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Autor Thema: Bau eines Blitzableiters für Bäume  (Gelesen 6913 mal)

Gerald

  • Gast
Bau eines Blitzableiters für Bäume
« am: 03-August-2010, 23:45 »

Man hört, liest und sieht es immer wieder, so auch im Aboretum Bad Grund siehe Bild. Dem Baum haben sie oben mit einer Gummimatte bedeckt. Eigenlich ist der Baum aber hin. Damit es aber erst garnicht so weit kommt habe ich in meinem Baum einen Blitzableiter gebaut.
Vorbetrachtungen: Ich muss die Höhe des Baums ungefähr kennen (kommt auf den Meter nicht drauf an).
  • Steht der Baum dicht an einem Haus mit Blitzableiter oder sonstigem gut geerdetem Gegenstand?
  • ist eine Befestigung der Blizleitung dort möglich?
  • kann ich die Blitzleitung vom Baum im Boden oder sonst wie geschüzt dorthin verlegen?
Wenn ja wird die Blitzleitung dort angeschlossen weil sie dann auf jeden Fall besser geerdet ist als im 2. Fall wo ich einen sogenannten Erdungsstab oder auch Kreuzerder genannt brauche.
Den Kreuzerder am besten ausserhalb der Krone wo man glaubt das dort der Boden feucht ist im Zweifelsfall im Westen von wo der Regen kommt.

Material Bedarf:
Erdungsstab ist 1,5 m lang, verzinkt mit Anschlußmuffe für die Leitung, gibts in fast jedem Baumarkt für ca. 20 Euro
8 mm Rundaluminium der Länge: Abstand Erdungsanschluss-Baum + Höhe Baum + 5-8 m (sind für die nächsten 8 - 10 Jahre) + 2 m (Sicherheit).
Nur eine Firma liefert dieses Material. Habe es über eine ElektoFirma bekomen.
Für 25 m habe ich 87,76 Euro bezahlt also den Meter für 3,51 Euro.

Gut das ich Hyperion nicht im Garten stehen habe da kämen schon mal 400 Euro zusammen  :D ;D
Mindestens 2 besser 4 Schlauchklemmen zum Verbinden der 8 mm Alu Leitung
Je nach Höhe und Durchmesser des Baumes 6 bis 8 Gummipackriemen, gibts im Fahrradladen in Längen von 40 cm bis 1 m, kosten 1 - 2 Euro das Stück.

Werkzeug:
  • Vorschlaghammer
  • Metallsäge
  • Schraubenschlüssel zum befestigen der Alu-Leitung am Erdungsstab
  • Schraubendreher für die Schauchschellen
  • Feile für die Fangspitze
  • Kunststoffdose muss über die Anschlussfahne des Erdungsstabes passen
,

Installation:
1. An der Stelle wo der Erdungsstab rein soll ein gut 30 cm tiefes Loch von Spatenbreite ausheben.
2. Mit dem Spaten eine Furche vom Erdungsstab zum Baum ausheben so weit es eben geht. Bei mir ging sie schräg hoch bis kurz hinter die Krone.
3. Erdungsstab etwa bis 10 cm unter Boden reinschlagen. Man sieht später nur noch die Leitung am Baum hochgehen.
4. Unteres Leitungsende ausrollen und so gut es geht geradebiegen. Ist so weich das man Knicke über den Daumen biegen kann.
5. Länge abmessen. Abstand Erdungsstab-Baum + Höhe (Höhe in der ich am  Baum die Leitung problemlos verlegen kann) bei mir waren es 7 m.
6. Die nächste Arbeit gestaltet sich für hoch aufgeastete Bäume einfacher als für bis zum Boden beastete. Die Leitung vom Baum aus in die Bodenrinne bis zum Bodenerder einfädeln.
7. Alu-Leitung richtig festziehen ist wichtig für den Kontakt.
8. Erdungstab und Anschlussmuffen sind zwar verzinkt bzw. vernickelt aber um den Anschluss sauber zu halten habe ich eine passende Kunststoff Dose unten aufgeschlitzt für die Anschlussleitung und über den Erdungsstab gestülpt. Loch und Leitung mit Erde zu schütten und fertig.
9. Das restliche Ende um 90 Grad knicken und am Baum hoch führen.
10. Das untere Ende fixieren, entweder in der Erde oder bei bis unten beastete Bäume an einem der unteren Äste festbinden. Ideal wäre ein dicker abgestorbener Ast, der kann dann sogar mit Draht festgezogen werden weil er ja nicht mehr wächst.
In geeigneten Abständen mit den Gummigurten die Leitung am Stamm fixieren.
11. Das obere Ende der Blitzleitung auf die restliche Länge= Distanz Ende untere Leitung - Baumspitze + 2 oder mehr Meter für das Wachstum der nächsten Jahre.
12. Das obere Ende der Leitung spitz zu feilen. Je spitzer um so besser wird der Blitz gefangen.
Das kann dann sogar als Indikator dienen falls ein Blitz mal gefangen wird, wird man das an der verbrannten Spitze sehen können.
13. Bei alten Baumriesen wird man die obere Leitung noch in der Spitze sitzend hoch schieben können, bei jungen Bäumen wie meiner ist dann eine Arbeitsplattform gefragt. Diese bis 14m Anhängerbühne hat mich pro Tag nochmal 100 Euro gekostet. Muss man im Internet halt die preiswerteste suchen. Manche Firmen verleihen auch Stunden weise.
Achtung: Wetterbericht hören. Wer nicht 100 % schwindelfrei ist, für den ist diese  Arbeit nichts. An meiner ausgeliehen Bühen stand: Arbeiten mit der Bühne sind nur bis Windstärke 5 erlaubt und bei mir waren es 5 Windstärken. Das Ergebnis sieht man auf dem Bild die Leitung steht ziemlich schief am Stamm, hab mich auch nur bis 12 m hoch getraut und dort mit einem Gummipackriemen die Leitung am Stamm fixiert.
14. Jetzt brauchen nur noch die beiden Leitungen mit den Schlauchklemmen verbunden werden. Auch hier wieder so fest wie möglich anziehen.
Fertig.
D.h. Wer will kann noch mit wasserfestem Klebeband Höhenmeßpunkte an der Leitung markieren z.B. bei 1.3m für die Dickenmessung, 5m, 10m usw.

Die Zweiteilung der Leitung hat den Vorteil, dass das obere Ende der Blitzleitung so jedes Jahr an die Höhe des Baumes angepasst werden kann.
Befestigt man nun noch kurz unterhalb der Spitze eine Sitzstange für Vögel oder ein Drahtgeflecht etwa wie einen Strahlenkranz oder ähnliches, der ein setzen der Vögel auf die oberen Triebe verhindert kann man sich lange am ungehindertem Höhenwachstum seines Baumes erfreuen.

Uff, die Anleitung ist aber deutlich länger geworden als ich dachte, bitte lasst mich wissen falls ihr mal einen Blitzableiter baut und euch diese Anleitung geholfen hat.

Viele Grüße Gerald
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Steffen

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Re:Bau eines Blitzableiters für Bäume
« Antwort #1 am: 04-August-2010, 18:22 »

Hallo Gerald,

Vielen dank für den Beitrag, ich habe ihn erstmal ins Wiki in den entsprechenden Beitrag zum Blitzschutz gestellt.

http://mbreg.de/wiki/index.php/Schutzeinrichtungen#Blitzschutz

Gruß Steffen

P.S. Kannst Du vielleicht bei Gelegenheit noch mal weitrre Fotos des Blitzableiters machen?
Die kommen dann auch isn Wiki?
« Letzte Änderung: 04-August-2010, 18:28 von Steffen »
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takatapetry

  • Gast
Re:Bau eines Blitzableiters für Bäume
« Antwort #2 am: 24-August-2010, 21:24 »

hallo blitzableiterbastler,
ich habe mir mal die arbeit gemacht und eine stückliste erstellt, die man mindestens für einen guten blitzableiter braucht, incl. preise.

fangen wir mal unten an und arbeiten uns nach oben durch, ich hab überal noch eine kleine beschreibung der teile dabei.

2 stück kreuzerder, 1,5 meter je 25,80 € oder 2 meter je 30,93 €
2 stück kreuzerder aus folgenden grund, staberder haben eine zu geringe oberfläche für einen sicheren ptentialausgleich, 2 stück desshalb, um keinen spannungstrichter zu bilden, beide erder sollten 5 meter auseinander sein. kurze erder für schwere böden, lange erder für sandige.

midestens 7 stück kreuzverbinder 10 mm je 6,75 €
kreuzverbinder aus temperguß, sendzemirverzinkt, werden benötigt um rundleiter zu verbinden oder abzweige herzustellen, oder eine verschiebbare verlängerung. schlauchschellen, wie sie gerald verwendet hat halten nicht lange, sind nach längerer zeit nicht mehr lösbar und der erste blitz verbrät sie.

130 meter rundstahldraht, sendzemirverzinl, 10 mm durchmesser, je meter 4,05 € wird in ringen zu 50 meter geliefert oder auf zuschnitt.
diese menge ist für einen 30 meter baum, mit einem kronendurchmesser von ca 15 meter gedacht, jetzt kommts auch warum stahldraht und kein alu.
in 10 meter schritten sollten am baum sogenannte blitzfangstangen aus der krone seitlich herausragen, 4 stück, wie ein kreuz. also bei 10 meter höhe und bei 20 meter höhe. diese seitlichen fangstangen werden mit den kreuzverbindern als durchgehende stange beitseitig am steigdraht befestigt und mit schellen fixiert, dadurch das sie auf jeder seite 7 bis 8 meter herrausragen und mit den ästen auf und abschwingen, benötigen sie eine höhere eigentragfähigkeit als alu. daher auch die große menge an draht, man braucht ja auch noch die 8 seitlichen fangstangen.

50 stück abstandschellen, sendzemierverzinkt, 9 bis 10 mm, je 1,45 €
diese abstandschellen sind wetterfest und haben eine hohe tragfähigkeit, befestigt werden sie mit schrauben, in der regel setzt man alle 1,5 meter eine schelle da sich der stahldraht weitestgehend selber stützt.

kleinmaterial für 25 €
unterlegscheiben und schrauben.

gesamtkosten material 733,11 € zuzüglich MwSt, abzüglich diverser rabatte die man aushandeln kann.
die preise sind von der elektrohandelskette hagemayer und bis 2011 gültig.

arbeitszeit schätze ich drei personen ca. 5 stunden.
meines erachtens ist ein steiger nicht von nöten, da ein solcher baum erstiegen werden kann und man ja eh direkt an den stamm muß.

zur vorgehensweise.
die beiden kreuzerder werden ca. 10 meter vom stamm entfernt um 180 grad versetzt eingeschlagen, also genau gegenüberliegend. die anschlußfahne darf nicht under der erde liegen. ein erder wird mit dem fangdraht verbunden, welcher bis fast zur baumspitze reicht, dieser sollte ungeschnitten sein, der zweite erder mit mit einem kreuzverbinder direkt am stammansatz am fangdraht angeschlossen.
in 10 meter höhe werden die ersten fangstangen montiert, bei 15 meter kronendurchmesser schneidet man 2 drähte mit 17 meter länge, diese werden mit kreuzverbindern am fangdraht befestigt. man kann auch 4 fangstangen zu 8,5 meter montieren, braucht aber dann 4 anstatt von 2 kreuzverbinder.
das selbe wird bei 20 meter höhe gemacht, mit 2 ca. 8 meter langen oder 4 ca. 4 meter langen fangstangen. die länge der fangstangen ist leicht zu ermitteln, einen meter über die seitenäste hinaus.
diese fangstangen sind nötig um einen blitz abzuleiten, der von der seite auf den baum trifft. nur eine senkrechte fangstange an der spitze ist bei großen bäumen eigentlich unwirksam, da blitze "kurzsichtig" sind und sich erst auf den letzten 10 metern entscheiden wos hin gehen soll. desshalb sollte man den blitz so viel ausgleichspotential als möglich zur verfügung stellen.
zum schluß wird ein ca. 10 meter langes stück fangdraht mit zwei kreuzverbindern so an der spitze angebracht, das es 2 meter über dem leittrieb steht und noch drei meter nachgeschoben werden kann.


noch fragen?

hab ich auch manchmal ;D

LG nobby

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Bernhard

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Re:Bau eines Blitzableiters für Bäume
« Antwort #3 am: 24-August-2010, 21:47 »

 :o ::)

Nobby, das ist ja eine Doktorarbeit von Dir !!

Respekt! Woher hast Du diese Infos ?

Ableitender Gruß

Berni
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takatapetry

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Re:Bau eines Blitzableiters für Bäume
« Antwort #4 am: 24-August-2010, 21:48 »

hallo berni,
habe 10 jahre auf dem elektrobau gearbeitet und sehr viele blitzschutzanlagen installiert, aber noch nie für einen baum  ;D

LG nobby
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Bernhard

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Re:Bau eines Blitzableiters für Bäume
« Antwort #5 am: 24-August-2010, 21:51 »

Dann wird es aber Zeit, Nobby!  ;D

Ab welcher Höhe, lohnt es denn überhaupt einen Blitzableiter für einen Baum zu installieren ??


Gruß

Berni
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takatapetry

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Re:Bau eines Blitzableiters für Bäume
« Antwort #6 am: 24-August-2010, 21:55 »

wenn er höher ist als alles rund um ihn herum ;)

LG nobby
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Bernhard

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Re:Bau eines Blitzableiters für Bäume
« Antwort #7 am: 24-August-2010, 22:01 »

wenn er höher ist als alles rund um ihn herum ;)

LG nobby


Dann müßte ID 2350 einen BA bekommen.  :-\

Aber: Was ist, wenn ein Baum weiter in die Höhe wächst ? Dann muß doch die Anlage ständig an- oder umgebaut werden ??  ???

Verblitzter Gruß
Berni
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takatapetry

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Re:Bau eines Blitzableiters für Bäume
« Antwort #8 am: 24-August-2010, 22:05 »

richtig berni,
desshalb ist ja oben ein schiebestück, das in der regel 10 meter lagn ist, dies müsste eigentlich für 8 jahre oder so ausreichen und halt alle paar jahre höher geschoben werden.
ist nicht für ewig, wenn das zu kurz wird muß ein neues schiebestück her, das auf das alte aufgesetzt wird.
und so weiter, die nächsten 500 jahre ;)

LG nobby
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Re:Bau eines Blitzableiters für Bäume
« Antwort #9 am: 24-August-2010, 22:09 »

.......und halt alle paar jahre höher geschoben werden.
ist nicht für ewig, wenn das zu kurz wird muß ein neues schiebestück her, das auf das alte aufgesetzt wird.


das ist aber aufwändig ! >:(

Ich werde mal mit einer Blitzableiterplanung noch warten ...........


Frustrierter Gruß

Berni


Gruß nach Obbafranken  ;)
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lk1992

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Re:Bau eines Blitzableiters für Bäume
« Antwort #10 am: 27-August-2010, 13:38 »

Zitat
Ich werde mal mit einer Blitzableiterplanung noch warten .....

Das kann ich gut verstehen, bei
Zitat
733,11 € zuzüglich MwSt
!

Das ist ein bißchen viel des Guten, ich bin nur froh, dass ich noch keinen BM habe, der blitzeinschlaggefährdet ist....
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Gerald

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Re: Bau eines Blitzableiters für Bäume
« Antwort #11 am: 28-August-2011, 15:24 »

Hallo zusammen,

ich habe ja lange nichts mehr von mir hören lassen,
hatte und habe immer noch viel zu tun und für das Forum geht ja auch viel Zeit bei drauf.

Zuerst einmal aber muss ich zu dem Beitrag von Nobby (takatapetry) zum Bau eines Blitzableiters was schreiben.
Sein Beitrag liegt schon ein Jahr zurück, aber ich glaube es war abschreckend genug um euch vom Bau eines solchen Blitzableiters abzuhalten.

Also:
1.   Aluminium ist wegen der elektrischen Leitfähigkeit vorzuziehen. Beweis durch Beispielrechnung: Die elektrische Leitfähigkeit berechnet sich zu G = Querschnittsfläche/(Spezifischen Widerstand * Leiterlänge) mit den Werte (aus Wikipedia Spezifischer Widerstand Al = 0.0265 Ohm*mm*mm/m und Stahl (Mittelwert) = 0.15 Ohm*mm*mm/m) ergibt für
1m 8mm Rund-Aluminium: (0.004*0.004*pi)/(1 * 0.0265) A/V = 0.0019 A/V
1m von zwei 10mm Rundstahl hat die elektrische Leitfähigkeit: (2*0.005*0.005*pi)/(1 * 0.15) A/ V = 0.0010 A/V.
Also hat ein 8 mm Rund-Aluminium fast die zweifache elektrische Leitfähigkeit wie zwei 10mm Rundstahl Stangen.

2.   Stahl ist viel zu schwer (dicht). (Daten wieder aus Wikipedia) Dichte Stahl = 7.8 g/Kubikzentimeter Dichte Al = 2.7 g /Kubikzentimeter. Also Stahl hat die 2.8 fache Masse von Aluminium und dass ist bei einem 20m hohen Baum nur die zwei 20m Stahlstangen = 24,5 kg. Das ist noch vertretbar.

3.   10mm Rundstahl ist zu fest um ihn über den Daumen zu biegen. Das 8 mm Rundaluminium speziell auf 100m Rollen für Blitzableiter ist nicht kalt verfestigt und kann mit bloßen Händen quasi über den Daumen gerichtet werden. Dies ist insbesondere wichtig, da eine absolut gerade Stange keine 5 m am Stamm eines Mammutbaums entlang passt. Die Richtung der Äste wachsen willkürlich nach allen Seiten. Daher, wird eine Al-Stange am Stamm hochgeschoben, so wird sie von den Ästen verbogen und nicht umgekehrt.

Was jedoch sehr wichtig ist, das ist der sogenannte Blitzfänger. Dieser sitzt an exponierter Stelle meistens am höchsten Punkt und besitzt sehr kleine Radien. Wer es perfekt machen will schraubt eine Nähnadel an die Spitze des Blitzableiters.

Blitzeinschläge sich Gott sei Dank eher selten und ob die Dimensionierung ausreichend ist oder nicht hängt vom einschlagenden Blitz ab, und dessen Stromstärke kann um das 10.000 fache schwanken.

Ob ein Blitz jemals in meinem Mammut einschlagen wird ist ungewiss. Gewiss aber ist, dass die Spitzentriebe von Singvögeln abgebrochen werden. Und zwar dann, wenn der Baum eine Höhe erreicht hat, die höher ist als die anderer Bäume in der  näheren Umgebung. Bei mir ist dies schon zum vierten Mal in Folge geschehen.
Nun habe ich eine Möglichkeit erfunden einen Blitzfänger und einen Vogelschutz in einem zu ermöglichen. Dieser Blitzfänger besteht aus einem alten Regenschirmgestell, das über die senkrechte Blitzleitung gesteckt wird. Siehe hier zu erste Bilder. Eine ausführliche Beschreibung erfolgt im Wiki.

Viele Grüße Gerald
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Tuff

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Re: Bau eines Blitzableiters für Bäume
« Antwort #12 am: 24-Mai-2015, 00:51 »

Hallo allerseits (allerdings schade dass Norbert nicht mehr dabei ist)

Ich finde auch daß Norberts' Beispiel ganz schön abschreckt. Obwohl 1000€ für ein Naturdenkmal andererseits auch nicht viel wären. Aber der Aufwand all das einzubauen, und wie das dann aussieht...

Ich gebe daher folgendes zu bedenken.

Vom Blitz getroffene Bäume zeigen typischerweise eine Blitzrinne die im äußeren Stamm (vermutlich das wasserführende Xylem) entlang läuft. In gravierenden Fällen werden Kronenteile oder sogar der ganze Stamm gesprengt. Wenn nun ein guter Leiter den gesamten Stamm entlang läuft, würde das nicht ausreichen, den Blitz aufzunehmen, selbst wenn er über einen Seitenast einschlägt ? Und wäre es nicht auch vertretbar wenn schlimmstenfalls dieser Ast, oder ach ein kleines Stückchen Wipfel, verbrannt werden ? Angesichts des dann wesentlich geringeren Aufwandes.

Damit das bei einem Einschlag aus jeder Richtung funktioniert, stelle ich mir vor, daſ zwei gegenüberliegende Leiter besser wären, als einer.

Nur wenn ein Baum ständig (alle 10 Jahre) vom Blitz getroffen würde, sollte man sich was Effektiveres überlegen. Dann stellt sich aber auch die Frage, ob der Standort nicht sowieso problematisch ist und man ggf. einfach auf den Baum verzichten muß.

Ein anderer Weg, den ich schon mal vorgeschlagen habe, ist eine eigene Stange direkt neben dem Baum zu errichten. Eine seitlich sich nähernde Ladungswolke ist zwar möglich, aber sicher sehr selten. Dann sieht wenigstens der Baum nicht aus wie ein Funkturm... Eventuell könnte man auch ein nahegelegens Bauwerk mit einer hohen Stange versehen.

Übrigens, wären ein Dutzend etwa gleichhoher Bäume in einer Gruppe insgesamt weniger vom Blitz bedroht ? Die Theorie sagt nein aber irgendwie habe ich das Gefühl man sollte dazu mal einen Spezialisten befragen.

ps. Kann man am Blitzableiterfuß eine Art durchbrennende Sicherung anschließen die anzeigt, wenn ein Blitz abgeleitet wurde ? Es wäre doch interessant zu wissen ob es funktioniert...
« Letzte Änderung: 24-Mai-2015, 00:56 von Tuff »
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