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BMs in Beaucourt (Territoire de Belfort)

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xandru:


Die EU-ID 3647 ist sehr voluminös und beherrscht durch seine exponierte Lage über dem Tal das Ortsbild von Beaucourt. Dennoch wollten wir nicht in Privatgelände herumschleichen.

Ich belasse es also bei den 754 cm, die die Franzosen gemessen haben; das bedeutet einen Durchmesser in Brusthöhe von 2,40 Metern (ohne Datum).

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Der Bergmammutbaum EU-ID 3646 ist von der Straße aus sehr gut zu sehen, steht aber doch neben einem modernen Haus auf Privatgrund. Auch dieser mächtige Baum ist von weit her zu sehen.

Hier haben die französischen Kollegen 850 cm gemessen; also gebe ich im Register diesem Eintrag den Wert von 2,71 Metern (ohne Datum).

Mit dieser Dicke kommt er in der französischen Rangliste auf Platz 37. In Deutschland hingegen wäre diese Dicke eine Sensation, denn hier gibt es nur 9 noch dickere Bergmammutbäume.

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Der letzte Baum bei der ehemaligen Villa Koechlin ist die EU-ID 3645; dieser Baum wirkt ein wenig gedrungen.

Die Franzosen vermerken in Brusthöhe einen Umfang von 652 cm (2,08 m, ohne Datum).

Unsere Messungen kamen auf 671…683 cm; das macht 2,13 Meter (08-2013).

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xandru:


Unweit davon steht ein sehr junger Sequoiadendron, der auf den Luftbildern noch gar nicht zu erkennen ist. Das wird jetzt die EU-ID 5495. Stück für Stück werden in Beaucourt die verfallenen Fabrikhallen abgerissen oder renoviert. Dazu passt auch die Neugestaltung dieses Hanges, an dem zur Zeit gerade einige neue Wohnhäuser entstehen.

Somit sind die Mammutbäume in Beaucourt nun für das Register so aufbereitet, dass alle sechs Veteranen vor Ort qualifizierte Einträge mit Koordinaten, Maßen und Bildern haben.

Aufbereitende Grüße,
Wolfgang   

xandru:
Hallo,

Nun habe ich zu jedem der Mammutbäume in Beaucourt ein paar Bilder eingestellt.

In dieser Agglomeration gehören Héricourt (Haute-Saône) und Montbéliard (Doubs) bereits vor der Revolution zur Franche-Comté. Belfort und Beaucourt hingegen waren bis 1871 Teil des Oberelsass. Als in der Folge jenes Krieges das ganze restliche Elsass vom Deutschen Reich annektiert wurde, blieb der französischsprachige Teil des Sundgau als „Territoire de Belfort“ bei Frankreich und kam 1960 zur Franche-Comté. Den Einfluss der Grafschaft Mömpelgard kann ich hier nicht umfassend recherchieren; jedenfalls gab es im 18. Jahrhundert offenbar zwei Bürgermeister: einen katholischen, eingesetzt vom französischen König, und einen protestantischen, eingesetzt vom württembergischen Herzog, dem Grafen von Mömpelgard.

Einer dieser Bürgermeister war seit 1760 Jacques Japy; sein Sohn Frédéric Japy verband um 1800 protestantischen Gewerbegeist mit Schweizer Uhrmacherkunst und gründete die Dynastie Japy, durch die Beaucourt bis weit ins 20. Jahrhundert nicht nur für Uhren, sondern auch für andere Feinmechanik bis hin zu Schreibmaschinen bekannt war. Heute fährt die Straßenbahn längst nicht mehr, die Fabrikanlagen verfallen und zahlreiche dekorativen Wohnbauten des ausgehenden 19. Jahrhunderts haben ganz offensichtlich ihre besten Tage weit hinter sich.

Das Pflanzdatum der Mammutbäume ist unbekannt; aber sie haben wohl den Höhepunkt Beaucourts in den 1880er Jahren (Quelle) ebenso erlebt wie den Niedergang dieses Städtchens.

Interessant ist noch der Kronenschaden der EU-ID 5496: Von unten kommt der Stamm, nach links oben setzt ein dickerer Ast die Linie fort, während sich über der Schadensstelle ein kleiner „Baum im Baum“ bildet. Wahrscheinlich wird dieser in fünfzig Jahren zum neuen Hauptstamm geworden sein; vom Schaden bleibt dann nur noch ein kleiner Versatz in der vertikalen Linie des Stammes übrig.

Mehr Bilder hat natürlich dieser dreigespaltene Veteran mit der Nummer EU-ID 5497 verdient. Ich habe schon ein paar Mammutbäume gesehen, aber noch keinen solchen!

Unverwechselbare Grüße,
Wolfgang

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