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ID 3607 in Tettnang

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xandru:
Hallo Ralf,

Dann haben wir hier ein neues Thema für die Technik-AG.

Denn das Register sollte unbedingt so beschaffen sein, dass Rekord-Listen automatisch erzeugt werden können. Wenn also Messwerte als Schätzung (oder als Messung) gekennzeichnet sind, muss das in eindeutiger, maschinenlesbarer Form im Register geschehen und für alle Datensätze einheitlich.

Im Augenblick gehen Messungen und Schätzungen wild durcheinander, ebenso ist der Hinweis auf die Schätzung allenfalls in menschenlesbarer Sprache in der Bemerkung enthalten – aber auch nicht immer.

Ebenso haben wir zeitbezogene Messwerte und unqualifizierte Werte, ohne Datum.

Das Schlimmste, was wir eventuell haben, sind Werte, die seit Jahren der eine vom anderen abschreibt; etwa der lange Zeit überhöhte Wert (55 Meter) in Bensheim oder eben auch die unglaubwürdige Höhe von 36 Metern bei diesem Tettnanger Baum.

Datenbankdenkende Grüße,
Wolfgang

TaunusBonsai:
Moin Wolfgang,

dann wäre für mich die sauberste und praktikabelste Lösung die, dass für die Rekordtabellen nur Bäume verwendet werden, bei denen der Wert gemessen wurde und das Messdatum festgehalten ist.
Dafür würde ich die Tabelle nicht auf jeweils 50 Bäume ausweiten, sonderen eher bei den Top 20 bleiben.
Die generierte Tabelle kann ja ruhig 100 Bäume enthalten, davon werden händisch die Top 20 genommen...  . Wenn dass für kurze Turnusse der Aktualisierung zu aufwändig ist, gibt es halt nur einmal jährlich neue Tabellen...
Wenn jemand "seinen" Rekordbaum deshalb nicht wiederfindet, muss er (oder sie) die erforderlichen Messungen vornehmen und dem Register mitteilen.

Dieses Thema sollten wir jedoch an anderer Stelle weiterdiskutieren, da ot...

pragmatischdenkender Gruß aus'm Taunus vom Ralf

xandru:
Hallo zusammen,

Den Baum mit der ID 3607 in Tettnang durften wir heute auf Einladung der Besitzerin vermessen, die sehr stolz auf ihren Baum ist.

Jochen hat heute die Höhe gemessen und ist auf 35,5 Meter gekommen. Eine etwas höhere Angabe am Baum scheint eine wohlwollende Schätzung gewesen zu sein. Im Jahre 2007 soll aber ein Baumsteiger noch 36,8 Meter gemessen haben. Ein Verlust der obersten Spitze (der heute kaum mehr auffällt) soll in die Zeit vor dieser Messung gefallen sein.

Die Unsicherheiten bei der Messung des Umfangs haben sicherlich mit der starken Abholzigkeit zu tun. Außerdem ist ja bekanntlich für die Vermessung von Waldbäumen hierzulande die Messung in Brusthöhe üblich. Bei Naturdenkmalen hingegen wird wohl normalerweise eher der Umfang in 1 Meter Höhe verzeichnet.

Heute haben wir natürlich in Brusthöhe gemessen. Doch am Rande gab es wieder eine kleine Unsicherheit, ob diese 1,30 vom höchsten Punkt der Basis zu messen sind oder von einem Punkt mittlerer Höhe. In mittlerer Höhe sind wir jedenfalls im unteren Bereich des angehefteten A4-Blattes gelandet. Die Messungen waren sich recht ähnlich:
* 8,72 m → Durchmesser 2,78 Meter und
* 8,85 m → Durchmesser 2,82 Meter.Im Schnitt liegen wir also in Brusthöhe bei 2,80 Metern Durchmesser.

Bei einer Messung am höchsten Punkt der Basis liegt die Brusthöhe im oberen Teil des A4-Blattes, also etwa 15 cm höher als die durchgeführte Messung. Durch die starke Abholzigkeit wäre dann ein deutlich geringerer Wert herausgekommen.

Insgesamt steht der Baum ja auf recht ebenem Terrain, so dass die Gepflogenheiten der Waldmesslehre gar nicht den Kern des Problems treffen. Wir hätten vielleicht besser noch zusätzlich eine Pflanzpunkt-Messung vornehmen sollen – also 1,30 über dem Punkt, an dem der Baum damals vermutlich gepflanzt worden ist. Aber daran habe ich vor lauter Stauen gar nicht gedacht.

Gedankenlose Grüße,
Wolfgang

Rainer:
Hallo,

heute war ich in Tettnang und habe zufällig den BM gesichtet. Dia Maßangaben hier habe ich erst später gelesen, auch gab es keine Angaben vor Ort. In 1,3 m Höhe habe ich 8,75 m gemessen. Pflanzpunktmessung lag bei 9,05 m. Die Höhe von der Straße aus lag bei gut 35 m. Vom Parkplatz daneben sieht man jedoch erst die eigentliche Spitze. Von dort aus kam ich auf etwas über 37 m. Das Haus daneben stammt von 1880. Der BM eventuell auch? Was mir noch auf viel, waren die viele mit Seilen gesicherte Äste.

Grüße,

Rainer

xandru:
Hallo Rainer,

Ich habe die Höhe und die Pflanzpunktmessung gerne übernommen. In der Tat war die Spitze vom Garten her gar nicht sichtbar, wo wir im Mai gemessen haben.

Das Haus stammt laut den Besitzern von 1881. Das würde dagegen sprechen, dass es sich um einen Wilhelma-Baum handelt. Meines Wissens wurden diese Bäume auch fast alle im Rahmen von forstlichen Experimenten im Wald gepflanzt. Freilich wird ja berichtet, dass König Karl übrige Exemplare zum Verkauf angeboten hat. Nur wo stehen solche? Ich wüsste auf Anhieb nicht zu sagen, welcher Wilhelma-Baum in der Stadt steht; in Stuttgart ist es laut Register einzig die ID 3872.

Oder gibt es noch eine Gruppe persönlicher Geschenke an ausgesuchte Personen im Königreich? Immerhin berichtete der Besitzer von ID 12515 in Calw, dass der Baum ein Geschenk vom König gewesen sein soll, weil sich die Textilfabrik offenbar um die württembergische Armee verdient gemacht hatte.

Ignorante Grüße,
Wolfgang

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