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Mammutbäume im Soonwald
Andreas Roth:
So, bin gerade eben wieder von meiner Tour zurückgekommen, und kaum bin ich zu Hause, scheint die Sonne, nachdem es den ganzen frühen Nachmittag über bewölkt war und manchmal sogar ein paar Regentropfen herunterkamen. ::) Genauere Details poste ich, wenn ich die Fotos sortiert und die Daten fürs Register vorbereitet haben (die Credits als Finder bekommst natürlich Du). Aber vorab gesagt: Meine kleine Rundfahrt hat sich gelohnt, und das mit den ca. 170 Bäumen im Wald könnte gut hinkommen. :)
Ich habe auf dem Weg dorthin sogar noch einen BM in Winterburg und einen in Allenfeld gefunden, Dein Riecher mit Münchwald und der Kiesgrube (die ist tatsächlich noch in Betrieb, dient aber auch als Bauschuttdeponie) waren ebenfalls goldrichtig. Nur in Sparbrücken habe ich keinen Mammutbaum entdeckt, die von Dir erspähten Kandidaten dürften Thujen sein. Allerdings bin ich auch nur die Hauptstraße entlanggefahren, möglicherweise versteckt sich ja noch ein Mammutbaum irgendwo in einem Garten. In Stromberg war ich dann aber nicht mehr, vielleicht können wir da im Herbst mal hinfahren.
Steffen:
Tolle Funde Michael.
Ich freue mich auf die Bilder von Andreas. Ich mag Mammutbaumallen und bin gespannt wie sie aussehen. In ein paar Jahrzehnten bestimmt noch viel doller.
Viele Grüße, Steffen
Andreas Roth:
So, nach einer kleinen Upload-Orgie fürs Register hier die versprochenen Fotos von den Bäumen. :) Den Anfang macht ein Zufallsfund, den ich auf dem Weg zu Michaels Luftbild-Funden am Ortsausgang von Winterburg in Richtung Allenfeld entdeckt habe. Offenbar hat dort jemand auf einer Wiese neben einem Bach einen BM ausgepflanzt, der dort Fuß gefasst hat und gut gedeiht. Im Anhang noch ein zusätzliches Bild, welches die Situation von der Straße aus zeigt.
Bei der Fahrt durch Allenfeld bin ich dann versehentlich von der Hauptstraße abgekommen und durchs Neubaugebiet gefahren, wobei das bei einem Soonwald-Dörfchen wie diesem kein Problem ist, die meisten haben nur ein paar Dutzend Einwohner. Just entdeckte ich dort einen weiteren BM auf einem mit vielen Bäumen bestandenen Wochenendhaus-Grundstück. Der Besitzer war zufälligerweise gerade anwesend und erzählte mir auf meine Nachfrage hin, dass der Baum vor ca. 35 Jahren von seinen Eltern gepflanzt wurde. Der Nachbar (Bürgermeister von Allenfeld) würde den Baum am liebsten gefällt sehen, weil er angeblich so viel Licht wegnimmt, aber das konnte der Besitzer bisher glücklicherweise verhindern.
Ich erzählte ihm von meinem Ziel, den Mammutbäumen im Wald, die er auch gut kannte, ebenso wie den Exotenwald in Weinheim und den Botanischen Garten in Mainz. Dummerweise hatte ich weder Flyer noch Maßband dabei, eigentlich wollte ich ja nur eine kleine Vorausexkursion unternehmen. Naja, kann man sicher irgendwann nachholen... Der Stamm (siehe Anhang) ist jedenfalls schon ganz ordentlich, 70 bis 80 cm DBH dürfte er haben. Die Äste sehen zwar ein wenig zerzaust aus, aber Allenfeld liegt auf einer Hügelkuppe, dort dürfte fast immer der Wind wehen.
Andreas Roth:
Danach bin ich in den Gauchswald gefahren, um dort die besagten Mammutbaumpflanzungen zu finden, aber vorher springe ich noch zu zwei weiteren Bäumen, die ich auf meiner Tour abgelichtet habe. Michael hatte wie gesagt den richtigen Riecher, in Münchwald steht tatsächlich ein ähnlich mächtiger Baum wie in Allenfeld, mit einer Burl-artigen Ausbeulung im Stamm (siehe Anhang). Auch dieser BM sieht ein wenig zerzaust aus, was ihm allerdings viel Charakter verleiht. Offenbar stand direkt daneben einmal ein anderer Nadelbaum, der aber glücklicherweise irgendwann gefällt wurde, so dass der BM ringsherum massig Platz hat.
Von der L 239 zwischen Wallhausen und Gutenberg führt ein Feldweg zur Kiesgrube und Bauschuttdeponie der Gebr. Wink, und auf dem Berg angekommen, prangt der BM unübersehbar über dem Kieslager. Obwohl er von den Betonmauern sicher ein wenig eingeengt wird, scheint es ihm prächtig zu gehen, hoffen wir, dass er dort auch in Zukunft noch einen Platz hat. Im Anhang ein weiteres Foto, welches die Position am Hang genauer dokumentiert.
Andreas Roth:
Der Gauchswald ist Teil des Naturparks Soonwald-Nahe, der im Jahr 2005 gegründet wurde und die vielfältige Hügellandschaft des Soonwalds und des Nahetals umfasst. Der größte Teil dieses Waldstücks liegt auf der Gemarkung Sponheim. Ich habe an insgesamt vier Stellen BM-Pflanzungen gefunden, möglicherweise gibt es auch noch mehr. Es wurden entweder entlang der Wege oder am Rand von Lichtungen jeweils ein bis zwei Dutzend Mammutbäume als Alleezeile gepflanzt, das Alter der Bäume schätze ich auf ca. 20 Jahre, die Höhe dürfte zwischen 10 und 15 m schwanken. Sie haben mittlerweile Durchmesser von ca. 30 bis 40 cm erreicht, der Pflanzabstand beträgt in der Regel 5 m.
Von der L 238 zwischen Allenfeld und Argenschwang aus trifft man ca. 1,5 km südlich auf die ersten Mammutbäume, jeweils eine Reihe von 18 Bäumen am Hauptweg, und 10 weitere Bäume an einem Nebenweg. Sie sind evtl. etwas jünger als die anderen Bäume, und wie diese alle aufgeastet, vermutlich möchte der Besitzer sie also forstwirtschaftlich nutzen. Etwa diese Größe haben auch immer die erwähnten Weihnachtsbäume hier im Ort, es könnte also in der Tat sein, dass diese von hier stammen. Ich muss doch einmal bei der Gemeinde diesbezüglich nachfragen...
Weiter geht's mit einer zweireihigen Pflanzung auf einer Lichtung. Hier stehen 29 bzw. 23 Bäume, davor befindet sich eine Reihe von Laubbäumen, vermutlich handelt es sich um rotblühende Kastanien. Kastanienbäume im Wald sind ein eher seltener Anblick, aber irgendeinen Grund wird diese Pflanzung sicher haben. Auch wenn vermutlich kaum ein Besucher über den kaum befestigten Waldweg hierher findet, macht die Pflanzung schon ganz ordentlich Eindruck, und der Alleecharakter kommt nirgendwo so deutlich heraus wie hier. Das erste Bild im Anhang zeigt noch einmal die dichte Staffelung der Bäume.
Noch etwas tiefer im Wald liegt dann schließlich eine annähernd dreieckige Lichtung, die an den Seiten von zweimal 18 sowie einmal 10 BMs umstanden wird. Teilweise werden sie am Rand etwas vom Unterholz bedrängt, aber die Wiese scheint regelmäßig gemäht zu werden, und auch das Unterholz wird sicher ggf. zurückgeschnitten. In ein paar Jahrzehnten sieht das Gelände sicher sehr eindrucksvoll aus, aber auch jetzt schon hat es interessante Qualitäten. Die restlichen Fotos im Anhang stammen auch von hier.
Direkt östlich anschließend finden sich noch einmal ca. 30 bis 40 BMs direkt im Wald, ebenfalls in Reihen gepflanzt, die aus der Luft wie ein großer Pfeil aussehen, welcher westwärts auf die Lichtung zeigt. Leider war das Unterholz dort sehr dicht, und für große Kletteraktionen war ich nicht ausgerüstet, so dass ich die Anzahl der Bäume nur schätzen konnte. Vielleicht kann ich mit Michael im Herbst genaue Zahlen nachliefern.
Auch wenn das Wetter ausgerechnet um die Mittagszeit etwas trübe war, hat sich mein kleiner Ausflug gelohnt, an dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank an Michael bzw. seinen Tippgeber, die Hinweise waren wirklich Gold wert. Ich hätte nicht gedacht, dass hier direkt in der Nähe noch so viele unentdeckte Mammutbäume stehen, und offenbar bekommt ihnen das raue Soonwaldklima durchaus gut. Zwar werden sie nicht die Höhen erreichen, die anderswo möglich sind, aber das machen sie durch ihre Mächtigkeit mehr als wett. Vor allem die urigen Gesellen in Allenfeld und Münchwald haben mir gut gefallen!
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