200 MüM kommt der Schnee mit der Kälte und schmilzt auch erst, wenn es wirklich Frühling wird,
- ganz junge Bäume verschwinden einfach im Schnee und im Frühjahr - voila - geht's munter weiter ..
- bei den größeren Exemplaren deckt der Schnee den Boden so gut, dass es darunter nie extrem kalt wird, der Wurzelraum bleibt besser geschützt als im Flachland. Die Triebe der Bäume halten ohnehin einiges aus, zudem schützt sie ebenfalls der Schnee
- die kürzere Vegatationsperiode beeinträchtigt zwar die Wuchsleistung, nicht jedoch das gesamte Wohlbefinden des BM
- die Standort-Neigung müsste allerdings eben oder SO bis W sein, damit die BMs genug Sonne bekommen
- möglicherweise findet dort nach Mure, Lawinenabgängen, Bränden sogar Naturverjüngung statt.
- geringerer Wuchs bedeutet ev. auch qualitativ höherwertiges Holz
- durch die Schneesschmelze herrscht im Frühjahr ein konstanter Wassernachschub an Gewässer und reichlich Grundwasser auch an den Hängen.

Meine These: 1000 - 1600 MüM ! Mitten in den Alpen (Tauern, Zillertaler, etc.) !!! Bannwald-Verstärkung !!!


So, das wars in aller Kürze, bin gespannt, wer die Gründe als erstes zerpflückt.
An Bergbauer: lass den Kopf nicht hängen, denen zeigen wir's  ;) am Kulm gibt's doch genug Schnee, oder?

streitbarer Gruß,
Martin
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Joachim Maier

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Re: Der Bergmammutbaum im Waldbau
« Antwort #18 am: 13-Februar-2009, 16:03 »

Das hört sich alles recht vernünftig an und deckt sich so ziemlich mit meiner Sichtweise!
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Xenomorph

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Re: Der Bergmammutbaum im Waldbau
« Antwort #19 am: 13-Februar-2009, 20:40 »

Ich finde auch dass sich das sehr vernünftig anhört, schließlich ist die Heimat des BM ja das Gebirge (auch wenn das vielleicht nicht seine Urheimat ist)!

Zu beachten wäre aber ein ausreichender Jahresniederschlag sowie ein nicht zu steiniger Boden. Insgesamt aber sicher eine sehr interessante Möglichkeit für die unteren Höhenlagen!

P.S.: Absolut ideal wären vermutlich die ebenen, weiten Gebirgstäler, aber die sind natürlich besiedelt und werden als Weiden genutzt.
« Letzte Änderung: 13-Februar-2009, 21:00 von Xenomorph »
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Tuff

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Re: Der Bergmammutbaum im Waldbau
« Antwort #20 am: 13-Februar-2009, 22:31 »

Anbauen kann man überall alles. Die Frage ist, taugt es was.

Im einfachsten Fall ist man zufrieden wenn eine Generation Holz heranwächst, und man zur Verjüngung nachpflanzen muß. Dann stellt sich die Frage ob es effektiv (Lawinenschutz) oder rentabel (Verkauf) ist, oder ob andere Baumarten nicht besser geeignet sind.

Eine andere Dimension kommt hinzu, wenn man Naturverjüngung möchte, sei es um naturnahen Waldbau zu betreiben, sei es um die Fläche für lange Zeit sich selbst zu überlassen. Dann kommen plötzlich die Ansprüche der Keimlinge ins Spiel. Die brauchen schon früh im Jahr genügend Wärme, um mit der Wurzel tief genug zu kommen, um im Sommer nicht zu vertrocknen, oder sie keimen im Herbst (vorausgesetzt der ist sehr feucht), müssen dann aber im frühen Stadium den Frost überstehen, Frühfröste (ohne Schneeschutz) sind sind dann wahrscheinlich fatal. Spätfröste im Frühjahr evtl. auch.

Weil Sequoiadendron sehr alt werden kann, und relativ katastrophenfest ist, kann man sich, wenn keine Holzernte beabsichtigt ist, nach einer gelungenen Anpflanzung vermutlich erstmal zurücklehnen.
« Letzte Änderung: 13-Februar-2009, 22:36 von Tuff »
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Xenomorph

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Re: Der Bergmammutbaum im Waldbau
« Antwort #21 am: 20-Februar-2009, 20:52 »

Das hier bezieht sich zwar nicht speziell auf den BM im Waldbau, ist aber dennoch interessant in dem Zusammenhang:

http://www.tagesschau.de/inland/wald100.html

Besonders folgende Stelle im letzten Absatz:

"Zudem solle der Aufbau von resistenteren Mischwäldern vorangetrieben werden. Nur so könne den Herausforderungen zur Anpassung der Wälder in Zeiten des Klimawandels wirksam begegnet werden. Deutschlands Wälder speichern laut BUND jährlich rund 70 Millionen Tonnen Kohlenstoff."
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Zinnauer

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Re: Der Bergmammutbaum im Waldbau
« Antwort #22 am: 21-Februar-2009, 23:28 »

Leider kann ich mich manchen der hier geäußerten Thesen nicht anschließen:

BMs brauchen Weinbauklima: warme, trockene Sommer und Winter ohne Extreme. Wenn auch in der kalilforn. Sierra Temperaturen von -20 (selten bis -32)° C vorkommen, heißt das nicht dass die Bäume dies über einen längeren Zeitraum oder einzelne noch tiefere Temperaturen (wie z.B. in inneralpinen Lagen) ertragen.

Ähnliches gilt für KMs, deren Ansprüche hinsichtlich Wärme, Wintermilde und Feuchtigkeit noch höher sind. Winterhärtere Selektionen scheinen hier ein Ausweg zu sein, bergen aber die Gefahr genetischer Einengung. Ich seh kein Problem für Bäume in Gärten und Parks, im Wald ev. schon.

Wenn uns auch der Klimawandel bisher zu kalte Zonen für die Sequoias öffnet, so wird es noch Jahrzehnte dauern, bevor ein Wachstum in inneralpinen Lagen möglich sein wird. Das sollten wir respektieren, wollen wir "unserer Sache" (der weiteren Verbreitung der Sequoias) nicht durch vorhersehbare Rückschläge mehr schaden als nützen.

Kassandrischer Ruf vom Zinnauer
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Xenomorph

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Re: Der Bergmammutbaum im Waldbau
« Antwort #23 am: 22-Februar-2009, 04:26 »

Hallo Zinnauer! (wie heißt du eigentlich mit Vornamen?)

Auf welche Thesen beziehst du dich denn genau? Ich nehme mal an du meinst die Idee deines Landsmanns Martin/MaPr, BM's in den Alpen anzupflanzen, richtig?

Also Frost sehe ich beim BM eigentlich nicht als zentrales Problem an. Es wird in der Literatur und auf den Internetseiten der Baumschulen zwar immer wieder geschrieben, der BM sei leicht frostempfindlich, aber in der Praxis habe ich das bisher noch nie gesehen oder gehört, weder hier im Forum noch außerhalb.

Natürlich hat die Frosthärte des BM ihre Grenzen, für sibirische Temperaturen ist er sicherlich nicht geeignet. Deswegen habe ich oben auch geschrieben, dass ich ihn mir nur an den unteren Hanglagen der Alpen vorstellen kann (tiefmontane bis mittelmontane Höhenstufe, also bis 1200, maximal 1400m Höhe). Was natürlich auch erst auszuprobieren wäre (durch Pioniere...  ;D).

Zu den Höhenstufen: http://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6henstufe_(%C3%96kologie)

Viel entscheidender ist meiner Meinung nach eine gute Wasserversorgung, insbesondere im Sommer. Und damit steht natürlich auch der Boden in Zusammenhang. Aber es gibt doch viele Gegenden in den Alpen, die nicht zu hoch liegen und mit üppigen Niederschlägen (Stauregen) gesegnet sind. Hier könnte ich mir den BM sehr gut vorstellen. Dass der BM nur in Gegenden dauerhaft gedeiht, in denen Weinbau möglich ist, halte ich für überzogen, sorry. Er braucht viel Sonne und viel Wasser, aber dass er ein so mildes Klima braucht wie der Weinanbau glaube ich mit Bestimmtheit nicht.

Die Wasserversorgung ist wie ich denke auch im Zusammenhang mit dem Klimawandel der entscheidende Faktor, denn leider sollen ja nicht nur die Temperaturen steigen, sondern gleichzeitig die Niederschläge zurückgehen, jedenfalls während des Sommers (alles bezogen auf Westeuropa). Insbesondere in Ostdeutschland dürfte das Klima zu trocken für den BM (und damit auch den KM) werden.

Beim KM hast du, was die Frosthärte betrifft, natürlich recht. Das ist eine große Herausforderung, und selbst wenn die Selektion frosthärterer Bäume gelingt würde ich hier in der Tat nur Lagen empfehlen, in denen auch Weinbau möglich ist. Voraussetzung wäre auch hier, wie beim BM, eine gute (vielleicht sogar noch bessere) Wasserversorgung.
« Letzte Änderung: 22-Februar-2009, 04:48 von Xenomorph »
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Xenomorph

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Re: Der Bergmammutbaum im Waldbau
« Antwort #24 am: 22-Februar-2009, 05:04 »

Zitat
Das sollten wir respektieren, wollen wir "unserer Sache" (der weiteren Verbreitung der Sequoias) nicht durch vorhersehbare Rückschläge mehr schaden als nützen.

Da gebe ich dir allerdings Recht, man sollte hier keine falschen oder zumindest ungesicherten Versprechungen machen. Umso wichtiger ist es, wenn Leute mit den nötigen Möglichkeiten, Mitteln und der entsprechenden Begeisterung hier als Pioniere fungieren, um gesicherte Erkenntnisse und Erfahrungen zu gewinnen. Wer 100%ige Sicherheit haben möchte wird nie "Neuland" betreten, und ein Risiko geht nur ein, wer die nötige persönliche Begeisterung mitbringt, in diesem Fall für Mammutbäume.  ;)
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JNieder

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Re: Der Bergmammutbaum im Waldbau
« Antwort #25 am: 22-Februar-2009, 11:25 »

Gestatten:

Clemens: das ist Michael Z..
Michael: das ist Clemens.


 8)
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Bernhard

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Re: Der Bergmammutbaum im Waldbau
« Antwort #26 am: 22-Februar-2009, 12:12 »

Leider kann ich mich manchen der hier geäußerten Thesen nicht anschließen:

BMs brauchen Weinbauklima: warme, trockene Sommer und..........



Na ja, das unterschreibe ich nicht so ohne weiteres !

Die Praxis zeigt, daß gerade ältere BM in Sommern unter Trockenheit leiden.  :-\ :-\


Gruß
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Joe

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Re: Der Bergmammutbaum im Waldbau
« Antwort #27 am: 22-Februar-2009, 12:26 »

Klar, der BM braucht Weinbauklima  :D :D siehe Foto aus der Sierra, aufgenommen
am 22.März 1992. Gehe davon aus, daß ein "Native Indian" das "Bäumchen" vor 2000 Jahren, über mehrere Winter hinweg am Lagerfeuer in seinem Wigwam vor Frost geschützt
hat. :D :D :D ;D
Gruß Joe
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Re: Der Bergmammutbaum im Waldbau
« Antwort #28 am: 22-Februar-2009, 12:38 »

Klar, der BM braucht Weinbauklima  :D :D siehe Foto aus der Sierra, aufgenommen
am 22.März 1992. Gehe davon aus, daß ein "Native Indian" das "Bäumchen" vor 2000 Jahren, über mehrere Winter hinweg am Lagerfeuer in seinem Wigwam vor Frost geschützt
hat. :D :D :D ;D
Gruß Joe


Diese Formulierung ist zwar sehr treffend, lässt aber keine Zweifel zu, daß wir Karneval haben.

 ;) ;D 8)
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Zinnauer

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Re: Der Bergmammutbaum im Waldbau
« Antwort #29 am: 22-Februar-2009, 13:14 »

Hallo Clemens,

mit Vornamen heiße ich Michael.

Zum Thema: Glaub mir, ich bin der letzte, der nicht Pioniergeist hätte.
Ich habe z.B. einige Kiwi-Pflanzen im Garten, die jährlich Tausende (!) Kiwis produzieren, ohne jedes Gießen oder Düngen. Hätt ich selbst nie gedacht, dass die so gut kommen, das reinste Unkraut. Sogar Verjüngung konnte ich schon im Garten finden.

Noch ein Beispiel: Die erste Sequoia, die ich sah, steht in Mönichkirchen auf rd. 1000m NN bei einer Jahresmitteltemperatur von ca. 6,7° C und ca. 1000mm JahresNS. Der Baum hat wohl 2m Bhd und krazt bald an der 30m Höhenmarke. Dem Baum steht in einem Garten (gepflanzt 1901) als Solitär. In einem Wald hätte er nie eine Chance gehabt. Er kommt wohl weiter, wirklich wohl fühlt er sich meiner Meinung nach nicht, die Zapfen sind eher klein, ebenso die Samen und allesamt sind völlig taub. Das ist ein eindeutiges Zeichen, dass die Sommerwärme fehlt bzw. die Vegetationszeit auf dieser Höhenstufe einfach zu kurz ist.

Fazit: Bei den Mammuts möchte ich niemandem den Enthusiasmus nehmen, sie überall auszuprobieren, wo er glaubt. Vielleicht funktoniert ja manches besser, als ich denke. Man sollte sich nur im Klaren sein, dass die Jugendphase einiges an Aufmerksamkeit und Arbeit erfordert. Wenn dann eine Kultur gar nicht funktioniert oder nur wenige Prozent der Pflanzen weiterkommen, hat man viel Mühe (und Geld) investiert für wenig Erfolg. Und die "Nachrede" wird auch keine gute sein.

Wie gesagt, ich wollte nur vor zu großen Erwartungen warnen.

Sonntagsgruß vom Zinnauer
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