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Autor Thema: Küstenmammutbaum Sequoia sempervirens - Frosttoleranz der Herkünfte und Klone ?  (Gelesen 10187 mal)

Teo

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Hallo zusammen,

@Tuff: Gerne berichte ich in den kommenden Tagen über meine Erfahrungen bezüglich Auspflanzzeitpunkt im eigenen Thema dafür. Grundsätzlich ist das bei mir aber immer eine Abwägen zwischen Wurzelwachstum und Bodenfeuchtigkeit über Herbst und zeitigen Frühjahr aber eventuell fehlender Standortanpassung vor dem Winter und einer Pflanzung im Frühjahr oder Sommer zur Vegetationszeit aber meist zunehmender Trockenheit und Hitze als Stressfaktoren für die Pflänzchen.

@Mc Lovin: Willkommen im Forum! Wirklich mutig so junge KMs schon auszupflanzen, aber das bringt sicherlich auch einige Vorteile mit sich. Meiner Einschätzung nach sollte sich dein Sequoia wieder erholen und durchgrünen.

Du sagst du kommst aus dem östlichen Sachsen. Kannst du mir sagen in welcher Klimazone du deinen KM gepflanzt hast? Grundsätzlich gibt es einige Kategorisierungen der Klimazonen in Deutschland worunter meines Erachtens die der USDA am meisten verwendete wird und am aussagekräftigsten ist.

https://cacti.ch/wp-content/uploads/2016/08/Mitteleuropa-USDA-Zone.gif

Das würde mich wirklich brennend interessieren, da ich mich hier in Zone 6b oftmals "alleine fühle" und an weiteren Auspflanzungen zweifele, obwohl sich meine KMs im Wald und im Topf von den letzten Wintern unbeeindruckt gezeigt haben. Einziger Vorteil bei mir ist, dass es hier im Winter sehr selten windig ist.

@Muir Woods: Hast du zufällig ein Foto dieser Übersichtskarte des Visitor Center?

Laut Karte der USDA-Zonen für Deutschland befindet sich die Lüneburger Heide in Zone 7a und ist damit nicht weit weg von meiner Zone 6b. Umso mehr freut es mich deinen großen KM zu sehen. Hast du eventuell weitere Fotos davon?

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Mc_lovin

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Hallo Teo! Laut deiner Karte halte ich mich in Klimazone 7b an der Grenze zu 7a auf. Ich habe das Bäumchen letzten Freitag dann doch mit ein paar Zweigen und Kokosfasern abgedeckt, was denke ich auch eine gute Entscheidung war da es mit fast -10 Grad doch nochmal empfindlich kalt wurde. Der Schutz wird dann im laufe dieser Woche wieder entfernt. Ich habe auch noch ein weiteren KM in der selben Größe der aber letztes Jahr bevor er einen Verbissschutz hatte verbissen wurde und jetzt ein wenig zwieselt. Diesen habe ich jetzt nicht abgedeckt - mal sehen wie er das ganze verkraftet
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Teo

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Was KMs angeht klingt das doch zuversichtlich. Weiterhin viel Erfolg!

Verstehe ich in dem Jungstadium. Sicher ist sicher.
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Mc_lovin

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Habe ich mir auch so gedacht weil ich die Spitze sehr gern erhalten möchte. Zumal es in dem Jungstadium auch kein Großer Aufwand ist  :D
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Teo

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Ich habe mal einige meiner zweijährigen KMs verglichen. Samenquelle Internet von Unbekannt. Auffällig ist hier die verschiedene Nadelform der Individuen. Teileweise kräftige, kurze und breite Nadeln (siehe Foto links), teilweise filigran, schmale und längliche Nadeln (siehe Foto rechts). Sie haben allesamt den Winter im Freien im Schatten mit starken Frösten soweit gut überstanden, wobei die KMs mit den filigran und länglichen Nadeln etwas mehr Verfärbung zeigen.

Gibt es hierzu eventuell Erfahrungen wie sich solche Variationen in unserm Klima auf längere Zeit verhalten?
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Teo

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Hier noch zwei bessere Fotos der verschiedenen Nadelformen.
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Tuff

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Teo,

Ich glaube, noch nicht.

Genau dazu ist dieser Faden da ... um solche Beobachtungen zu sammeln !

Wir müssen immer 2 Fälle unterscheiden: Besondere Herkunft, und besonderes Individuum.

Ausergewöhnliche Individuen kommen immer vor, praktisch unter allen Herkünften, diese werden dann per Steckling weitervermehrt. Nachkommen aus deren Samen müssen nicht dieselben Eigenschaften haben ! Und ohne eine Kreuzbestäubung mit anderen Bäumen, droht auch die Gefahr der 'Inzuchtdepression' (genetische Verarmung) - vielleicht nicht direkt in der ersten Generation, aber auf lange Sicht doch schon.

Das Thema ist noch eher ungeklärt.

Einige wie zb. Waldläufer-Bernt sind sich sicher daß Selbstbestäubung sich schon direkt in der 1. Generation nachteilig auswirkt - weil der Baum interne Mechanismen hat, diese Nachkommen zu 'unterdrücken', einmal durch Verhinderung einer erfolgreichen Embryobildung, zum anderen durch schwache / nicht flexible Nachkommen welche es nicht packen, sollte das Environment nicht 100% zu ihren Eigenschaften passt. Also wenig anpassungsfähig.

Ich gebe hier nur 2 mögliche Sichtweisen wieder, es gibt aber auch noch mehr ...

Weil die Variation innerhalb von 'Geschwistern' an und für sich schon recht hoch ist, kann ein besonderes Individuum einfach Zufall sein. Da ist es dann wichtig, die Herkunft der Samen (also der Mutterbaum oder der Samenbestand) in Erfahrung hzu bringen. Wenn man eine bestimmte Eigenschaft einer Herkunft zuschreiben möchte, muss das für andere Züchter nachvollziehbar und wiederholbar sein.
« Letzte Änderung: 24-März-2021, 23:13 von Tuff »
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Tuff

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Ja, der Unterschied ist verblüffend !

Weil Du aber die Herkunft nicht kennst, kann man nichts weiter dazu sagen. Es könnte sich um die Variation innerhalb eines Samenbestandes handeln, oder man hat Samen aus verschiedenen Herkünften gemischt. Es könnte sich aber wohl auch um die Variation aus Samen nur eines einzigen Baumes handeln !

Wenn wir Unterschiede feststellen, interessiert uns doch in der Regel, ob sie einen Baum langfristig 'vitaler und robuster' machen. Vielleicht auch noch die Optik.

Hier geht es um das Kriterium 'Frosttoleranz' - zum einen, weil es DER wesentliche Kritikpunkt am KM ist, der seinen großflächeigen Einsatz als Forstbaum in Deutschland einschränkt; zum anderen, weil es so einfach zu beobachten ist.

Es mag andere Kriterien geben, etwa Dürrefestigkeit, oder vigoroser Wuchs der recht schnell gigantische Dimensionen erreicht.

Es sollte aber klar sein, daß man für gewöhnlich nicht alles gleichzeitig haben kann. Rapider Wuchs könnte die Frosttoleranz mindern, und ausgesprochene Dürrefestigkeit könnte dürr und gagelig aussehen ...

Wenn Du es schaffst, einen Zusammenhang herzustellen zwischen Nadelformen und Frosttoleranz, hätten wir schon viel gelernt !
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denniz

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Zitat
Wenn Du es schaffst, einen Zusammenhang herzustellen zwischen Nadelformen und Frosttoleranz, hätten wir schon viel gelernt !

Moin zusammen,
Interessanterweise hat der KM im Gipfelbereich kompaktere Nadeln.
Wenn die Spitze ordentlich im Wetter hängt sieht der KM oben aus wie ein BM.

Hier auf den Testflächen ALW zeichnet sich grade folgendes Bild: Die Spitzen der stark verbrannten KM
sind noch Grün, genau wie die Zweigunterseiten (Ohne Nadeln) Alle feinen langen Nadeln sind verbrannt.

Kompaktere Nadelform kann also ein Merkmal für stärkere Frosttoleranz sein.

LG Dennis

Teo

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Hallo zusammen,

ich war die Tage mal wieder im nahegelegenen Ökologisch Botanischen Garten (ÖBG) der Uni Bayreuth und habe mir einen Eindruck über den Zustand der dortigen KMs gemacht.

Dabei fiel mir auf, dass das älteste Exemplar dort den Winter mit teils sehr kalten Temperaturen (-20°) und im nahezu freien Stand Richtung Süden relativ gut überstanden hat. Der Baum ist ein Steckling eines KMs aus dem Botanischen Garten Tübingen und hat eine kompakte Blattform wie auf den Bilder anbei erkenntlich.
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Teo

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Zwei jüngere Exemplare daneben hatten deutlich stärkere Schäden. Der eine davon mit stark gefärbten Nadeln ist frei Richtung Süden und weißt eine etwas längere Nadelform auf. Der andere wird etwas durch einen BM beschattet und sieht deutlich besser aus und hat die selbe Nadelform.

Ich hoffe dass kommt auf den Bildern rüber. Man sollte die Hypothese bezüglich Winterhärte nach Nadelform wirklich weiter untersuchen!

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Joachim Maier

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So schauen manche bei mir im Winter aus! Im Sommer werden die wieder grün.

Ggf. im Frühjahr ein bißchen regelmäßig gießen, dann wird es schon!
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Tuff

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Genau richtig, Joachim ! Es kommt viel mehr als auf Braunwerden, darauf an wie schnell (oder wie viel) sie wieder grün werden !
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Tuff

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Ich habe noch Bilder von Matzes KM von ~ Ende März nachzutragen. Der interessante Punkt hier ist 'über Schnee -- unter Schnee':
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Tuff

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Background:

Kälteste Nacht war vom 12 - 13. Februar, danach sehr kalte trockene Luft und voller Sonnenschein den ganzen Tag. In der Woche drauf kam Tauwetter (der Schnee war dann also weg) und danach wurde es nicht mehr so schlimm.
Daher sollen die Schäden wohl hauptsächlich um den 13./14. März enstanden sind.

Der Mutterbaum des Stecklings hat die ID 5946 (Belvederallee/Buchenallee Lousberg, direkt bei den "Säulen"). Matze bekam den Steckling von Andreas ('ac-sequoia') hier aus dem Forum.
« Letzte Änderung: 06-April-2021, 00:23 von Tuff »
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