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UM-Reihe auf der Sequoiafarm
Bakersfield:
Hallo Bischi, Jochen und Micha,
ich hatte ja schon am Telefon davon erfahren, aber jetzt mit Bildern: noch besser... :)
Das sind ganz tolle Neuigkeiten. Dass sogar ein mutmaßlich kranker Baum so einen schweren Zugtest besteht und die Wurzeln kräftig und intakt sind, lässt doch schwer hoffen... 8)
Vielen Dank für euren Einsatz, besonders auch für dein Equipment und die Kletterei, Bischi!!
Ich versuche auch bald mal wieder vor Ort zu sein.
Viele Grüße aus'm WML,
Frank
Tuff:
Hallo Jürgen !
Dickes Lob !!! Eine gründliche Analyse die Du hier angestoßen und durchgeführt hast. Danke auch an die tatkräftigen Helfer (ich nehme mal an Mick und Jochen ?), die dich nicht allein im Regen stehen ließen. Oder so.
Anhand Deiner Beschreibung bekommt man den Eindruck, daß sich die Bäume bisher relativ erfolgreich gegen den Pilz wehren. Zwei Wege sind bei der Familie naheliegend:
(1) Hemmende Inhaltsstoffe im Holz, die es dem Pilzmycel erschweren sich auszubreiten.
(2) Die rapide Geschwindigkeit mit der neues Holz gebildet wird ('Überwallung').
Dass der Pilz aus irgendeinem Grund aber nun einfach abstirbt ist extrem unwahrscheinlich. Er wird seine zersetzende Tätigkeit immer weiter fortsetzen. Dann ist neben dem Umfallen auch die Gefahr des 'spontanen Bruchs' zu erwägen, etwa beim Auftauen gefrorenen Holzes. Wächst ein Baum aber dauerhaft schnell genug, kann er möglicherweise auch langfristig standfest und stabil bleiben.
Die beiden o.g. Abwehrmechanismen sind zwar bei einheimischen Bäumen ebenfalls zu finden. Aber der Pilz hatte Jahrtausende Zeit sich an deren Inhaltsstoffe anzupassen; die von Metasequoia und 'Taxodiaceen' generell sind aber chemisch etwas verschieden, und die 'Mammutbäume' wachsen außergewöhnlich schnell.
Es ist einfach so, daß zur Kombination HBA x META bisher keine Erfahrungswerte vorliegen. Wie das Rennen ausgeht, und wann, wird daher keiner sagen können.
Mir sind zwar keine Brerichte bekannt - es könnte aber in anderen Parks und Gärten durchaus solche Erfahrungen geben, die u.U. auch nie publiziert wurden. Man müsste einfach mal herumfragen, auch per Email.
Obwohl eine gewisse Standfestigkeit vorhanden scheint, bleibe ich bei meiner Ansicht daß man lieber heute als morgen für klare Verhältnisse sorgen sollte; und zwar nicht, weil es so supereilig wäre - der Zug-Test ja auch bereits durch den Sturm selber durchgeführt, man kann also im Moment davon ausgehen daß die Bäume bei durchschnittlichen Windböen nicht einfach umfallen. Sondern, weil es irgendwann doch sein muss, aber wenn man es jetzt macht, kann man schon mit dem nächsten Schritt anfangen; d.h. man ist damit ein paar Jahre früher dran.
Waldläufer:
Hallo,
daß die Um grundsätzlich angegriffen sind besteht kein Zweifel.
Neue Wurzeln im näheren Stammbereich deuten darauf hin, daß die Bäume versuchen instabile
Wurzeln zu ersetzen. Nun ist es wohl nicht so daß jeder pilzbefallene Baum gleich umsturzgefährdet ist.
Das hängt vom Verhältnis gesundem Holzes zu befallenem Holz ab. Je solitärer ein Baum steht desto günstiger
das Verhältnis. Gehen wir mal davon aus daß noch eine gewisse Standsicherheit besteht so wäre zu überlegen ob
eine Entnahme jeden zweiten Baumes möglich wäre um die Bäume zu kräftigen. Wenn dies aber zu vorhersehbarer
Instabilität führt macht es keinen Sinn. Dazu müssen die Abstände vor Ort begutachtet und die Regenerationsfähigkeit
der verbleibenden Bäume eingeschätzt werden. Falls dies keine Option ist könnte man die Bäume unter strenger Beobachtung
noch eine Weile erhalten und sich in Ruhe eine Ersatzlösung ausdenken.
Viele Grüße Bernt
Tuff:
Eine Erläuterung zu Inhaltsstoffen. Bäume reagieren auf Angriffe im Holz wie Pilzbefall oder die Baumsäge i.d.R. mit Kompartimentierung, d.h. an den Grenzen werden besonders viele zumeist phenolische Inhaltsstoffe eingelagert, so daß sich eine Abwehrzone bildet. Die Tracheiden können verstopfen und dann wird der Bereich schließlich trockengelegt, was den Pilz ebenfalls hemmt.
An den Aufschnitten des in Kaldenkrichen gefallen Baumes konnte man erkennen, daß die Zersetzung des Holzes relativ klare Grenzen einhält; ferner sieht man öfters eine rötliche kernholzähnliche Färbung des noch gesunden Holzes, auch da wo eigentlich sonst heller Splint zu erwarten wäre; im Stammfußbereich müsste man von einer ungewöhnlich umfangreichen Verkernung sprechen.
http://mbreg.de/forum/index.php?topic=7746.msg98693#msg98693
(Wäre es möglich daß jemand den Längsschnitt mal sauberschleift und fotografiert. Den Abschnitt habt ihr hoffentlich noch. Hier könnte man es besonders gut erkennen.)
Es könnte sein daß Metasequoia auf den Pilzbefall mit verstärkter 'Kernholzbildung' reagiert. Das wird den Pilz aber nicht stoppen, der ja vorzugsweise Kernholz (und hier Stoffe wie Lignin) abbaut.
Allerdings kann Kernholz kein Wasser mehr leiten; diese Bereiche fehlen dann leider zur Wasserversorgung und es kann sein, daß die Bäume ihre Wurzeln dann nur noch teilweise und in geringem Umfang nutzen können. Bereits vom Pilz direkt zerstörte Wurzeln kommen hinzu. Der resultierende Wasser- und Nährstoffmangel könnte sie auch anregen, nahe der äußeren Splintholzbereich neue Wurzeln zu bilden; das wäre dann kein Zeichen von Vitalität sondern eher eine Notmaßnahme.
Besondere Anfälligkeit für Trockenschäden wäre die Folge; und Verbesserung der Wasserversorgung (damit die Bäume rasch neues Splintholz und neue Wurzeln ausbilden können) die beste Therapie.
In dieser Hinsicht wäre Bernts Vorschlag durchaus zu erwägen, jeden zweiten Baum (oder jedenfalls einige, über die ganze Länge der Allee) zu fällen, um die Konkurrenz zu mindern.
lodda 41:
hier ist lodda 41 abwarten und tee trinken altes chinesisches Sprichwort ha ha.mfg. Lothar
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