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Autor Thema: Wollemi Pine: Zwischenbilanz  (Gelesen 83508 mal)

isbg33

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Re: Wollemi Pine: Zwischenbilanz
« Antwort #315 am: 13-Juni-2013, 14:54 »

nein, ich weiss nicht was die Gärtner im Winter gemacht haben.
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Grüsse aus Stuttgart!
Ingolf

xandru

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Re: Wollemi Pine: Zwischenbilanz
« Antwort #316 am: 13-Juni-2013, 16:05 »

Hallo,

Zitat
weisst du ob bzw wie die Wollemia geschützt wurde im Winter?

Sie hat eine Art Häuschen bekommen aus Holzlatten mit Folie.

Geschützte Grüße,
Wolfgang
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Baumhirte

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Re: Wollemi Pine: Zwischenbilanz
« Antwort #317 am: 21-Juni-2013, 17:20 »

Traurige Nachricht von meiner Wollemi:

Innerhalb von nur 14 Tagen ist sie braun geworden. Der ganze obere Teil ist komplett
abgestorben. Wahnsinn, wie schnell das gegangen ist. Allerdings schlägt sie in ca. 25 cm Höhe wieder aus.

Frage : Ist es sinnvoll den oberen abgestorbenen Teil jetzt abzuschneiden oder lieber bis
zum Herbst warten ?

Viele Grüße,
Matthias
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A tree is a wonderful living organism which gives shelter,
food, warmth and protection to all living things. It even
give shade to those who wield an axe to cut it down.
- Buddha -

isbg33

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Re: Wollemi Pine: Zwischenbilanz
« Antwort #318 am: 22-Juni-2013, 14:52 »

Hallo Matthias!
Ich würde warten - wie sich der Neuaustrieb entwickelt.
Schneiden kann man immer noch.
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Grüsse aus Stuttgart!
Ingolf

PaddyPatrone

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Wollemi Pine aus Samen gekeimt !
« Antwort #319 am: 06-Januar-2014, 19:39 »

Hallo zusammen,
ich bin schon seit einer Weile am überlegen ob ich mir eine Wollemi zulege, allerdings hat es mich immer abgeschreckt das die Bäume ausschließlich als Klon erhältlich sind und somit keine Selektion hinsichtlich der Frosthärte möglich ist. Nun habe ich mal ein bisschen im Internet gesucht und siehe da ! Das dürfe für die meisten hier doch sehr interessant sein, in Großbritannien hat es geklappt, und wie ! Ich hänge einfach mal die Internetseite an wo es ich zuerst gelesen habe und die beiden Youtube-Videos, die absolut sehenswert sind. Falls das alles schon bekannt war, dann sei es mir dieser Post verziehen.  ::)

Internetseite mit Text und Bildern:
http://www.kew.org/news/kew-blogs/arboretum-team/wollemi-pines-from-seed.htm

Video 1:
http://www.youtube.com/watch?v=EI53oCMNGpQ

Video 2:
http://www.youtube.com/watch?v=dwcfQrJzAic

Gruß
Patrick
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Odysseus

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Re: Wollemi Pine: Zwischenbilanz
« Antwort #320 am: 06-Januar-2014, 20:20 »

Hi Paddy,

unglaublich! - Nach so kurzer Zeit sind die fruchtbar. Und dass die am besten keimen, wenn man nichts dran macht, ist klasse. - Interessante Videos.

Möchte eigentlich genau wissen, wo die in Kew stehen.

Angehängt Bilder von zwei Bäumchen (etwa 2 m hoch) aus Kew vom 11.07.2009.
Und ein Bild vom Palmengarten von vorgestern: So hat man dort eine Wollemi zugedeckt.

Ich hatte mir vor 2 Jahren eine Wollemi aus England mitgebracht. In England hatte ich sie zu lange im heißen Auto. Man hat gesehen, sie hat darunter gelitten. Hab sie ausgepflanzt, sie hat aber den Winter nicht überlebt.
Ich probiere es noch einmal.

Grüße
Walter
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Odysseus

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Re: Wollemi Pine: Zwischenbilanz
« Antwort #321 am: 06-Januar-2014, 20:51 »

Zitat
Weiss jemand wie es in Südengland bzw Irland aussieht? Gibt es hier ausgepflanzte Wollemias?
Wie sehen diese nach dem Winter aus?

Gruß
Andreas

Hi Andreas,

in England hab ich vitale, ausgepflanzte Wollemis gesehen in Heligan/Cornwall, im Westonbirt Arboretum/Gloucestershire, in den Kew Gardens/London, im Park des Hampton Court Palace/London, im National Pinetum Bedgebury/Kent (100 km nach Dover), in Compton Acres/Poole.

Das Bild ist aus dem National Pinetum in Bedgebury.

In den meisten Parks scheinen sie dazuzugehören und gut zu wachsen.

Im Osten Amerikas, wo's jetzt so kalt ist (unter -30°C: Boston) hab ich, wenn ich mich recht erinnere, keine gesehen.

Viele Grüße
Walter

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PaddyPatrone

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Re: Wollemi Pine: Zwischenbilanz
« Antwort #322 am: 06-Januar-2014, 21:02 »

Nun wenn es doch jetzt Saatgut gibt das wirklich keimfähig ist muss es doch auch irgendwo zu bekommen sein oder ? Das man Pflanzen Privat nicht verkaufen darf hab ich schon gehört, aber wie ist das mit Saatgut ?   ???

Gruß
Patrick
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denniz

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Re: Wollemi Pine: Zwischenbilanz
« Antwort #323 am: 07-Januar-2014, 08:13 »

Zitat
allerdings hat es mich immer abgeschreckt das die Bäume ausschließlich als Klon erhältlich sind und somit keine Selektion hinsichtlich der Frosthärte möglich ist.

Hallo Patrick,
Das wird auch niemals passieren weil diese Art aus nur noch einem Genotypen/Individuum besteht.
Alle noch existierenden Exemplare sind genetisch identisch.
Es ist also völlig egal ob du einen Klon oder einen Sämling hast.

Gruß
Denniz

Bakersfield

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Re: Wollemi Pine: Zwischenbilanz
« Antwort #324 am: 07-Januar-2014, 10:05 »

Hallo Wollemier,

ich habe mich mit dieser Art noch nicht so intensiv beschäftigt und auch nicht Genetik studiert, aber ich bezweifele, dass die Sämlinge alle identisch sind.

Natürlich wurden die in den botanischen Gärten stehenden Exemplare alle vegetativ vermehrt und sind daher genetisch identisch. Doch das Mutterexemplar trägt doch auch noch die (unterdrückten) Gene (Allele) der ehemaligen Nachbarbäume in sich.

Natürlich ist der Flaschenhals bei der Wollemi schon beim absoluten Minimum. Doch genauso wie Selbstbestäubung beim Bergmammut nicht zwangsläufig zu nicht lebensunfähigen und kranken Nachkommen führen muss, so kann bei der Neukombination der Allele ein neues (zweites, drittes, viertes, etc.) Wollemi-Genom entstehen.

Korrigier mich, Remi, wenn ich da falsch liege. Weiß übrigens jemand den Chromosomensatz der Wollemi? Je größer dieser wäre, desto mehr neue Kombinationen müssten sich bei den Sämlingen doch ergeben können, oder?

Das wolle-mi(r) doch mal sehn'... ;D

Viele Grüße aus'm WML,
Frank
« Letzte Änderung: 16-Oktober-2014, 20:52 von Bakersfield »
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"And it smells like rain, Maybe even thunder, Won't you keep us from all harm, Wonderful redwood tree"
"Redwood Tree" - Van Morrison (Album "Saint Dominic's Preview" 1972)

PaddyPatrone

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Re: Wollemi Pine: Zwischenbilanz
« Antwort #325 am: 07-Januar-2014, 11:01 »

In dem Video hier ist auch die Rede davon durch Saatgut genetische Vielfalt zu sichern um einen Robusten Genpool zu schaffen und die Pflanze so vorm Klimawandel zu sichern...

http://www.youtube.com/watch?v=houFH4LUoyw

Gruß
Patrick
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denniz

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Re: Wollemi Pine: Zwischenbilanz
« Antwort #326 am: 07-Januar-2014, 12:01 »

Zitat
Natürlich ist der Flaschenhals bei der Wollemi schon beim absoluten Minimum

Genau. Die spannende Frage dann auch wie lang dieser Hals wohl ist.
(Wie viele Generationen lang hat sich die Pflanze mit sich selbst bestäubt?)
Resultieren dann daraus sowohl positive als auch negative Inzuchteffekte?

Toller Baum jedenfalls.

Gruß Denniz

Waldläufer

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Re: Wollemi Pine: Zwischenbilanz
« Antwort #327 am: 07-Januar-2014, 19:06 »

Hallo,
hatte bisher keine weitere Kenntnis zur Wollemie Pine und habe mich vorher nur in
das nötigste eingelesen.
Für mich sieht die Sache so aus -
Wollemie Pine kann sich sowohl über Samen als auch vegetativ als Ausschlag aus der Stammbasis vermehren.
Vermutlich ähnlicher Fall wie bei den südlichsten Redwoodvorkommen bei Monterey in den Bergen.
Auch dort sind in einzelnen Canyons fast identische Pflanzen zu finden. Ursache vor allem vegetative Vermehrung
und vermehrt Selbstbestäubung. Bei der Wollemie Pine erzeugen offenbar nur dominante Kronen die im Licht stehen
keimfähige Samen. Vermutlich dort eher Mangelware. Nichts desto trotz gibt es dort offensichtlich Naturverjüngung.
Dies alles würde zumindest weitgehend die genetische Gleichschaltung erklären.
Trotzdem gibt es wohl keinen anderen Weg als Sämlingspflanzen untereinander zu kreuzen in der Hoffnung,
daß sich langsam eine Diversität einstellt.

                                                   Viele Grüße            Bernt
Gespeichert

Odysseus

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Re: Wollemi Pine: Zwischenbilanz
« Antwort #328 am: 07-Januar-2014, 20:50 »

Zur genetischen Variabilität hab ich hier mal zwei Beiträge aufgeführt.

- Fazit von 1: keine genetische Variation bei Wollemia, eine sehr geringe bei der Familie der Araucariaceae, zu der die Gattung Wollemia gehört. Sie hat aber trotzdem seit der Kreide überlebt.

- Fazit von 2: Untersuchung der genetischen Variationen von Wollemia und 2 Arten von Gattungen, die ebenfalls zur Familie der Araucariaceae gehören, mit 3 Verfahren: keine Variationen bei Wollemia; eine sehr geringe bei den beiden anderen Araucariaceen.
Da Wollemia anfällig ist für Pilzerkrankungen, soll der Zugang zum Vorkommen möglichst stark beschränkt werden, um sie nicht zu gefährden.

----> Mein Fazit:
Die Wollemis lassen sich über Stecklinge und - wie aus den von Paddy Padrone verlinkten Videos klar wird - nach etwa 10 Jahren schon ganz passabel über Samen vermehren. Je mehr Bäume es auf der Welt gibt, desto mehr werden aus Samen vermehrt werden können.
Das Witzige dabei aber ist,
die genetische Ausstattung wird wohl kaum viel variantenreicher werden, weil offensichtlich die ganze Familie gar nicht darauf angelegt ist. (Natürlich gehört das auch zu den Charakteristika von Reliktfamilien, -gattungen, -arten).
Trotzdem hat die Wollemi (und andere Reliktarten auch) sich behaupten können (wenn auch nur in einem winzigen Bereich!). Das bedeutet, die vorhandene Genausstattung ist doch ziemlich reaktionsfähig auf Umwelteinflüsse.
Wie viel sie aushält, wird sich zeigen, wenn sie in vielen Teilen der Erde angepflanzt sein wird (Riesenwuchs in Neuseeland?). Eigentlich schön, dass wir das hier miterleben können.

Interessant in diesem Zusammenhang:
Auch der moderne Mensch ist offensichtlich durch ein Nadelöhr gegangen. Nach neuesten genetisch gestützten Vermutungen sollen wir alle von etwa 500 bis 1000 Individuen abstammen. Unsere genetische Variationsbreite ist auch nicht hoch. Trotzdem sind wir extrem reaktionsfähig auf Umweltbedingungen (Vgl. Nepalesen, Hottentotten, Eskimos ...)


1.) http://www.wollemipine.com/science.php:
Research has not yet revealed genetic variation within or between the Wollemi Pine populations. In fact, there is very low genetic variation within the whole family of Araucariaceae. Scientists believe that this may prove that it is possible to have exceptionally low variability and yet survive the ravages of bush fires, the ice age, dinosaurs, and the movement of continents.

2.) http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12919472:
Comparative genetic study confirms exceptionally low genetic variation in the ancient and endangered relictual conifer, Wollemia nobilis (Araucariaceae).
Peakall R, Ebert D, Scott LJ, Meagher PF, Offord CA.
•   School of Botany and Zoology, Australian National University, Canberra, ACT 0200, Australia. rod.peakall@anu.edu.au:

Abstract
The Wollemi pine, Wollemia nobilis (Araucariaceae), was discovered in 1994 as the only extant member of the genus, previously known only from the fossil record. With fewer than 100 trees known from an inaccessible canyon in southeastern Australia, it is one of the most endangered tree species in the world. We conducted a comparative population genetic survey at allozyme, amplified fragment length polymorphism (AFLP) and simple sequence repeat (SSR) loci in W. nobilis, Araucaria cunninghamii and Agathis robusta - representatives of the two sister genera. No polymorphism was detected at 13 allozyme loci, more than 800 AFLP loci or the 20 SSR loci screened in W. nobilis. In Ag. robusta only one of 12 allozyme loci, five of 800 AFLP loci and none of the 15 SSR loci were variable. For A. cunninghamii, 10 of > 800 AFLP loci and five of 20 SSR loci were variable. Thus low genetic diversity characterizes all three species. While not ruling out the existence of genetic variation, we conclude that genetic diversity is exceptionally low in the Wollemi pine. To our knowledge this is the most extreme case known in plants. We conclude that the combination of small population effects, clonality and below-average genetic variation in the family are probable contributing factors to the low diversity. The exceptionally low genetic diversity of the Wollemi pine, combined with its known susceptibility to exotic fungal pathogens, reinforces current management policies of strict control of access to the pines and secrecy of the pine locations.

Allozyme oder Alloenzyme sind alternative Formen eines Enzymes, die von verschiedenen Allelen am gleichen Locus codiert werden. Das Gegenstück hierzu sind Isoenzyme, welche dieselbe Funktion erfüllen, aber von Genen verschiedener Loci codiert werden) ---> wikipedia

Als AFLP (Abk. für engl. amplified fragment-length polymorphism) wird in der Molekularbiologie eine Technik bezeichnet, mit der ein Genetischer Fingerabdruck erstellt werden kann. Bei der AFLP wird die DNA durch zwei Restriktionsenzyme in Fragmente zerschnitten. Danach werden mit Hilfe zweier Polymerase-Kettenreaktionen einige Fragmente vervielfältigt (amplifiziert). Durch Unterschiede in der Anzahl der Restriktions-Schnittstellen entstehen verschieden lange Fragmente, deren Muster auf einem Elektrophorese-Gel zur Unterscheidung von Individuen und auch zur Darstellung naher Verwandtschaften genutzt werden kann. Die AFLP-Technik wurde 1995 durch die Arbeitsgruppe von Pieter Vos entwickelt. ---> wikipedia

Viele Grüße

Walter
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Waldläufer

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Re: Wollemi Pine: Zwischenbilanz
« Antwort #329 am: 07-Januar-2014, 21:54 »

Hallo Walter,
falls es dir nicht auffällt habe ich genau das in Kurzform geschrieben,
was in deinen zitierten Quellen dargelegt wird. Also manchmal ist weniger mehr.
Aufgrund des sehr kleinen Vorkommens ist eine genetische Einengung wirklich nicht überraschend.
Hätte aber bei weitergehender generativer Vermehrung durchaus die Hoffnung auf steigende Variabilität.

                                                Viele Grüße            Bernt
Gespeichert
 

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