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Sempervirens und Taxodien in Orangerie/Straßburg u. Bot. Garten
xandru:
Hallo,
Also: Ganz am südöstlichen Ende der Hauptachse steht im Gebüsch ein schlanker Bergmammutbaum von gut 20 Metern Höhe. Sein Charakter ist der eines spargelartigen Wald-BMs; offenbar war er immer von anderen Pflanzen bedrängt. Der Baum könnte durchaus aus dem 19. Jahrhundert stammen, ist aber von der Dicke und von der Höhe her völlig unspektakulär.
Auf den Bildern ist die Spezies dieser EU-ID 4055 vielleicht nicht ganz eindeutig zu erkennen, aber ich habe den Stamm gesehen. Dieser macht nun wirklich den Eindruck eines recht ausgetrockneten älteren BM: dünne Borke, faserig, schwarze Streifen, stark abgenutzt. Immerhin gehört Straßburg mit 630 mm Jahresniederschlag zu den trockensten Gebieten Frankreichs.
Wie so oft in der Rheinebene scheint also – trotz der benachbarten Seen – die Wasserversorgung über das Grundwasser nicht zu funktionieren; das hatten wir auch in Landau. Möglicherweise schafft der Untergrund (Sand oder Löss?) kapillarmäßig die paar Meter Höhenunterschied nicht.
Trockene Grüße,
Wolfgang
xandru:
Hallo,
Wenige Meter nördlich des Spargels stehen zwei junge BMs. Sie bekommen die Namen EU-ID 4056 und EU-ID 4057. Mehr habe ich im Jardin de l’Orangerie nicht gefunden; danach habe ich mich in sommerlicher Hitze zum Botanischen Garten begeben, der leider erst um 14 Uhr öffnet.
Begebende Grüße,
Wolfgang
xandru:
Hallo Walter,
--- Zitat von: Odysseus am 23-September-2007, 21:36 ---hab links einen ganz schmalen, kurzastigen, verknorzelten, verschrammten (vielleicht vom Blitz mal getroffenen) mittelhohen Giganteum-Mammutbaum gesehen
--- Ende Zitat ---
Diesen Baum hatte Lutz bereits als 18xx-er mit der EU-ID 516 gemeldet. Vor zwei Jahren hatten wir ihn von sequoias.eu eine Dublette übernommen (Jardin Botanique / Jardin de l’Observatoire). Das Doppel haben dann dieses Jahr wiederum die Franzosen von uns übernommen.
Bei uns ist die Doppelung inzwischen bereinigt. Das Bild rechts zeigt den Baum von außerhalb des Gartens; das erste angehängte Bild zeigt den Aufbau der Krone ebenfalls aus der Rue Goethe. Er hat ganz klar den Habitus eines Wald-BMs, sogar „mit Löckchen“. Möglicherweise teilte er von Anfang an das Los vieler Arboretumsbäume, dass die Exponate viel zu dicht gepflanzt wurden.
Das zweite Bild zeigt ihn von Süden. Das dritte Bild zeigt den Stamm von Osten her; im Rücken des Fotografen befindet sich das Observatorium. Auch dieser Stamm macht einen vertrockneten Eindruck, mit einer untypisch dünnen Borke. Um den Baum zu schonen, ist die Baumscheibe abgesperrt, daher konnte ich ihn nicht messen.
Laut Homepage des Gartens haben sie 2 BMs; leider sind die Standorte nicht verzeichnet. Dieser hier sollte wohl der von 1881 sein, dessen Herkunft (P=Pflanze oder S=Samen?; Samen aus C=Kultur oder Samen vom W=Naturstandort) nicht bekannt ist. Das andere Exemplar wurde von einem Straßburger Bürger als Pflanze aus dem US-Naturstandort mitgebracht; wenn ich es nicht gesehen habe, dürfte es nicht besonders groß sein.
…
xandru:
…
Was die Küstenmammutbäume angeht, spricht Walter von 1 Exemplar. Ich habe vor Ort 2 Stück gesehen; ein KM mit etwa 0,86 Metern Durchmesser steht nahe des Eingangs im Westen des Geländes und einer mit 0,54 Metern Durchmesser steht neben dem Observatorium. Letzterer war gut zu messen; beim ersteren war das Stamm nicht rund herum zugänglich, so dass ich den Umfang aus Teilstücken zusammensetzen musste.
Allerdings erwähnt die Website des Botanischen Gartens 3 Exemplare:
* 1 als P=Pflanze bekommen, unbekannter Herkunft, von 1995,
* 1 aus S=Samen gezogen, aus dem Davis Arboretum, University of California, vom W=Samen vom Naturstandort [???], von 1986, und
* 1 Exemplar ohne weitere Angaben.Gut: Samen aus einem Arboretum sind keine Samen vom Wildvorkommen, selbst wenn das Arboretum sich ebenfalls in Kalifornien befindet.
Dennoch helfen mir diese Angaben leider nicht weiter, wenn es um die Bestimmung geht, welches Exemplar der beiden von mir dokumentierten KMs aus welchem Jahr stammt.
Anders ist es bei den beiden Metasequoien, die ich gesehen habe. Auch die Website führt zwei auf, davon eine aus dem Jahre 1955, die andere ohne Jahr. Hier kann ich wohl ohne zu zögern das stattlichere Exemplar mit seinen gemessenen 1,03 Metern Durchmesser als dasjenige von 1955 ansprechen. Auch hier folgen noch Bilder.
Vorgreifende Grüße,
Wolfgang
PS: Im übrigen hatte der junge Mann bei der Goldlärche mir berichtet, dass sie jüngst alle Bäume auf dem gesamten historischen Universitätsgelände vermessen haben, also bis zum Palais de l’Empereur an der Place de la République. Doch auch diese Werte habe ich auf der Homepage vergeblich gesucht.
xandru:
Hallo,
Ich habe ja schon verraten, dass im Botanischen Garten mehr als nur ein KM steht. Den ersten habe ich am Januar online gefunden; er hat die EU-ID 3194. Mit dem genauen Standort hatte ich mich um ein paar Meter vertan, aber die Spezies kann ich nun endlich durch meinen Besuch bestätigen.
Das erste Bild zeigt den Baum von Westen, von außerhalb des Gartens. Das Ziegelgebäude ist das Seismologische Museum.
Das zweite Bild zeigt ihn von Osten, aus dem Inneren des Gartens.
Und das dritte Bild ähnelt dem Foto in Panoramio. Das flache, zwölfeckige Gebäude links ist übrigens das beheizte Gewächshaus für die Victoria-Seerose. Die Uni wurde bekanntlich 1871 neu gegründet, weil die Elite nach der Annexion für Frankreich optierte. Größere historische Gewächshäuser aus dieser Zeit fielen in den 1950-er Jahren einem Gewitter zum Opfer; die Fläche wurde nach einer Zeit der Brache schließlich dem Zeitgeist entsprechend mit einem Beton-Neubau gefüllt. Das soll erst mal genügen.
Genügsame Grüße,
Wolfgang
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