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Autor Thema: Bergmammut in Dornbirn/Österreich Rappenlochschlucht  (Gelesen 20727 mal)

Rainer

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Re: Bergmammut in Dornbirn/Österreich Rappenlochschlucht
« Antwort #30 am: 10-Juli-2012, 19:51 »

Hallo,

heute war ich in Dornbirn. Leider war die Schlucht wegen einem Felssturz gesperrt. Der BM ist ja Fantastisch. Den Umfang habe ich lediglich mit 7,04 m gemessen. Pflanzpunktmessung lag bei 7,15 m. Nun aber zur Höhe. Gemessen habe ich aus drei Richtungen, etwa 20 mal. Alle Messungen lagen zwischen 54,6 und 55,8 m. Als Mittelwert habe ich mal 55,0 m angesetzt. Ist der in den vier Jahren um 1,5 m gewachsen?

Grüße,

 Rainer
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xandru

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Re: Bergmammut in Dornbirn/Österreich Rappenlochschlucht
« Antwort #31 am: 11-Juli-2012, 00:15 »

Hallo Rainer,

Es handelt sich um die EU-ID 262.

Die aktuell eingetragenen Werte sind:
  • Pflanzjahr: 1899;
  • Höhe: 53,5 Meter (09-2008);
  • BHD: 2,26 Meter (09-2008).
Deine Werte sind:
  • BHD: 2,24 m (07-2012) und
  • Höhe: 55 m (07-2012).
Die Höhe habe ich aktualisiert. Leider kann ich nicht nachvollziehen, wer damals wann aus welchen Richtungen und wie oft gemessen hat. Aber dein Verfahren scheint mir vernünftig. Das macht ihn zu einem der höchsten Mammutbäume in Europa!

Aktualisierende Grüße,
Wolfgang
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Rainer

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Re: Bergmammut in Dornbirn/Österreich Rappenlochschlucht
« Antwort #32 am: 11-Juli-2012, 08:13 »

Hallo Wolfgang,

laut Thread stammte die Messung von Sir Cachelot, vermutlich mit dem Deckungswinkelmesser.
Mit dem DWM geht die Messung. Entfernungstechnisch vermutlich nur aus einer Richtung. Der BM steht völlig frei, dass Gelände drumherum ist eben. Sowohl die Spitze als auch der Stammfuß ist aus mehreren Richtungen einwandfrei zu sehen. Ich will damit nur sagen, dass eine Höhenmessung bei diesem BM recht einfach ist. Also auch dia alte Messung würde ich jetzt mal, so wie meine, als ziemlich korrekt ansehen. Erstaunlich nur, wie schön die Spitze bei diesem BM ausschaut.

Grüße,

Rainer
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xandru

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Re: Bergmammut in Dornbirn/Österreich Rappenlochschlucht
« Antwort #33 am: 12-Juli-2012, 23:28 »

Hallo Rainer,

Ich habe im Wiki jetzt mal die Seite „Die geografische Lage der höchsten Bergmammutbäume in Österreich“ erstellt. Dieser Baum (55 Meter) ist mit großem Abstand der höchste im Lande; der nächste steht erst in Paudorf (41,5 Meter).

Besondere Vorlieben scheinen die Mammutbäume in der Alpenrepublik nicht zu haben. Im Waldviertel und in Kärnten sind keine hohen Bäume verzeichnet; was aber vielleicht auch mit fehlenden Höhenschätzungen (sowie fehlenden Bildern und Koordinaten) für Treffen am Ossiachersee und für Obervellach zusammenhängt.

Vermissende Grüße,
Wolfgang
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Rainer

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Re: Bergmammut in Dornbirn/Österreich Rappenlochschlucht
« Antwort #34 am: 16-August-2012, 22:17 »

Hallo,

hier nun meine Bilder zu diesem BM.

Viele Grüße,

Rainer
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Waldläufer

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Re: Bergmammut in Dornbirn/Österreich Rappenlochschlucht
« Antwort #35 am: 17-August-2012, 10:26 »

Hallo,
dies ist mal wieder ein toller Solitär der durch seine Schlankheit und Höhe besticht.
Diese dicklichen aufgepumpten oft sogar noch jüngeren die immer wieder vorgestellt werden sind leider nicht so mein Ding.
Ob diese für jede Örtlichkeit eine Bereicherung sind habe ich meine Zweifel.
Nun schreibt Wolfgang die Bm hätten in Österreich wohl keine Standortvorlieben. Wenn man ins Register schaut könnte man das meinen -
aber nur weil diesbezüglich nichts drinsteht.
Der hohe Baum in Dornbirn bekommt 1050mm Jahresniederschlag und steht sehr klimamild. Tiefstmögliche Januar Mittel +1,9°C.
Der um 14m kleinere in Paudorf muß sich mit 675mm begnügen und friert bei -3,9°C. Der in Payerbach hat ebenfalls 1040mm und tiefe -5,6°C
Das sind teils konträre Bedingungen. Aber wen wunderts - bei hohen Niederschlägen und mildem Klima wachsen sie am besten.

                                           VG                    Bernt
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Tom E

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Re: Bergmammut in Dornbirn/Österreich Rappenlochschlucht
« Antwort #36 am: 07-September-2014, 23:13 »

Hallo,
nach Dornbirn hat es mich heute auch verschlagen, ganz speziell zu diesem Baum. Die Fahrt war eine Katastrophe, denn Stau ist mein Feind und mein Feind war allgegenwertig.

Von den Abmaßen ist dieser Baum natürlich eine Wucht, keine Frage. Rainer hat mich ganz speziell gebeten diesen Baum nochmal zu messen und mein Nikon sagte mir 57m.  ???
Jetzt mal kurz einen Nikonmeter abgezogen sind das noch immer 56m?  ??? ??? Ich kann irgendwie noch nicht so recht daran glauben, dass der Baum so enorm nach oben schießt, obwohl er sonst keinen besonders tollen Eindruck hinterlässt. Nur viele, viele, viele tote Äste und eine sehr lichte Spitze mit ebenfalls vielen, vielen toten Ästen. Und wer sitzt ganz oben auf dem Baum? Klar, natürlich des Mammutbaums größter Freund, der Vogel. Ich keine leider nicht besonders viele Vogelarten, aber farblich könnte es eine Elster sein, falls ich falsch liege bitte korrigieren. Er sieht zumindest recht groß aus, im Vergleich mit den Zapfen.

Die Herbstsaison sieht man ihm zusätzlich sehr deutlich an.

Gruß
Tom
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Gartenwetter: Awekas von den Bäumchen und der Heidi.

Rainer

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Re: Bergmammut in Dornbirn/Österreich Rappenlochschlucht
« Antwort #37 am: 08-September-2014, 19:43 »

Hallo Tom,

vielen Dank für die Vermessung des BM und den tollen Bildern. Das mit den Stau hätte ich dir sagen können ;) 2012 war ich bestimmt fünfmal in der Dornbirner Region, von Lindau aus kommend. Und jedesmal gab es da Stau.

Halten wir jetzt mal fest. Sir Cachelot hat 2008 eine Höhe von 53,5 m gemessen. Ich habe im Juli 2012 55,0 bis 55,5 m gemessen und du jetzt aktuell 56,0 bis 56,5 m. Das Nikon neigt ja dazu, eher etwas zu viel anzuzeigen. Ich habe damals bis knapp 56 m gemessen und du jetzt bis 57 m. In zwei Jahren hat er also um ziemlich genau einem Meter zugelegt. Die Messung von Sir Cachelot passt da auch genau dazu. Seit 2008 jährlich etwa 0,5 m. Der BM ist also aktuell etwas über 56 m hoch, Pflanzjahr ist 1899. Also, 56 m und ein bisschen und ein Alter von 115 Jahren macht ebenfalls knapp 0,5 m pro Jahr. Sollte der BM tatsächlich seit über 100 Jahren jährlich um gut 0,5 m an Höhe zugelegt haben? An der Europäischen Spitze wird es jetzt ganz eng. Die Top 5 mit verlässlichen Messungen schaut nach meinen Recherchen jetzt so aus:

56,4 m, Benmore, Botanischer Garteng (05-2014, David Alderman, Nikon)
56,4 m, Big Trees Walk, Uig in Dunoon (05-2014, Owen Johnson, Nikon)
56,3 m, Ribeauvillé (07-2014, Karlheinz, TruPulse)
56,0 m, Dornbirn (09-2014, Tom E, Nikon)
55,8 m, Auenwald (03-2014, Karlheinz, TruPulse)

Bei den anderen vier Rekordanwärtern handelt es sich allerdings um regelrechte Spargeln, im Vergleich zum Dornbirner BM, mit seinen über 7 m Brusthöhenumfang. Die anderen Rekordanwärtern sind zudem gut 50 Jahre Älter. Wenn der Dornbirner BM weiter so wächst, hält er in ein paar Jahren Unangefochten den Spitzenplatz in Europa.

Rekordige Grüße,

Rainer
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Bakersfield

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Re: Bergmammut in Dornbirn/Österreich Rappenlochschlucht
« Antwort #38 am: 08-September-2014, 21:57 »

Hallo ihr Zwei,

das ist in der Tat ein ganz besonderer BM dort. Wächst trotz relativ ungesunder Optik auf Rekordkurs... ???

Und das als Solitär... :o Der mächtigste BM in der Höhen-Top-Ten ist aber der Kollege hier: http://www.monumentaltrees.com/nl/gbr/schotland/rossandcromarty/7939_castleleod/15893/

Wenn die Daten stimmen, spielt der mit dem La Granja-Dickenrekordhalter in einer eigenen Liga, was das Stammvolumen angeht.

Massive Grüße,
Frank
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"And it smells like rain, Maybe even thunder, Won't you keep us from all harm, Wonderful redwood tree"
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Rainer

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Re: Bergmammut in Dornbirn/Österreich Rappenlochschlucht
« Antwort #39 am: 08-September-2014, 22:24 »

Hallo Frank,

dein genannter ist dicker, ja. Aber auch gut 3 m niedriger und knapp 50 Jahre Älter. In Anbedracht des Altersunterschiedes sehe ich den Dornbirner dennoch leicht vorne. Das erstaunliche am Dornbirner BM ist ja auch, wie du richtig anmerkst, der Freistand. Die anderen Rekordhalter, was die Höhe angeht, stehen alle im Wald beengt, nach Licht suchend.

Viele Grüße,

Rainer
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Rainer

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Re: Bergmammut in Dornbirn/Österreich Rappenlochschlucht
« Antwort #40 am: 05-April-2015, 23:13 »

Hallo,

letzte Woche war ich mit Karlheinz in Dornbirn um den BM zu Messen. Dort angekommen, waren wir zunächst mit schlechtem Wetter konfrontiert. Es regnete und stürmte. Der Regen hat zum Glück bald aufgehört, der starke Wind blieb aber. Wir mussten deswegen beim Messen immer wieder kurze Pausen einlegen, um auf schwächeren Wind zu warten. Bei einer stark schwankenden Spitze ist ein Messen beinahe unmöglich. Wir haben dann von insgesamt vier Messstandorten aus gemessen. Jeweils mit TruPulse 200X auf Stativ. Am Stamm selbst hatten wir Markierungen angebracht, die wir später mit Leica eingemessen haben. Drei Messstandorte befanden sich am seitlich gelegenen Hang, einer davon auf knapp 23 m Höhe, also beinahe halbe Hanghöhe. Der vierte Standort war in einer Ecke des freien Platzes, von wo ich bereits vor knapp drei Jahren mit Nikon gemessen habe. Beim Messen sind wir immer gleich vorgegangen. Wir haben abwechselnd gemessen und unsere Werte verglichen, um so einen eventuellen Messfehler auszuschließen. Die vier Messungen lagen mit einer maximalen Differenz von etwa zehn Zentimeter recht eng beieinander. Anschließend haben wir mit Leica Disto D8, welches im Millimeterbereich misst, die Basis ausgemessen. Zur Nullpunktbestimmung haben wir die Hangober- und Unterseite, dem vermeintlichen Keimpunkt des Baumes, eingemessen. Der BM steht recht eben, von Ober- zur Unterseite haben wir eine Differenz von lediglich acht Zentimeter gemessen. Als letzten Schritt haben wir die Stammmarkierung noch zum Nullpunkt hin eingemessen. Letztendlich schätzen wir unsere Messungen trotz den etwas widrigen Bedingungen als recht genau an. Als Gesamthöhe haben wir 56,3 m für den BM herausbekommen.

Der BM wurde jetzt in den letzten Jahren viermal gemessen:

09.2008: 53,5 m, Sir Cachelot (vermutlich Deckungswinkelmesser)
07.2012: 55,5 m, Rainer Lippert (Nikon)
09.2014: 56,0 m, Tom (Nikon)
03.2015: 56,3 m, Karlheinz&Rainer Lippert (TruPulse+Leica)

An der europäischen Spitze wird es jetzt ganz eng. Einer der Konkurrenzbäume steht in Frankreich, bei Ribeauvillé. Karlheinz war da ein paar Tage vorher dort und hat nach dem gleichen Schema wie in Dornbirn gemessen. Der BM steht an einem steilen Hang (1,40 m von Ober- zur Unterkante), die Nullpunktbestimmung ist dadurch recht schwierig. Er ist dort ebenfalls auf 56,3 m gekommen. Ein weiterer Kandidat steht in Deutschland, im Auenwald. Karlheinz ist dort im März 2014 auf 55,7 m gekommen. Die derzeit zwei höchsten BMs stehen in England. Beide werden mit 56,4 m angegeben. Über die Genauigkeit der Messung, vor allem zur Bestimmung des Nullpunktes bei Hanglage, ist nicht viel bekannt. Beide wurden im Mai letzten Jahres gemessen, vermutlich Freihand mit Nikon.

Der Dornbirner BM wurde 1899 gepflanzt, die anderen vier BMs zwischen 1856 und 1872. Hinsichtlich des Alters hat der BM in Dornbirn von den fünf Kandidaten das bisher jährlich höchste Wachstum hingelegt. So gesehen dürfte er das Rennen um die Spitze unter diesen fünf Kandidaten wohl gewinnen.

Hier die aktuelle Top 5:

Platz 1: 56,4 m, Benmore, Botanischer Garteng (05-2014, David Alderman, Nikon)
Platz 1: 56,4 m, Big Trees Walk, Uig in Dunoon (05-2014, Owen Johnson, Nikon)
Platz 3: 56,3 m, Dornbirn (03-2015, Karlheinz&Rainer Lippert, TruPulse)
Platz 3: 56,3 m, Ribeauvillé (03-2015, Karlheinz, TruPulse)
Platz 5: 55,8 m, Auenwald (03-2014, Karlheinz, TruPulse)

Viele Grüße,

Rainer
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Karlheinz

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Re: Bergmammut in Dornbirn/Österreich Rappenlochschlucht
« Antwort #41 am: 06-April-2015, 00:52 »

Hallo,
ergänzend zu Rainers Bericht hier noch zwei Fotos

Grüße
Karlheinz
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Karlheinz

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Re: Bergmammut in Dornbirn/Österreich Rappenlochschlucht
« Antwort #42 am: 06-April-2015, 09:51 »

Hallo Rainer, zu deinen Top 5:

Gern würde ich an den Top 2 auch mit TruPulse 200X eine Vergleichsmessung durchführen, auch an den höchsten schottischen Douglasien, aber wegen des Linksverkehrs mag ich dort nicht fahren.

EU-ID 194 in Pitlochry führst du nicht mehr auf. Warum löscht die denn keiner, wenn die nicht existiert?

Grüße
Karlheinz
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Rainer

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Re: Bergmammut in Dornbirn/Österreich Rappenlochschlucht
« Antwort #43 am: 06-April-2015, 10:08 »

Hallo Karlheinz,

dann lasse dich doch dort mit dem Taxi fahren ::) Die gehören aber jetzt eigentlich schonmal genauer gemessen.

Im Register steht, Status derzeit unbekannt. Ich habe jetzt diesen Thread gefunden. Da heißt es, dass er bei MT mit 54,5 m Höhe registriert wäre. In MT gibt es ihn aber inzwischen auch nicht mehr.

Viele Grüße,

Rainer
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Tom E

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Re: Bergmammut in Dornbirn/Österreich Rappenlochschlucht
« Antwort #44 am: 06-April-2015, 10:22 »

Hallo Karlheinz und Rainer,
danke für die genaue Messung dieses unheimlich langen Gesellen. Ich kann es noch immer nicht so ganz glauben, dass der Baum so stark zulegt. Eine tolle Sache. Womöglich hat Lukas W. recht, je besser der Bergmammutbaum wächst, desto schlimmer sieht er im Herbst aus.  ::)

Also weiter so kleiner BM, alle Macht der Spitze!  8) (Wer braucht schon lebende Äste dort oben, unnötige Verbraucher)

Gruß
Tom
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