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Autor Thema: Farbvarianten fotografieren und vergleichbar machen  (Gelesen 8520 mal)

Tuff

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Farbvarianten fotografieren und vergleichbar machen
« am: 02-Februar-2009, 02:09 »

In diesem Forum ist häufig von Mammutbaum-Varietäten die Rede, das sind genetisch leicht veränderte Formen derselben Art die als Besonderheit weitergezüchtet werden. Oft ist die Farbe der Nadeln im Gesamteindruck ein Merkmal. Auch die Rarbe der Borke war schon Thema einer Diskussion. Es stellt sich die Frage wie man Farbunterschiede im Foto im Internet so darstellen kann (mithin, über das Medium Foto -> Screen) daß andere sie nachvollziehen können.

Ein erster Ansatz dazu ist die Verwendung eines Gegenstandes mit einer kalibirierten Vergleichsfarbe, der zusammen mit dem Baum abgelichtet wird.

Um es nicht zu aufwändig zu machen, dachte ich zunächst an einen billigen Industrieartikel einer verbreiteten Marke, der jedem leicht zugänglich ist, etwa eine Coladose. Die Farbe einer Marke gehört nämlich oft zum Trademark und ist dann genau definiert. (Glaube ich.)

Das schrieb Peter um 2009-02-01, 20:22 Uhr woanders:

Es würde vermutlich reichen, wenn man eine 50%grau-Tafel nimmt. Allerdings benötigt man dann auch noch einen farbmetrisch kalibrierten Monitor usw. Da kaum ein Monitor den kompletten rgb-Farbraum einer guten Digicam darstellen kann, sind die meisten bearbeiteten Fotos naja.

Hast recht, Peter, ist komplizierter als ich dachte. Aber auch nicht so kompliziert wie Du denkst, glaube ich. Man kann ja das Coca-Cola-Rot an seinem Monitor jederzeit mit dem echten Coca-Cola-Rot vergleichen. Außerdem kann man die Farbe zweier Bäume auf Fotos vergleichen, auf denen dieselbe Dose abgebildet ist, einfach indem man mit der Bildbearbeitung das Rot angleicht. Daß der Farbton des Baumes dann nicht objektiv ist, ist ja gar nicht so wichtig, solange man sagen kann 'Dieser ist deutlich blauer als jener'. Jedenfalls solange der Monitor nicht total falsche Farben wiedergeibt.
« Letzte Änderung: 03-Februar-2009, 02:28 von Tuff »
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Sir Cachelot

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Re: Varietäten fotografieren: Wie Farben vergleichbar machen ?
« Antwort #1 am: 02-Februar-2009, 13:01 »

Rot ist denkbar schlecht.
Uns geht es ja um grün und das wird bislang nicht so gut (umfassend) von Digicams erfasst.
Wenn man nur rot zur "eichung" nimmt, dann hilft das bei blau oder grün nicht viel weiter glaub ich.

50% grau ist sehr anfällig für farbschwankungen. man braucht nur mit einem farbdrucker ein schwarzweiss foto ausdrucken - man sieht sofort wenn einer der drei farben zuviel/zuwenig ist.
ein farbstich ist die folge.

deshalb ist der graukeil oder grautafel am besten. eine it8-tafel habe ich irgendwo daheim rumfliegen. jetzt müsste man halt nur noch etwas finden was jeder hat. wenn einer z.b. einen großen karton mit 50% grau hätte, könnte man den zerteilen und an uns verteilen. so hätte jeder eine kalibrierhilfe. aber es ist halt damit immer noch nicht getan (weissabgleich, farbmanagement icc, monitor, drucker, usw.)
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Tuff

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Farbvarianten fotografieren und vergleichbar machen
« Antwort #2 am: 02-Februar-2009, 23:31 »

Lukas Wieser wies auf dieses grundsätzliche Problem hin:

Michael!:-) Ja Du übersiehst hier was, etwas das so entscheidend ist, daß es Deine ganze gutgemeinte Idee schlicht sinnlos macht!;-) 1.Die Farbe jedes BM ändert sich fast Tag für Tag, Gründe hierfür: Temperatur/Frost, Sonnenstand etc 2.Der PH-Wert des Bodens hat ebenfalls einen Einfluss auf die Nadelfarbe eines BM!:-) Basischer Boden mit PH 7-9 färbt die Nadeln vieler BM intensiv blaugrün!:-) Habe schon vermeintlich dunkelblaugrüne Sämlinge gepflanzt die nach einem Jahr eine komplett andere Farbe hatten->grün!:-) Gruss Lukas.

Auch Zinnauer-Michael schrieb dazu im Forum:
Meinen Beobachtungen zufolge werden BMs bei höheren pH-Werten heller, gehen meist ins gelbliche. Ursache ist Eisenmangel. Eisen wiederum wird benötigt um Chlorophyll zu synthetisieren. Weiters gibt es einen Wechsel im Laufe des Jahres. Frühjahrsnadeln sind heller, werden sie älter, dunkeln sie nach - gilt für alle Typen, grüne wie bläuliche. Bei den bläulichen kommt noch hinzu, dass sie im Laufe des Jahres wiederum (scheinbar) grüner werden, weil ein Teil der Bläuung von meist weißen, je nach Typ unterschiedlich starken, Wachsauflagen stammt, die sich durch Regen, Schnee, mechanische Kontakte nach und nach abreiben.
Beste Grüße vom Zinnauer


Lukas und Michael !

Ihr habt vollkommen recht, und es ist gut das mal zu erwähnen ! Aber es geht hier (im Technik-Board) wirklich nur um die rein technische Frage wie man Farben vergleichen kann. Wodurch die Farbunterschiede zustande kommen, und welche Bedeutung ein beobachteter Unterschied hat, ist an dieser Stelle einfach nicht wichtig. Es gibt Fälle, wo Farben direkt vergleichbar sind und verglichen werden, und um die geht es hier.

Den Einfluß des pH-Wertes konnte ich übrigens ebenfalls beobachten, nach Gabe von Kaliumchlorid bzw. Schwefelkalk. Aber ich bitte darum, Kommentare zur Bodenchemie nicht hier, sondern in den mbreg Wiki-Artikel zur Düngung zu schreiben !

Anmerkung 2017-10: Die Ursachen der Färbung entsprechend des pH Wertes müssen differenziert werden, die obigen Angaben sind scheinbar widersprüchlich: Wann tritt Eisenmangel genau auf, wann nicht ?  Auch ein Nachlassen der Bläue zum Winter hin ist nicht generell zu beobachten, gerade in diesem jahr wurden meine eigenen BM (zwischen 1m und 8m groß) zum Otkober hin immer 'blauer'. Wahrscheinlich hängt es  vom Verlauf der Witterung ab, also wann wieviel Sonne scheint, ob sich die Wachsschicht spät im Jahr noch intensivieren kann.
 
« Letzte Änderung: 08-Oktober-2017, 13:43 von Tuff »
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Tuff

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Re: Farbvarianten fotografieren und vergleichbar machen
« Antwort #3 am: 03-Februar-2009, 02:54 »

Also wenn ich Dich recht verstehe, Peter, dann wäre es gut wenn jeder der Farben fotografieren will so ein kalibriertes Graukeil-Dings hätte ? Am besten in Plastik eingeschweißt schätze ich. Gibts das zu kaufen oder kann man sich selber eines machen ?

http://www.graukeil.de/
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Lukas Wieser

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Re: Farbvarianten fotografieren und vergleichbar machen
« Antwort #4 am: 03-Februar-2009, 14:26 »

Michael!:-) Ja Du übersiehst hier was, etwas das so entscheidend ist, daß es Deine ganze gutgemeinte Idee schlicht sinnlos macht!;-) 1.Die Farbe jedes BM ändert sich fast Tag für Tag, Gründe hierfür: Temperatur/Frost, Sonnenstand etc 2.Der PH-Wert des Bodens hat ebenfalls einen Einfluss auf die Nadelfarbe eines BM!:-) Basischer Boden mit PH 7-9 färbt die Nadeln vieler BM intensiv blaugrün!:-) Habe schon vermeintlich dunkelblaugrüne Sämlinge gepflanzt die nach einem Jahr eine komplett andere Farbe hatten->grün!:-) Gruss Lukas.

Edit wayne: Beitrag muß weiter hoch, wie?
« Letzte Änderung: 03-Februar-2009, 14:38 von Lukas Wieser »
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Lukas Wieser

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Re: Farbvarianten fotografieren und vergleichbar machen
« Antwort #5 am: 03-Februar-2009, 14:39 »

An Tuff: Hallo Michael!:-) Wie gesagt, ich habe eine Digicam!:-) Und von den mächtigsten Schweizer BM habe ich zusätzlich zu meinen Bildern auch Top-Bilder von Journalist&Fotograf Roland Beck!:-) Ich muß Wayne nur noch Ausdrucke oder Foto-CD's schicken, muß mich mal drum kümmern... Gruss Lukas.
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Sir Cachelot

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Re: Farbvarianten fotografieren und vergleichbar machen
« Antwort #6 am: 03-Februar-2009, 22:35 »

wenn man die nadeln blitzt, ist es fast egal ob und wie die sonne scheint.

die graukarte kann irgendwas sein, was jeder den es interessiert hat, kennt oder auch hat.
ist aber auch wurscht.
wenn du tuff fotos machst mit der karte, dann regel an deinem kalibrierten monitor einfach das foto so, dass die farben stimmen....oder hol dir mal eine it8-karte.
http://www.camerahobby.com/Images/Technical/Color/it8-target.jpg
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Tuff

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Re: Farbvarianten fotografieren und vergleichbar machen
« Antwort #7 am: 04-Februar-2009, 03:17 »

ok. Wenn ich also im Bild so eine Karte oder den Graukeil verwende, dann kann ich das Foto am PC später an die Karte in meiner Hand anpassen. Dann müsste auch der Grünwert so ungefähr stimmen. Im Prinzip kann das dann auch jemand an einem anderen PC so machen, oder ?

Es kommt aber noch ein besonders schwieriges Problem dazu. Ich glaube nämlich, das kaum zwei Menschen Farbnuancen gleich wahrnehmen. Das heißt, der Graukeil sieht für Dich etwas anders aus als für mich. Das ist jetzt aber kein technisches Problem mehr, sondern ein biologisches und sogar sprachliches, und wahrscheinlich unlösbar. Obwohl man theoretisch das Spektrum des reflektierten Lichtes messen könnte, aber lassen wir das.

Übrigens, es ist vielleicht sowieso klar, aber ich möchte es doch mal erwähnen. Natürlich kann man abgeschnittene Zweige von verschiedenen Bäumen nebeneinander legen und fotografieren. Aber es geht hier auch um bereits ausgepflanzte Sämlinge und Jungbäume, als typische Situation wo einem die Farben so richtig auffallen, und denen möchte ich einfach keinen Zweig abschneiden. Ich finde das Problem aber auch grundsätzlich interessant wie es auch ohne 'Destruktion' gehhen kann.
« Letzte Änderung: 05-Februar-2009, 23:37 von Tuff »
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Sir Cachelot

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Re: Farbvarianten fotografieren und vergleichbar machen
« Antwort #8 am: 04-Februar-2009, 19:37 »

Tuff, wenn du die Karte über dein monitorbild anpasst, dann stimmt das eben nur für dein monitorbild.
was auch gehen würde wäre, wenn du einen farbfächer hast.
die sind im Druckwesen gang und gäbe. vielleicht vermacht dir der micha einen alten - die haben nämlich eine Mindesthaltbarkeit, weil die Farben mit der Zeit einen gewissen delta E-Wert überschreiten.
dann kannst du denn an die zweige halten und sagen: die nadeln passen am ehesten zu pantone 3435C.

aber so ein farbfächer ist teuer...
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Mick Rodella

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Re: Farbvarianten fotografieren und vergleichbar machen
« Antwort #9 am: 04-Februar-2009, 22:06 »

Hallo Micha und Peter!

Kalibrierte Bilder? Da habt ihr Euch ja was vorgenommen. Eigentlich eine gute Idee, wenn mans wissenschaftlich angeht. Wird aber stressig beim fotografieren.

So würde ich das machen:

1. Graukeil runterladen, gucken, ob man am Monitor alle Stufen erkennen kann, ansonsten Monitor anpassen. Grau muss am Monitor grau sein und nicht lila oder grün, logisch. Das müsste jeder hier machen, wenn er die Aufnahmen beurteilen will.

2. Graukeil nach Möglichkeit von RGB in Graustufen umwandeln. (Evtl. vergrößert) ausdrucken. Wenn auch hier alle Stufen gut erkennbar sind und der Drucker keinen Farbstich dazuaddiert, ist der Graukeil okay für unsere Zwecke. Mattes Papier, nicht einschweißen (Reflexe beim Fotografieren!). Packt der Drucker das nicht: Graukeil kaufen (vielleicht hat der Copyshop um die Ecke nen alten unvergilbten). Das Teil sollte immer lichtgeschützt aufbewahrt werden.

3. Foto Nadeln + Graukeil machen (ohne sich den Arm auszukugeln, denn der Graukeil sollte frontal abgebildet werden). Im Display checken, ob die Graustufen auf der Karte sich ordentlich trennen.

4. Zuhause im Programm rumdrehen, bis möglichst viele Stufen erkennbar sind und kein Farbstich drin ist.

Mögliches Problem: mauer Kontrast- und Tonwertumfang der Kameras, korrekte Belichtung. Anblitzen verboten (Reflexe).

Farbfächer würde ich für übertrieben halten. Kann ja nur jemand beurteilen, der selber einen hat. Pantone-Farbtafeln am Monitor - naja...

Viel Erfolg!
Micha
« Letzte Änderung: 04-Februar-2009, 22:18 von Mick Rodella »
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Sir Cachelot

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Re: Farbvarianten fotografieren und vergleichbar machen
« Antwort #10 am: 05-Februar-2009, 12:47 »

Die Monitor-Pantone-Farben sind als Info gedacht, Micha.

hab nur diesen graukeil zum ausdrucken gefunden.

http://oly-e.de/pdf/siemensstern.pdf

hier eine info über graukeile

http://www.fotowand.de/pdfs/4960-ger.pdf
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Lukas Wieser

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Re: Farbvarianten fotografieren und vergleichbar machen
« Antwort #11 am: 05-Februar-2009, 19:31 »

An Tuff: Hallo Michael, hier noch eine interessante Feststellung!:-) Wenn ich mit dem Handy in Alosen meinen BM"Wieser's Ritchie Blackmore Pendula" fotografiere braucht das rund doppelt so viel Speicherplatz wie wenn ich einen der "normalen" BM fotografiere!:-) Ich habe auch das Gefühl, daß weder Handykamera noch meine Digitalkamera die Farbe meiner Züchtung richtig wiedergeben, und bin von den Fotos meistens enttäuscht!:-( Gruss Lukas.
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Lukas Wieser

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Re: Farbvarianten fotografieren und vergleichbar machen
« Antwort #12 am: 07-Februar-2009, 11:29 »

An Sir Cachelot: Hallo Peter, daß man Nadeln blitzen kann ist schon klar!:-) Das Problem liegt bei den Nadeln selber, die je nach Sonnenstand und Temperatur ihre Farbe verändern!:-) Gruss Lukas.
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Tuff

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Re: Farbvarianten fotografieren und vergleichbar machen
« Antwort #13 am: 07-Februar-2009, 21:05 »

Also ich habe jetzt herausgefunden wie die Gärtnerei Buchholz es macht. Sie nehmen einen Standard-S5e-Regenbogen, den sie zum Vergleich hinter dem Baum positionieren (oder andersrum):
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Mick Rodella

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Re: Farbvarianten fotografieren und vergleichbar machen
« Antwort #14 am: 07-Februar-2009, 21:26 »

Na siehste, so einfach ist das.
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