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dicker UM in Mittelbiberach

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xandru:
Liebe Freunde des ungewöhnlichen Mammuts,

Wir haben heute endlich mal an dem dicken Urweltmammutbaum in Mittelbiberach angehalten, an dem wir in den letzten Jahren immer nur vorbeigefahren sind. Mit ist er nämlich von Mal zu Mal dicker vorgekommen… Das Bild rechts stammt noch vom Januar 2007.

Wir hatten die Erlaubnis vom Besitzer; das größere Problem war aber der ungünstige Standort. Allein der Fußpunkt der Messung war schlecht zu bestimmen. Wir sind auf einen Umfang von 4,32 m gekommen; das ergibt einen Durchmesser in Brusthöhe von 1,38 m. Somit schafft es der Baum mit Anhieb auf ungefähr Platz 10 in der Liste der dicksten Urweltmammutbäume in Deutschland!

Der Besitzer wusste, dass das Haus 1956 gebaut wurde. Und das Erscheinungsbild des Baumes passt in meinen Augen perfekt zu dieser Angabe. Im Deutschland-Register haben wir zur Zeit etwa 5371 Metasequoien. Aber nur 42 von ihnen sind älter als dieser hier. So gesehen gehört dieser Baum zu den 50 ältesten Exemplaren seiner Art in Deutschland. In Baden-Württemberg haben wir ältere nur in den Gartenanlagen von Weinheim, der Mainau und Stuttgart. Für einen kleinen Ort, der nun wirklich nicht der Nabel der Welt ist, ist das ein ganz bemerkenswerter und völlig außergewöhnlicher Baum!

Aktuelle Bilder kommen später.

Messfreudige Grüße,
Wolfgang   

xandru:
Hallo in Mittelbiberach,

Auch hier kann ich endlich einen Bildvergleich anbieten. Das Bild im vorigen Posting zeigt die ID 2312 im Januar 2007. Rechts ist der Baum im Juli 2012 zu sehen.

Unten sind Details vom Stammfuß zu sehen. Möglicherweise war die Ausbuchtung an der Straße einst eine kleine Tankstelle. Auf jeden Fall ist der Baum unglücklich eingeklemmt zwischen der steilen Zufahrt zum Haus und der Mauer, die die Parkbucht begrenzt.

Vielleicht sollten die Eigentümer langfristig überlegen, ob sie diesen sehr ungewöhnlichen Baum nicht durch Abriss der Mauer und Aufschüttung der Parkbucht schützen wollen. Außerdem hätte dieser Rekord-Baum auf jeden Fall die Anerkennung als Naturdenkmal verdient. Bisher sind nur vier Metasequoien im Register als Naturdenkmale klassifiziert.

Mal denkende Grüße,
Wolfgang   

xandru:
Liebe Freunde des ehemaligen Rekord-Baums,


--- Zitat von: xandru am 03-Januar-2013, 21:46 ---Vielleicht sollten die Eigentümer langfristig überlegen, ob sie diesen sehr ungewöhnlichen Baum nicht durch Abriss der Mauer und Aufschüttung der Parkbucht schützen wollen.
--- Ende Zitat ---

Mittlerweile hat sich dieser Text erübrigt. Heute sind wir wieder dort vorbeigefahren. Offenbar haben die Besitzer die Mauer und die Parkbucht durch Fällung dieses ungewöhnlichen Baumes geschützt.

Kennt sich jemand im europäischen Recht oder im Bundesrecht soweit aus, dass wir die Gemeinde Mittelbiberach nach der Rechtsgrundlage für die Fällung eines Baumes von 1,38 Metern Durchmesser fragen können? Genügt das subjektive Wohlbefinden der Anwohner (Baum macht Schatten, Wurzeln untergraben Weg, Baum macht im Herbst Dreck, Baum verdeckt Ladengeschäft) um eine solch stattliche Rarität einfach abzusägen? Oder ergibt sich aus dem Eigentum nicht auch die Pflicht, einen solch großen und seltenen Baum zu schützen und zu erhalten?

Der Baum mit seinen 57 Jahren machte im Januar auf mich noch einen gesunden Eindruck, Gefahren durch eventuell herabfallende Äste waren nicht sichtbar.

Um diesen Baum ist es wirklich schade! In der deutschen Rekord-Liste kam er ungefähr auf Platz 15. Ich hoffe, dass er nicht an den einschlägigen Naturschutzgesetzen vorbei das Opfer von hemdsärmeligen Amigo-Absprachen in einem erzkonservativen Dorf geworden ist.

Bedauernde Grüße,
Wolfgang

TaunusBonsai:
Moin Wolfgang,

ohne Worte ...


Ich tippe mal auf das Argument "Dreck". Das habe ich bereits mehrfach bei meinen Führungen auf der Farm auch von UM-Eigentümern (nicht nur von Nachbarn...) zu hören bekommen.



dreckiger Gruß aus'm Taunus vom Ralf

JNieder:

Hier steht es nun auch in der Zeitung.

Traurige Geschichte !
 :'(

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